Trump: Kommentar zu seiner Antrittsrede

Vorab: Ich habe Hoffnung, ja ich habe wirklich Hoffnung, dass weder die Welt noch die USA unter Donald Trump untergehen wird. Und zwar aus exakt den gleichen Gründen, aus denen Barack Obama derartige Probleme hatte das US-Gesundheitssystem zu reformieren und  er es auch nicht schaffte Guantanamo Bay zu schließen: Senat und Kongress. Diese beiden Institutionen stehen zwischen dem Präsidenten und seinen Zielen. Zwar darf man davon ausgehen, dass die Wirtschaft (welche ja vom Multimilliardär Trump vertreten wird) es wesentlich einfach unter der Regierung Trump haben wird. Aber es wird wahrscheinlich (hoffentlich) ein gewisses regulierendes Moment zwischen Trumps Phantasien und deren Umsetzung liegen.

Nun aber zum eigentlichen: Meinen Kommentaren zu seiner Antrittsrede, die – in meinen Augen – zeigt, dass er den Übergang von Wahlkampfmodus zu präsidialem Verhalten noch nicht vollzogen hat.

Auszüge der Antrittsrede des 45ten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika (Quelle der Rede: FAZ)

We, the citizens of America, are now joined in a great national effort to rebuild our country and to restore its promise for all of our people.

Rebuild? Wiederaufbau? Das hört sich so an, als wenn seine Vorgänger das Land in Schutt und Asche übergeben haben. Sieht es in den USA wirklich so schlimm aus, wie in deutschen Städten nach den Bombennächten? Oder hat ein Tsunami/Orkan die USA total geplättet?

Together, we will determine the course of America and the world for years to come. We will face challenges. We will confront hardships. But we will get the job done.

Confront Hardships? Mühsal? Wenn Trump so viel Unterstützung bekommt, wie Obama in Sachen Patient Protection and Affordable Care Act (vulgo Obamacare) erfahren hat, dann viel Spaß. Wenn „get the job done“ bedeutet z.B. den Patient Protection and Affordable Care Act (vulgo Obamacare) zu revidieren, dann gute Nacht Amerikaner.

Every four years, we gather on these steps to carry out the orderly and peaceful transfer of power, and we are grateful to President Obama and First Lady Michelle Obama for their gracious aid throughout this transition. They have been magnificent.

Moment, eben erzählt er noch(sinngemäß), dass das Land in Scherben liegt und nun dankt er seinem Vorgänger? HALT! Genau lesen! Inhaltlich dankt er Obama nur für die Übergabe, nicht für seine Tätigkeiten während seiner beiden Amtszeiten – dann ist ja gut.

Today’s ceremony, however, has very special meaning. Because today we are not merely transferring power from one Administration to another, or from one party to another – but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the American People.

Jepp – da bin ich voll bei ihm, wenn ich mir anschaue wen er zu Beratern und Ministern macht/gemacht hat. DAS ist das Volk (der Banker und eben des Sumpfes, den Trump versprach auszutrocknen). „The american people“ meint wahrscheinlich „american people making money in Wallstreet“.

For too long, a small group in our nation’s Capital has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished – but the people did not share in its wealth.

Ähh, siehe oben: Berater und Minister. BTW: Wie kommt es,dass Trump so viel Kapital ansammeln konnte, schließlich soll er Milliardär sein. Wieso hat er seinen Angestellten nicht mehr bezahlt? Warum hat er die Mieten in seinem Immobilien nicht gesenkt? Und ist es nicht so, dass es das „alte Amerika“ ist, das Probleme hat? Sind es nicht „neue“ Firmen, die immer noch am Puls der Zeit Geld verdienen und auch in den USA Arbeitsplätze schaffen?

Politicians prospered – but the jobs left, and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories; their triumphs have not been your triumphs; and while they celebrated in our nation’s Capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

Ja, da hat er recht. Viele Menschen darben – da geht es den Amerikanern nicht besser als vielen Menschen in anderen Industrienationen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es Ländern und Regionen auf diesem Planeten gibt, in denen es den Menschen noch deutlich schlechter geht. Empathie geht anders.

This is your day. This is your celebration. And this, the United States of America, is your country.

What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people.

Das sagt doch nicht ausgerechnet DER Mann, der den Medien nicht gerade offen gegenüber steht? Wie soll das Volk die Arbeit der Regierung kritisch bewerten, wenn kritische Journalisten mit kritischen Fragen der Mund mit einem knappen „You’re fake news“ verboten wird?

