Unsere Regierung pampert die „Mittelschicht“

Warum die Mittelschicht keine Angst vor Hartz IV haben muss

betitelt die FTD heute einen Artikel bei dessen Lektüre ich irgendwie an „Zuckerbrot & Peitsche“, „Brot und Spiele“ oder irgendwie sowas denken muss. So wie uns allen Angst vor Terrorismus gemacht wird um Überwachung und Einschränkung der Menschenrechte durchzusetzen, so sieht die neue Linie der Propaganda anscheinend vor die Mittelschicht mental von Hartz-IV zu trennen. Denn nur wenn grosse Teile der Bevölkerung sich von dem Gedanken trennen „Das könnte mir auch passieren“ wird man eine etwaige Solidarisierung mit den Arbeitslosen unterbinden können.

Die FTD weiss zu berichten:

Weniger als acht Prozent der Menschen, die Ende des abgelaufenen Jahres Arbeitslosengeld I bezogen, erzielten in ihrem letzten Job ein Salär zwischen 3000 und 4000 Euro – brutto, versteht sich. Nur jeder Zwanzigste lag darüber.

Na, das geht doch. Also ihr, die ihr heute noch nicht unter Gehaltskürzungen so sehr leiden musstet, dass ihr unter 3000.- Euro Brutto verdient. Seid froh, ihr stellt nur 8% der Arbeitslosen. Das macht doch Mut, oder? Wieviel % der Bundesdeutschen liegen eigentlich in dieser Gehaltsklasse?

Wenn man an die alte Regel denkt, dass die letzte Aussage eines Vortrages mit die wichtigste ist, dann mag man den folgenden Text auch so verstehen:

Die Berliner Arbeitsvermittlerin Tina Brockstedt jedenfalls glaubt nicht, dass die Schröder’schen Reformen doch noch zu einem Albtraum für die Republik werden. Die Packung „Träum-schön-Tee“, die sie in dem grauen Büroschrank neben ihrem Schreibtisch aufbewahrt, ist nicht für ihre Arbeitslosen gedacht: „Das haben die allermeisten gar nicht nötig.“

Alles wird gut. Ihr braucht keine Angst zu haben. Nun schlaft weiter. Wenn wir auf die Arbeitslosen einschlagen, meinen wir doch EUCH nicht.

Neulich beim DHL-Premiumversand – oder wie funktioniert Sendungsverfolgung

Wie funktioniert das, wenn man bei Amazon einen Artikel bestellt und sich per Premium-Zustellservice (inkl. Mehrkosten!) zusenden lässt? Dies kann man wunderbar verfolgen, da Amazon so freundlich ist und die sogenannte Tracking- oder Sendungsnummer kennt.

Um 17:22 bekommt man von Amazon eine Mail, dass die Bestellung verdandt wurde – der Krimi beginnt!

08.03.10 00:00 Elektronische Sendungsdaten liegen vor

Dieses 00:00 ist eine Standardzeit, die man ignorieren darf. Diese Zeile sagt nur aus, dass DHL (irgendwann…) auf elektronischem Wege informiert wurde, dass diese Sendungsnummer aktiviert/vergeben wurde.

08.03.10 20:11 Einlieferungs-Paketzentrum Die Sendung wurde im Einlieferungs-Paketzentrum bearbeitet.

HIER wird es interessant: DHL hat um 20:11 die Sendung offiziell in Empfang genommen. Die Zeit läuft….

09.03.10 03:58 Zustell-Paketzentrum Die Sendung wurde im Zustell-Paketzentrum bearbeitet.

Ein paar Stunden später – um 03:58 – ist das Paket in Hamburg eingetroffen. Nun nur noch in der lokalen Logistikkette zuordnen – aber ich will nicht vorgreifen. Wahrscheinlich wurden an dieser Stelle die Sendungsdaten aller Sendungen in einem spezifischen Container in der EDV mit dem neuen Lagerort versehen.

09.03.10 04:01 Paketzentrum Die Sendung wurde im Paketzentrum bearbeitet.

04:01 irgendwas ist passiert – die Sendung wurde bearbeitet. Ist unser Paket nun aus dem Container in die Sortierung der lokalen Zustellungseinheit gelangt? Wahrscheinlich muss unser Paket sich nun auf irgendeiner Palette langweilen, bis der Fahrer es endlich einlädt.

09.03.10 07:14 Zustellung Die Sendung wurde innerhalb des Zustell-Paketzentrums weitergeleitet.

07:14 Ahhhhh – die Palette wurde wahrscheinlich bewegt – in Richtung des Auslieferungsfahrers. Der Fahrer hat wahrscheinlich um 07:00 eingestempelt, seinen Wachwerdkaffee zu sich genommen und nun geht es los. Unser Paket fängt an sich auf seinen neuen Eigentümer zu freuen, den es bald kennen lernen wird.

09.03.10 08:44 Zustellung Lagerung in Zustellbasis wegen Ferien, Betriebsferien, Feiertagen

08:44 Unser Paket ist verwundert. Um 08:44 wird ihm erklärt, dass am 08 März in Hamburg Ferien, Betriebsferien oder Feiertag sind. Kein Hamburger weiss dies, wird unser Paket angelogen? Unser kleines Premium-Paket schaut, wie der zuständige DHL-Fahrer den Hof verlässt und das Premium-Paket mit Extrakosten beim Versand macht DHL-Ferien….

Scheisse! Ich will mein Spielzeug haben!

Bundesregierung, USA, EADS, Boeing und die eigene Nase

Der geplatzte Auftrag für EADS zum Bau von Tankflugzeugen für das US-Militär ruft die Bundesregierung auf den Plan. Luftfahrt-Koordinator Hintze fordert die USA auf, ihr Angebotsverfahren zu überdenken.

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EADS und Northrop Grumman hatten kritisiert, die Modalitäten der Ausschreibung seien auf den US-Rivalen Boeing zugeschnitten.

schreibt die Welt. Wer schon einmal die Welt der Ausschreibungen betrachtete, der weiss wie wunderbar flexibel und dediziert heutige Ausschreibungen aufgesetzt werden. Wer eine (auch staatliche, bundesdeutsche) Ausschreibung in die Hände nimmt, kann oftmals aus dieser genau ersehen welcher Bieter den Auftrag bekommen soll. Ich habe einige Jahre im Bereich Netzwerktechnik diese Papiere auf meinem Schreibtisch gehabt und kenne diese Ausschreibungen in denen – für den Einsatzzweck – gänzlich unwichtige technische Kleinigkeiten als Kernpunkte für das Projekt hochgeschraubt werden.

Wie oft habe ich mich darüber geärgert, wenn ich schon beim Öffnen des Briefumschlages sah, dass ich es sehr-sehr schwer haben werde mit einem Angebot auch nur in die engere Wahl zu kommen. Ich vertrat nicht Cisco, Microsoft oder Fujutsu-Siemens (sicher gibt es auch andere Hoflieferanten). Wenn dann aber die eigenen Unternehmen, in diesem Fall EADS, durch dedizierte Ausschreibungsverfahren ausgegrenzt werden wird gejammert. Da kann ich echt nur lachen – auch wenn es traurig ist, da es in diesem Fall auch um europäische Arbeitsplätze geht.

Wer selbst Ausschreibungen manipuliert soll schön die Klappe halten wenn es andere auch tun.