Kisbee: Die erste Inspektion und „Es wird teuer“

So, die ersten 500km hat meine Peugeot Kisbee meine Statur klaglos durch die norddeutsche Tiefebene transportiert – also lag die erste Inspektion an.

Und weil sich die Zwiebacksäge ohnehin in der Werkstatt meines Vertrauens befand, konnte auch endlich der Koffer montiert werden. Ab sofort wird der Besuch des Supermarktes noch teurer, da ich 45 Liter Volumen mehr transportieren kann. Das wird den REWE in der Nähe aber freuen …

Gekostet hat die Inspektion (inkl. Ölwechsel) ~130€, was durchaus vertretbar ist.

Und der Mario (Schrauberhäuptling) ist der Held des Kundensupports, der erfüllt Wünsche, bevor er von Ihnen überhaupt wissen kann. Wie bereits erwähnt steht ja die Anschaffung eines zweiten Hühnermörders an: Die Frau will auch motorisiert sein. Als ich dem Mario Montag mitteilte, dass er Glück hat und ich eine weitere Kisbee anschaffen werde, erklärte er mir: Komm mal mit. Ich begleitete ihn in seinen kleinen „Showroom“ und er zeigte mir, was er seit Freitag dort stehen hatte: Eine funkelspiegelnagelneue schwarze Kisbee.

(Bald) meine neue Kisbee

Wer mich kennt, der weiss dass mein derzeitiges rotes Gefährt einen Makel hat: Sie ist nicht schwarz. Natürlich stand eine schwarze Mühle als Neuanschaffung an. Die Prinzessin bekommt dann die – nicht mehr ganz neue – rote (ist eh ihre Lieblingsfarbe).

Ein Mann ein Wort, seit Montag hängt an der schwarzen Rennsemmel das Schild „Ich bin leider verkauft“ – und somit indirekt mein Name. Die Prinzessin freut sich, dass sie auch ein Moped bekommt und ich bin happy, dass ich zuletzt doch noch eine Schwarze bekomme.

Alles wird gut.

Terrorhaftpflicht?

Von Rike wurde ich in den Kommentaren zu den „Aufgeben-Artikel“ auf einen Videobericht aufmerksam gemacht, der sich mit dem herrenlosen Koffer in Hamburg-Harburg beschäftigt:

httpv://www.youtube.com/watch?v=uSC982W8leU

„Der Besitzer wird sich auf hohe Regressforderungen einstellen müssen“.

Wer vor 10 Jahren „tüdelig“ seine Tasche irgendwo stehen liess, der rief (in Abhängigkeit des Wertes vom Inhalt) mehr oder weniger panisch bei den Fundbüros an. Heutzutage ist es schlau, sich direkt nach Südamerika abzusetzen, sollte man feststellen, dass die Frühstücksstullen samt Koffer in der S-Bahn stehen geblieben sind.

Am besten hilft, wenn man sich einen Aktenkoffer mit Kette besorgt, für den man einen Schlüssel im Büro und einen Zuhause deponiert. So kann es einem nicht passieren, dass man Morgens oder Abends im Bistro (Frühstücks- oder Feierabendkaffee) keine ausnehmend teure Dummheit begeht. Was aber wer mit der Bahn in den Urlaub fährt? Stets den Koffer mit aufs Klo nehmen ist schon uncool. Aber wenn man inhn im Gepäcknetz liegen lässt und dann in Bordbistro geht?

Allerdings stellt sich mir die Frage, ob das Vergessen eines Behältnisses nicht ein normales, menschliches Fehlverhalten darstellt. Kann man dafür tatsächlich für den Kosten des Polizeieinsatzes und der Sperrung des Regionalverkehrs zur Rechenschaft gezogen werden? Bei Vorsatz: Kein Thema. Aber was ist mit dem normalen „Lebensrisiko“? Zahlt meine Haftpflichtversicherung? Ist das Vergessen fahrlässig oder grob fahrlässig (nur beiu grob fahrlässig zahlt die Versicherung nicht).

Und das alles nur weil ein paar Politiker ihre Scheiss-Sicherheitsgesetze auf Basis der Auflösung der Menschenrechte durchziehen wollen. Quo vadis Deutschland?

Ruhe ist die erste Bügerpflicht #Terror

Wer sich durch die Szene der freien Meinungsäußerung (Internet) klickt, stellt fest, dass die Bewertung bezüglich der aktuellen Terrorwarnung ziemlich eindeutig ausfällt:

Übertrieben, Unsinnig, als Werkzeug durch unsere Politiker missbraucht.

Sehr schön bringt dies die 20 Jährige Ines – in einem deutlich lesenswerten Blogartikel – auf den Punkt:

Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man die Panik schürt, vor der man gerade noch gewarnt hat, nur um die eigenen Interessen durchzubringen. Ich möchte nicht von Menschen regiert werden, die in mir Vorurteile gegen Minderheiten aufflammen lassen. Ich will meiner Regierung ihre nackte Panik nicht an ihren unüberlegten Handlungen ansehen. Ist das zu viel verlangt?

Soll nochmal jemand sagen, unsere Jugend wäre dumm. Die durchschauen die perfiden Spiele der Regierung genau so gut, wie wir alten Säcke.

Dennoch gibt es (leider!) genügend Menschen, die den Meldungen auf den Leim gehen. Die an Stammtischen – mit der BLÖD in der Hand – sitzen und froh sind, dass man sie beschützt. Die nicht begreifen dass die viel grössere Gefahr von unseren Politikern und Wirtschaftsbossen ausgeht. Das ist der Erfolg der Einsparungen in der Bildung und RTL2.

Privatsender machen doof. Wer Vera am Mittag sieht hat den Kopf so voll von dem Dünnpfiff, dass kein Raum mehr für echte Informationen bleibt. Das Interesse an Input ist es aber, was Bildung ausmacht. Bildung bedeutet vorrangig nicht ausschliesslich eine Menge X an Wissen zu vermitteln, sondern vor allem das Interesse an der Thematik zu schüren. Ein Interesse zu bauen, dass es dem Individuum motiviert sich des Themas freiwillig anzunehmen und weiter zu verfolgen.

Heute reichen Lindenstrasse, Richterin Salesch, Tatort Internet und BLÖD um das geistige Volumen der Mehrheit zu befüllen. Pispers und Rether kommen da zu spät: Wegen Überfüllung mit Mist geschlossen.

In diesem Sinne: Lasst uns die instrumentalisierte Panikmache der „Oberen“ ignorieren – gänzlich ignorieren. Verfallt nicht in Panik, wenn irgendwo ein Koffer oder Beutel steht. Feiert Partys und geht zum Fußball, ins Kino und fahrt und fliegt in den Urlaub. Und wenn dann der Innenminister de Maizière wieder von Terror spricht, lacht ihn aus. Lacht ihn aus, weil wieder nichts passiert ist. Wie immer nichts passiert, wenn er warnt. Wie auch keine Atom- oder Giftgasindustrie im Irak gefunden wurde.