Americans want great schools for their children, safe neighborhoods for their families, and good jobs for themselves.

„Safe neighborhood“? Da wird die Waffenlobby GANZ sicher nicht mitmachen.

These are the just and reasonable demands of a righteous public. But for too many of our citizens, a different reality exists: Mothers and children trapped in poverty in our inner cities; rusted-out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation;

Ja, DA hat er recht. Ganze Industriezweige haben Aufgaben ins Ausland verlagert, wo die Steuern und Löhne niedriger sind. Nur so kann ein Produkt derart preiswert auf den (amerikanischen) Markt gebracht werden, dass der einfache Arbeiter dieses auch erwerben kann. Mich würde interessieren, was all die EDV- und Elektrogeräte kosten würden, wenn diese von US-Arbeitern gebaut werden. Ja, alles hat zwei seiten – und man muss stets beide Seiten und vor allem auch die Folgen seiner Forderungen und Entscheidungen betrachten.

We are one nation – and their pain is our pain.  Their dreams are our dreams; and their success will be our success.  We share one heart, one home, and one glorious destiny.

Share? Teilen? Trump will/wird teilen? Hmmm, schwer zu glauben. Wo er doch nicht mal bereit war, seine Steuererklärungen (mitzu)teilen.

The oath of office I take today is an oath of allegiance to all Americans. For many decades, we’ve enriched foreign industry at the expense of American industry; Subsidized the armies of other countries while allowing for the very sad depletion of our military; We’ve defended other nation’s borders while refusing to defend our own;

Die eigenen Grenzen wurde nicht verteidigt? Hmm, wann wurden die Grenzen der USA denn das letzte mal angegriffen? Kann mir da mal jemand helfen? Oder ist das nur eine Anspielung auf den Bau der BerlinerMexikanischen Mauer?

And spent trillions of dollars overseas while America’s infrastructure has fallen into disrepair and decay. We’ve made other countries rich while the wealth, strength, and confidence of our country has disappeared over the horizon. One by one, the factories shuttered and left our shores, with not even a thought about the millions upon millions of American workers left behind.

Ob die US-Waffenlobby ebenso denkt? All die Milliarden, die in die Rüstung gesteckt wurden, halfen doch schließlich US-Arbeitsplätze zu sichern. Und natürlich die Shareholder der Konzerne bei Laune zu halten. Waren es nicht die Rüstungsausgaben des zweiten Weltkrieges, die der US-Wirtschaft damals so richtig auf die Beine half?

The wealth of our middle class has been ripped from their homes and then redistributed across the entire world.

Ja stimmt. Die Mittelschicht hat durch die Bankenkrise sehr viel verloren. Und wer hat sich die vernichteten Werte in die Taschen gesteckt? (Ich gebe mal ein Tipp: Sprecht mit einigen von Trumps Beratern und Ministern, die haben Insiderinformationen). Auch hat Trump selbst sehr viele seiner Geschäfte mittels Subventionen gemacht. Auch dies geschah wohl auch auf Kosten des „kleinen Mannes“

We will build new roads, and highways, and bridges, and airports, and tunnels, and railways all across our wonderful nation.

Wir werden Autobahnen bauen… Erinnert mich an jemanden …

We will follow two simple rules: Buy American and Hire American.

Kauft nicht beim Marsianer! Kapselt euch ab. Wie nennt man das nochmal? Nationalistisch. Ich sehe da Parallelen zu gewissen Stimmen in Deutschland.

We will reinforce old alliances and form new ones – and unite the civilized world against Radical Islamic Terrorism, which we will eradicate completely from the face of the Earth.

Und das alles ohne dass US-Militär das zu Auslandseinsätzen ausrückt(siehe oben)? Ambitioniertes Unterfangen.

We will be protected by the great men and women of our military and law enforcement and, most importantly, we are protected by God.

Ja, und damit sind wir beim Kern so vielen Elends: Gott ist auf unserer Seite. Verdammt – wie wenig ich DIESE Gläubigen wertschätze.

Finally, we must think big and dream even bigger.

In America, we understand that a nation is only living as long as it is striving. We will no longer accept politicians who are all talk and no action – constantly complaining but never doing anything about it. The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action.

