Deutsche Holzmedienunternehmer sind kackdumm und faul

Wem von euch summen nicht die Ohren, ob all der Beschwerden der Holzmedien, dass sie keinen Ertrag mehr erwirtschaften, weil das ach so böse Internet sie arm macht. Trauriger Höhepunkt ist die grösste (virtuelle) Bücherverbrennung nach den Nazis 1933 und dem Ende der Bibliothek von Alexandria, genannt wird diese – von der Politik getragene Informationsvernichtung: Depublizieren. Es werden Internetinhalte – von unseren Gebührengeldern erstellt, um dann wieder gelöscht zu werden. Auftraggeber dieser Sauerei: Der Verband der Holzmedien, die zu dumm sind veraltete Geschäftsmodelle in das 21ste Jahrhundert zu migrieren.

Aber es geht auch anders:

Die „New York Times“ treibt ihre Strategie voran, in der digitalen Welt möglichst viele verschiedene Erlösquellen auszuschöpfen. „Ich bin mir sicher, dass man mit Onlinewerbung Geld verdienen kann“, sagte Janet Robinson, Vorstandschefin der New York Times Company, im FTD-Gespräch. 16 Prozent der Gesamterlöse des Verlagshauses, die im zweiten Quartal knapp 590 Mio. Dollar betrugen, stammten bereits aus Onlinewerbung.

Dieser Anteil ist beachtlich. Und Robinson entkräftet damit die Klagen deutscher Verleger, die meinen, durch Onlinewerbung könne kein Geld verdient werden. Burda-Zeitungsvorstand Philipp Welte hatte unlängst die sogenannte „Lousy Penny“-Debatte wiederbelebt und gesagt, journalistische Inhalte ließen sich nicht durch Onlinewerbung refinanzieren. „Die nüchterne Erkenntnis der letzten zwei, drei Jahre ist: Das klappt definitiv nicht“, hatte Welte gesagt.

Quelle FTD. Welte erscheint mir hier wie ein Kleinkind, dass die Augen schliesst und erklärt: Ich kann es nicht sehen, dann kann es keiner sehen.

Nur weil deutsche Verleger zu konservativ und offensichtlich zu unfähig sind, auf geänderte Bedingungen zu reagieren, müssen wir das Wissen der Welt schmälern? Seltsam, oder?

Das kommt mir so vor, als wenn uns ein Blinder erklärt, auch alle Sehenden müssten nun stehts durch stete Dunkelheit wandeln, nur weil er nicht in der Lage ist zu sehen. Aber fette Vorstandsgehälter, DIE wollen diese „Spezialisten“ kassieren.

Bundesagentur für Arbeit entmachtet die Regierung

Im Normalfall, also so konservativ wie Du und ich es kennen, werden Gesetze und Verordnungen von Bundestag und Bundesrat beschlossen und danach umgesetzt.

Bei der Bundesagentur für Arbeit ticken die Uhren anders. Wie ein vorpubertäres Kind vor den Weihnachtsgeschichten, hippelt es rum und packt aus, bevor die Eltern es erlaubt haben:

Die von der Bundesregierung geplante Kürzung des Elterngelds bei Hartz-IV-Empfängern setzt die Bundesagentur für Arbeit bereits jetzt um, obwohl Bundestag und Bundesrat den vorgesehenen Gesetzesänderungen noch gar nicht zugestimmt haben. Der Deutsche Städtetag hat deshalb nach Informationen der Süddeutschen Zeitung beim Bundesarbeitsministerium protestiert. Auch die Opposition ist empört.

Quelle Süddeutsche.

Wo ist die Grenze? Reicht es, wenn ein Parlamentarier mir in einem persönlichen Gespräch mitteilt, dass ich zu einer – nachträgliche mit Steuerbefreiung belohnten – Gruppe gehöre, um heute schon jegliche Zahlungen an das Finanzamt einzustellen?

