Loveparade, Trauer und hilflose, besorgte Eltern

1976 – ich war so gerade aus der Zeit der kurzen Hosen heraus gewachsen – begab es sich dass (ja, damals war ich noch Fußballfan) ein junger Mann, ein Jahr älter als ich, bei der Veranstaltung verstarb. Seit diesen Tag, beziehungsweise erst nachdem ich Zuhause war, weiss ich wie sich Eltern grämen können, wenn sie nicht wissen ob es ihren Kindern gut geht.

Meine Gedanken sind nicht nur bei den Angehörigen derjenigen, die heute von uns gingen, meine Gedanken sind auch bei den Millionen Müttern und Vätern, die im Radio/Fernsehen hörten, welch eine Katastrophe sich bei der Loveparade in Duisburg abspielte und nicht wussten ob ihr Kind auch betroffen war. Auch das sind grauenhafte Momente.

Loveparade, welch ein Hohn 🙁

WolframAlpha sind sind echte Freaks

Dass WolframAlpha eine iPhone-Applikation für 49,99$ verkauft ist ja OK, da sollen die Apple-Fanboys ruhig bluten. Irritierend finde ich, dass Wolfram Alpha genau diese Applikation nun für nur 1,99$ anbietet. Man könnte auf die Idee kommen: Kein Depp wollte knapp 50 Dollar für ein Frontend ausgeben, wovon ich mal ausgehe. Ein paar Deppen werden es aber bestimmt getan haben.

Den Vogel schiesst WolframAlpha nun aber ab, wenn man den Nutzern die vor dem 01.04.2010 diese Applikation erworben haben die Preisdifferenz zurück erstattet!

HALLO? McFly? Jemand Zuhause?

Wie genial ist das denn bitte? Eine Preisänderung für Software, die nachträglich an Bestandskunden zurück gegeben wird? Wirtschaftlich ein Debakel, die sozial Komponente allerdings ist der Brüller. Oder die haben die Software nur 2x verkauft und könnten billiger nicht in die Blogs kommen 🙂

Die Meldung aus dem WolframAlpha Blog ist vom 31. März und NICHT dem ersten April.

Polizei und Eigenbewertung von Maßnahmen – St.Pauli vs. Rostock

Ja, die Polizei ist manchmal ein Hort humoristischer Taten und Worte. Und deren Pressemeldungen führen Taten und Worte auf eindrucksvolle Weise zusammen. Glaubt ihr nicht? Da habe ich gerade ein Beispiel gefunden:

Die erste Pressemitteilung sagt aus:

Anlässlich der Zweitligabegegnung FC. St. Pauli gegen Hansa Rostock hatte die Polizei Hamburg wegen massiver Ausschreitungen in der Vergangenheit bei den Spielen sowohl in Rostock als auch in Hamburg erstmalig eine Verfügung erlassen, die das Kontingent der Eintrittskarten für die Gäste aus Rostock auf 500 personalisierte Sitzplatzkarten begrenzte. Der FC Hansa Rostock verzichtete auf die Abnahme und entsendete lediglich sieben Fanvertreter des FC Hansa Rostock, die jedoch vor Anpfiff des Spiels das Stadion verließen.

Aha, also hat die Polizei Hamburg dafür gesorgt, dass höchstens 500 Fans des Fußballvereins Hansa Rostock  in Hamburg Live verfolgen können. Die Fans reagierten mit Ignoranz und blieben größtenteils Zuhause, was sollen sie auch in Hamburg, wenn sie weder Karten haben noch eine Aussicht besteht welche zu bekommen. Die sind ja nicht blöd.

Eine zweite Polizeipressemitteilung sagt aus (Hervorhebungen von mir):

  • Anlässlich der Begegnung in der 2. Bundesliga FC. St. Pauli / FC Hansa Rostock hatte  sich die Bundespolizeiinspektion Hamburg auf Beeinträchtigungen durch Fußballfans  innerhalb der Bahnhöfe und in den Zügen personell mit über 300 Bundespolizisten eingestellt.
  • Nach jetzigem Sachstand der Bundespolizei reisten ca. 50 Rostocker Fußballfans mit Zügen von Rostock nach Hamburg.
  • „Die Bundespolizeiinspektion Hamburg zieht eine positive Abschlussbilanz. Die erlassene Allgemeinverfügung zum Verbot des Mitführens von Glasflaschen sowie alkoholischen Getränken in Zügen und  die hohe  bundespolizeiliche Präsenz  haben für einen ruhigen Einsatzverlauf im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei gesorgt.“

Wir halten fest:

  1. Die Polizei sorgt dafür dass kaum ein Fan nach Hamburg reist.
  2. Für jeden Fan der sich dennoch auf den Weg nach Hamburg macht stellt man 6 (SECHS) persönliche Aufpasser zu Verfügung.
  3. Man stellt fest, dass man eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat!

Ich weiss ja nicht ob ich den Begriff „mutig“ hier nutzen soll.

  1. Bürger eines demokratischen Landes finde ich es absolut zum kotzen, dass die Polizei entscheidet wie viele Fans ein Fußballspiel besuchen dürfen.
  2. Als Steuerzahler würde ich dem für den Einsatz verantwortlichen Führungsstab gern einmal kräftig in den (sorry) Arsch treten.

Eine Hundertschaft (oder auch zwei) in Bereitschaft halten (es gibt da ja sowas wie „Bereitschaftspolizei“) mag ja eine gute Idee sein. Diese aber in den Einsatz versetzen bedeutet auch, dass diese jungen Polizisten einen Sonntag nicht bei der Familie oder Freunden verbringen können (dafür haben sie die Fußballfans bestimmt GANZ doll lieb) und zweitens kostet der Einsatz uns Steuerzahler Geld.

Also lieber Zuständiger für diesen Einsatz: Hast Du den Schuss nicht gehört? Hat die Polizei zuviel Geld? Das wird den Innenminister freuen zu hören. Dann kann das Geld in die Bildung oder das Gesundheitsressort fliessen.

Fußball geht mir persönlich knapp am Arsch vorbei, wenn ich von solchen Aktionen lese kommt mir einfach als Steuerzahler und als die Freiheit liebender Bürger die Galle hoch.