Jau, DARAUF komme ich in nächsten Kommentar zurück: Es wird agiert!

Do not let anyone tell you it cannot be done.  No challenge can match the heart and fight and spirit of America. We will not fail. Our country will thrive and prosper again.

We stand at the birth of a new millennium, ready to unlock the mysteries of space, to free the Earth from the miseries of disease, and to harness the energies, industries and technologies of tomorrow.

Hier stelle ich fest, dass Trumps Team tatsächlich verdammt schnell agiert. Schon sehr kurz nach der Vereidigung wurde die Webseite des weißen Hauses angepasst und neue Direktiven der Regierung veröffentlicht:

[Zitat der Webseite des weißen Hauses]President Trump is committed to eliminating harmful and unnecessary policies such as the Climate Action Plan and the Waters of the U.S. rule. Lifting these restrictions will greatly help American workers, increasing wages by more than $30 billion over the next 7 years.

Ja, er wird die Erde retten indem er die Umwelt verschmutzt. Ihr werdet Atemprobleme haben, sauberes Wasser wird teurer werden und ihr werdet krank werden – ABER ihr habt vor eurem Tod noch einen Arbeitsplatz gehabt.

Apropos Webseite des weißen Hauses. Da gibt es auch noch folgendes Schmankerl zu finden:

With decades of deal-making experience, the President also understands how critical it is to negotiate the best possible trade deals for the United States.

Impulse hat da mal eine kleine Aufstellung der Pleiten des GröGaZ (Größter Geschäftsmann aller Zeiten) zusammen gestellt.

Der Flüchtling, der Staat und der Bürger

Am Anfang waren die wirtschaftlichen Interessen. Die „westliche Welt“ hatte ihre Hände oft im Spiel, wenn es um die eigenen wirtschaftlichen Interessen im Nahen Osten, aber auch sonst überall in der Welt ging. Ich sprach das Thema bereits an. In Titel-Thesen-Temperamente gab es am 19.07.2015 einen sehr interessanten Bericht zu den Eingriffen der USA in die IIS-Problematik, den ich hier gern zur Kenntnisnahme angeben möchte.

Nun – nach unseren Eingriffen in eben diesen Ländern, die wir versuchten nach unserem Willen zu formen – fällt uns die ganze Sache auf die Füsse. Frau Merkel erklärt zwar, wir Deutschen können stolz auf uns sein. Aber hey, warum sollte ich stolz sein, wenn ich etwas selbstverständliches tue? Menschenleben retten liegt – so glaube ich ganz fest – in der Natur des Menschen: Erhaltung der Art. Nur in ihrer maßlosen Gier (nachweislich – Lesch in der Mediathek „Kann man Gier messen“) kranke Menschen geht diese Empathie gänzlich ab. Sie müssen raffen und geben nichts ab, rauben von den Armen alles für den eigenen Status.

Herausforderung: Wer kann was tun, damit wir das Vertriebenen Problem gelöst bekommen?

Jeder kann (und sollte) etwas tun. Nehmt euch bitte KEINE Politiker als Beispiel. Diese reden und meeten, aber es kommt selten viel sinnvolles dabei raus – face the facts. Meist geht es darum zu sparen, die Wirtschaft zu hofieren und selbst dabei so gut wie möglich auszusehen.

Was muss unsere Regierung tun?

Die Bundes- und die Landesregierungen müssen alles mögliche tun, um dem Ansturm Herr zu werden. Es geht nicht um eine „Schwemme“ von Flüchtlingen sondern um Tausende von Einzelschicksalen – Menschen! Und so sollte man die Ankommenden auch behandeln. Dazu werden Unterkünfte und Verpflegung benötigt. Es ist hinnehmbar, wenn Menschen 2-3 Tage in einer Turn- oder  Messehalle untergebracht werden. Die Unterbringung in Zelten ist schon fragwürdig. Es beginnt die kalte Zeit. Stillgelegte Bundeswehrkasernen hätten schon längst wieder reaktiviert werden können. Leerstehende Objekte gibt es laut Bundesimmobilienverwaltung einige. Warum sind dort noch nicht die Handwerker vor Ort? In diesen alten Standorten gibt es Großküchen zur vernünftigen Verpflegung, Verwaltungsräume und Unterbringungsmöglichkeiten für Tausende.  Nicht reden, machen. Stichwort Bundeswehr: Es ist zwar sehr lange her, dass ich „beim Bund“ war, aber eine Aufgabe wie für die Flüchtlinge da sein, hätte ich gern gemacht. Großküchen- und medizinisches Personal sind ausreichend vorhanden. Wenn Gesetze wegen Terrorismus (zum Schutz der Mächtigen und der Investitionen) geändert werden, warum dann nicht um hundertausenden von Menschen ein LEBEN zu ermöglichen. Unser Staat hat wunderbare Werkzeuge und Organisationen – man muss sie nur nutzen!