Wird der Selbstverteidigungsminister die USA eingreifen, weil er glaubt die Kanzlerin hätte in einem Nebensatz eine Kritik an Obama geäussert?

Aber was beschwere ich mich. Wenn die Politiker machen was sie wollen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die Verwaltung ihnen auf der Nase rumtanzt. Recht und Ordnung erreicht man vor allem mit Vorbildfunktionen in den oberen Reihen und nicht mit Polizei und Bundeswehr in Kampfanzügen.

Dokumentationen: Behaltet euren Dreck, wir haben besseres verdient

Das Bilder und Videos „geschönt“ (um nicht zu sagen manipuliert) werden ist für den Menschen mit Restintelligenz  nichts besonderes. Auch dass es „sogenannte Dokumentationen“ gibt, in den Gerichts, Ermittlungs- und noch ganz andere Fälle nachgestellt werden sollte uns geläufig sein. Es ist halt einfacher etwas zu konstruieren, als das was man – quotenbringend – zeigen will in freier Wildbahn zu finden.

Der „optische Betrug“ macht auch vor Tierdokumentationen nicht halt:

„Wir haben ein totes Tier am Straßenrand gefunden und es an unseren Set gelegt“, sagte Palmer. Die Wölfe im Film seien außerdem keine Wildtiere gwesen, sondern extra für die Arbeit vor der Kamera trainiert worden. Die Höhle, in der sie angeblich lebten, sei nachgebaut worden. „Die Wolfsmutter verhält sich so, als wäre sie in einem echten Bau. Das könnte man so im Prinzip auch in freier Wildbahn beobachten“, sagt Palmer. „Aber unsere Wölfin ist an die laute Kamera und den Kameramann gewöhnt.“ Fazit: Die Filmszenen seien „alle erfunden.“

Mit seinem Buch „Shooting in the Wild“ stellt der Regisseur die Dokumentarfilm-Branche bloß. „Wenn Sie in einem Film einen Bären sehen, der einen Rehkadaver verspeist“, schreibt Palmer darin laut „Washington Post“, „dann ist es höchstwahrscheinlich ein gezähmtes Tier, das nach Süßigkeiten sucht, die der Tierfilmer im Bauch des Rehs versteckt hat.“

Er selber habe für Filme außerdem Schicksalsgeschichten um Tiere erfunden, gibt Palmer zu. Als Beispiel nennt er die Wale aus einer erfolgreichen Dokumentation über die Wanderung der Meeressäugertiere von Hawaii nach Alaska. In dem Film legen Wal-Mutter „Misty“ und ihr Kalb „Echo“ die gesamte Strecke gemeinsam zurück – gefährliche Hindernisse inklusive. „Das haben wir uns ausgedacht“, gibt Palmer zu. „In Hawaii gibt es viele Wale, weil sie dort bevorzugt kalben. Mutter und Jungtier, die Alaska erreichen, sind aber nicht die selben wie beim Start ihrer Reise in Hawaii.“ Kurz: „Misty“ und „Echo“ gibt es nicht.

lese ich im Spiegel. Ist das nicht wunderbar?

Was kann man noch glauben? Was darf der Fernsehzuschauer noch von dem Begriff „Dokumentation“ erwarten?

Geht es nur noch um den Schein, hat das Reale keinerlei Wertigkeit mehr?

Ist der Satz von Michael Spreng „Um so mehr Politiker beteuern, sie würden keinen Wahlkampf berteiben, desto mehr tun sie dieses“? Auf alle unsere Lebensbereiche anwendbar? Ist umso größer Doku draufsteht, desto weniger Realität enthalten?

Wo soll das enden? Wollen wir das überhaupt wirklich, oder lassen wir uns von der Industrie das Hirn einweichen um unser eigenes Elend zu verdrängen? Warum lehnen wir uns nicht auf und erklären: Behaltet euren Dreck, wir haben besseres verdient?