Wie lange hat die Bundesregierung für die Bankenrettung gebraucht? Warum dauert es länger Menschenleben zu retten als eine Bank? Am Geld kann es nicht liegen.

Auch muss unsere Regierung natürlich dafür Sorge tragen, dass die Gründe für die Flucht der Menschen abgestellt wird!

Was können Unternehmen tun?

Spenden, benötigte Dinge zur Verfügung stellen – jedes Unternehmen hat andere Möglichkeiten. Oder gar Mitarbeiter freistellen, um als freiwilliger Helfer vor Ort tätig zu werden. Als Beispiel möchte ich Frederik Braun vom Hamburger Miniaturwunderland zitieren:

Liebe Chefs: spendiert doch einfach mal einen gewillten Mitarbeiter und schickt ihn hin, machen wir auch gerade…

Umso grösser das Unternehmen ist, umso leichter sollte es fallen einen gewissen Prozentsatz von Mitarbeitern frei zu stellen. Handwerksbetriebe können z.B. helfen Gebäude für die Aufnahme von Vertriebenen vorzubereiten. Wenn ich lese, dass Gebäude wegen des Brandschutzes nicht genutzt werden können, fällt mir eines ein: Löst das verdammte Problem. 🙂

Was können Du und ich tun?

Tun kann jeder etwas, informiert euch vor Ort, wo und welche Hilfe benötigt wird. Typischerweise wird überall eine helfende Hand benötigt. Sei es zum Sortieren der Spenden, sei es um Vertriebene bei Behördengängen zu unterstützen, beim Erlernen der deutschen Sprache, oder, oder oder.

Lasst uns anpacken, und vor allem lasst uns unserer Regierung die lange Nase zeigen, weil wir effektiver arbeiten als der Apparat einer der stärksten Nationen dieses Planeten. Wenn unsere Volksvertreter aus dem Dornröschenschlaf erwachen und tatsächlich aktiv und sinnvoll tätig werden, auch OK.

Warum Deutschland in Europa vorsichtiger auftreten sollte

Als alter Mann[TM] erinnere ich mich nicht nur an Willy Brandts Kniefall (welcher gut und nötig war, für das Bild Deutschlands in Europa und der Welt) sondern vor allem an die schwierige Situation vor der Unterzeichnung der 2+4 Verträge. Unsere europäischen Nachbarn hatten massive Befürchtungen, was ein zu starkes Deutschland angeht. Schließlich hatte ein (zu) starkes Deutschland innerhalb kürzester Zeit zwei Weltkriege (mit) initiiert. OK, ursächlich wurde der erste [hier stand vorher zweiter – mein Fehler – Danke an Jinx] Weltkrieg durch Österreich-Ungarn ausgelöst. Aber Deutschland hat nicht lange gefackelt und lief HURRA schreiend und Wimpelchen schwenkend an die Front.

Nun, in Zeiten der Ausläufer der Bankenkrise (Investmentkrise?) stehen Europa schwere Zeiten bevor. Die einig-Front der Verantwortlichen bröckelt:

  • Spanien sieht den Griechenland-Deal als deutsches Diktat.
  • England will sowieso nicht zahlen. Die stehen nur hinter Europa, wenn sie davon profitieren.
  • Die Beziehung zu Frankreich ist belastet
  • etc. pp. was nicht unbedingt groß in den Medien gebracht wird.

Die Beziehungen zu Deutschland und die europäische Einigkeit ist belastet – Dank Schäubles und Merkels hartem Kurs. Schäuble wollte sich unbedingt durchsetzen. Schäuble erklärt Deutschland zur stärksten Macht in Europa, denn Deutschland hat – mit Abstand das größte Bruttosozialprodukt (in 2013 Deutschland:2.737 Billionen Euro, Frankreich:2.059 Billionen Euro).

Was macht man, wenn man „der Grösste“ ist? Entweder man bläht sich auf, oder aber man nutzt seine Kraft um den Schwächeren zu helfen: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung“

Was hat obiges mit den 2+4 Verträgen zu tun? Dazu möchte ich einige Zeilen von der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung zitieren, der man sicherlich nicht unterstellen kann, dass sie „gegen“ die aktuelle Regierung argumentiert. Vielleicht hätten Frau Merkel und Herr Schäuble diese Seiten auch einmal lesen sollen. Denn die 2+4 Verträge konnten nur realisiert werden, weil nicht nur Russland und die USA Deutschland unterstützten sondern auch unsere europäischen Nachbarn beruhigt wurden, die massive Bedenken wegen eines zu starken Deutschlands hatten.

Gegenüber Bundesaußenminister Genscher äußerte er[François Mitterrand ], ein wiedervereinigtes Deutschland „als eine eigenständige Macht, unkontrolliert“, sei unerträglich für Europa; es dürfe niemals wieder eine Situation eintreten wie 1913, vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Der frühere französische Außenminister Jean François-Poncet brachte die Bedenken in Frankreich und anderen europäischen Ländern auf den Punkt: Geschichtliche Belastungen und die Sorge vor Deutschlands aktueller Wirtschaftsmacht verschmolzen zu der Vorstellung einer Bedrohung, die eine Vereinigung der Deutschen als eine Gefährdung von Ordnung und Frieden in Europa erscheinen ließ.

In der Tradition klassischen britischen Gleichgewichtsdenkens hielt sie [die britische Premierministerin Margaret Thatcher]ein geeintes, starkes Deutschland für eine ernsthafte Herausforderung der seit dem Zweiten Weltkrieg erreichten Stabilität – nicht, wie früher, im militärischen Sinne, sondern aufgrund der Stärke der deutschen Wirtschaft, die durch die Einbindung in die Europäische Gemeinschaft noch vergrößert werde.

Als Lösung sollte sich Deutschland stärker in Europa eingebunden(!) werden.

Und welche Situation haben wir jetzt? Knapp 25 Jahre nach der Unterzeichnung der 2+4 Verträge? Deutschland lässt in Europa die Muskeln spielen. Ist – wie gewohnt – kein Teamplayer und düpiert seine Nachbarn, indem es versucht den Ton anzugeben. Schäuble war 1990 zwar „nur“ Bundesminister des Innern, sollte aber mitbekommen haben, welch schwierige Situation zu meistern war. All das ist vergessen. Vergessen um Deutschland wieder zum Sieg zu führen? In einem Krieg in dem Kapital die Massenvernichtungswaffe ist.

Wirtschafts- vs. konventioneller Krieg

Kriege dienen seit Ewigkeiten der Vergrößerung des Einflusses oder dem Zugriff auf Ressourcen. Lange ist es her, dass ein Krieg wegen einer verschmähten Liebe oder eines persönlichen Disputes geführt wurde.

Konventionelle aber auch Wirtschaftskriege nutzen unterschiedliche „Waffen“,  auch wenn sie in der Wirkung ähnlich sind – geändert hat sich nur die Reihenfolge des Einsatzes:

  • Artillerie oder Presse sollen mit ihrem Dauerfeuer den Feind zermürben und sturmreif schießen und die eigenen Kämpfer vor Feindeinwirkung schützen.
  • Partisanen oder Investoren kämpfen meist unerkannt hinter feindlichen Linien.
  • Der Generalstab oder die Manager geben die Stoßrichtung und zu bekämpfende Ziele vor.
  • Die Panzertruppe/Infanterie/Kavallerie oder Politiker werden nach Links und Rechts geschoben um strategische Vorteile zu gewinnen.
  • Der Herrscher oder die Finanzinstitute koordinieren die Angriffe, gewinnen an Einfluss und teilen die Beute auf.
  • Die Bevölkerung ist die einzige Konstante geblieben: Auf ihrem Rücken werden die Kämpfe ausgetragen.

War es früher so, dass erst die Artillerie zu Beginn der Schlacht die Stellungen kurz und klein schoss, so sind es heute die Investoren die hinter den Linien mit strategischen Nadelstiche die große Schlacht einleiten. Erst wenn das Opfer den Angriff bemerkt, wird die Artillerie aktiviert: Die Presse bringt ihre Druckmaschinen in Stellung und beginnt das Trommelfeuer der Propaganda. Unter der Deckung der Medien bringen sich die Politiker in öffentlichkeitswirksame Stellung um aus sicherer Deckung den eigentlichen Angriff durchzuführen.

Ist der Sieg eingefahren, lässt sich der Herrscher feiern und streicht seinen Gewinn ein. Die Bodentruppen und Politiker bekommen Orden/Beförderungen oder Parteispenden, während die Bevölkerung zwischen den Trümmern umherirrt.

Ähnlichkeiten mit derzeit stattfindenden kriegerischen Akten sind nicht zufällig.

Der Bauernhof Griechenland und die Raiffeisenkasse

Es begab sich zu einer Zeit, dass der Traktor von Bauer Harms, Besitzer des Bauernhofes Griechenland, einen Motorschaden hatte und Harms etwas klamm war. Harms begab sich also zu seiner Raiffeisenkasse und fragte nach einem Kredit für die Reparatur. Der freundliche Bankmitarbeiter gewährte natürlich den Kredit und wies Harms darauf hin, dass man auch in Zukunft gern bereit wäre, Harms mit Krediten zu helfen.

Harms ließ seinen Traktor reparieren, und fuhr fröhlich weiter über seine Äcker. Ein paar Tage später bekam Harms Besuch seines freundlichen Bankberaters. Ein anderer Bauer wollte seinen Hof aufgeben und es stünden ein paar Felder zum Verkauf. Harms wollte abwinken, konnte er in der zur Verfügung stehenden Zeit doch so gerade eben seine eigenen Felder bestellen. Der Bankberater zerstreute Harms Zweifel:“ Wenn Sie die Felder kaufen, unterstützen wir Sie großzügig. Als Besitzer der neuen Feldern können wir Ihnen wesentlich großzügigere Kredite gewähren. Von diesem Geld können Sie dann problemlos größere, leistungsfähigere  Maschinen kaufen.“. Harms überlegte nicht lang. Man muss halt wachsen – kann man überall nachlesen.

Harms kaufte die Felder und investierte in größere Landmaschinen und es sah aus, als wenn alles gut wäre. Wenn da nicht der Kurssturz für Roggen gewesen wäre. Harms konnte die Raten für die Kredite nicht zahlen. Nach einigen schlaflosen Nächten verkaufte er seinen großen PKW, verkaufte den Erbhof – und ein paar Monate ging es gut, aber am Ende konnten die Raten nicht bedient werden.

Harms fuhr in die Stadt um bei der Raiffeisenkasse vorzusprechen. Bislang war der Bankberater doch immer freundlich gewesen, man wird bestimmt eine Lösung finden. Harms betrat das große repräsentative Gebäude in der Stadtmitte und wurde freundlich empfangen. Allerdings saß er nun nicht nur dem bekannten Bankberater gegenüber, sondern auch dem Filialleiter und einem Kreditspezialisten aus der Zentrale. Es wurde Harms auch eine Lösung präsentiert: Man hätte einen Käufer für die Felder. Zwar würde Harms nicht mehr das Geld bekommen, dass er damals bezahlt hätte, aber seine Gesamtschuld würde halt geringer. Harms war sauer – stinksauer. War es nicht der Bankberater gewesen, der ihm zum Kauf der Felder geraten hatte? Und was sollte Harms mit den großen Landmaschinen, wenn er nur noch seine wenigen alten Felder zu bestellen hätte? „Ja, die Landmaschinen würde man ihm auch günstig abkaufen können. Zwar nicht wieder zum Einkaufs-, noch zum derzeitigen Buchpreis. Aber Harms müsse eben seine Schuldenlast drücken – da müsse er halt auch Abstriche machen“.

Da stand Harms nun: Ein Kredit mit einer Zinsenlast, die er mit seinem jetzt deutlich kleinerem Einkommen niemals tilgen kann. Auch seine Kinden und Enkel werden noch bezahlen, nur um dieses Intermezzo zu bezahlen.

Und die Moral von der Geschicht: Traue keinem Banker nicht! Egal von welchem Investor er kommt.

OK, ich gebe zu die Griechenland-Problematik ist DEUTLICH komplexer. Es spielen noch Waffengeschäfte mit hinein, die für neue Kredite abgeschlossen werden müssen etc. pp.. Aber so ungefähr würde ich kleinen Kindern erklären, was da in Griechenland passiert.