Statische, dynamische Feiertage und Kommerz #Halloween

Wenn mich jemand fragt wann Heiligabend ist, so antworte ich: 24.12 – jede Jahr. Bei der Frage nach Sylvester sind sich alle einig und antworten 31.12. .

Nur bei Halloween spielt die deutsche (Schank)Wirtschaft Wünsch-Dir-Was. 2008 wurde in einer Harburger Kneipe Helloween am 01.11. gefeiert. Auf meine Frage, was denn dieser Schwachsinn solle, kam die rotzfreche Antwort“ Am Samstag kommen mehr Gäste als am Freitag“. Dieses Jahr stelle ich nun erschüttert folgenden Eintrag im Web-Kalender meines Stamm-Pubs fest:

Sat, 30.10.21:30Halloween Party 2010

Soll ich nun weinen oder was? Helloween am 30.10? Und Heiligabend feiern wir am 01.08, weil da das Wetter besser ist?

Leute, ihr geht mir mit eurer Kommerzscheisse so langsam richtig auf die Eier! Ja auch Du, die Du mich „väterlichen Freund“ nennst. Sowas geht GAR NICHT! Das ist böse – aber sowas von!

Kommentar: Was für die sofortige Liquidierung von Dieben spricht

In der Welt findet sich heute ein Kommentar von Torsten Krauel. Irgendwie wurde mir beim Lesen des Textes ganz blümerant, denn die Art und Weise mit der Krauel für den Einsatz von Nacktscannern wirbt lässt noch ganz andere Übelkeiten plausibel erscheinen. Allein die Einleitung, der Eyecatcher sozusagen hat es in sich:

Niemand möchte durch Terroristen mit einem Flugzeug abstürzen. Das ist keine Meinungsäußerung, sondern eine Tatsachenfeststellung. Es ist deshalb auch eine Tatsachenfeststellung, dass die Privatsphäre Dritter bei der Zulassung von Ganzkörperscannern eine nachrangige Rolle zu spielen hat. (Krauel)

Bezogen auf meine – sehr provokante Überschrift könnte ich obigen Absatz wie folgt umschreiben:

Niemand möchte durch durch Diebe bestohlen werden. Das ist keine Meinungsäußerung, sondern eine Tatsachenfeststellung. Es ist deshalb auch eine Tatsachenfeststellung, dass das Leben von Kriminellen beim Schutz des Privateigentums eine nachrangige Rolle zu spielen hat. (Ich)

merkt ihr etwas? Ist argumentativ nicht so weit weg voneinander. Ich muss nur etwas finden, dass alle Menschen mit „Ja, meine ich auch“ beantworten – ob es Diebe oder Attentäter sind ist egal. Keiner möchte gern irgendwie eingeschränkt/bestohlen oder in seiner Freiheit/Unversehrtheit eingeschränkt werden.

Ganz zum Schluss lässt es Krauel noch mal so richtig krachen – ist ja bald Sylvester:

Bedenkenträger, die ihre Privatsphäre über das Leben anderer stellen, sollten es auch nicht unterschätzen. Terrorgefahr ist keine Privatsache. Wer mehr Angst vor seinem Nacktfoto als vor einem Flugzeugabsturz hat, lebt in einer Welt, die nicht die wirkliche ist.

Bei dieser Argumentation lässt Knauel (bewusst?) zeigt uns Knauel, dass er anscheinend seine Informationen zu der Thematik ausschließlich aus der CDU-hörigen „Qualitätspresse“ Springer bezieht, denn andere Printmedien haben Informationen welche Aussagen dass der Anschlag auch ohne Nacktscanner hätte verhindert werden können:

US-Präsident Barack Obama hat die US-Geheimdienste in bislang schärfster Form wegen des in letzter Minute vereitelten Terroranschlag auf eine US-Passagiermaschine kritisiert. „Es gab eine Mischung aus menschlichem und systemischem Versagen, die zu dieser potenziell katastrophalen Sicherheitslücke beigetragen hat“, sagte Obama am Dienstag. Damit korrigierte er die Aussagen von Regierungsmitgliedern, „das System habe funktioniert“. (FTD)

oder

„Es scheint, dass diese Information vor Wochen einer Abteilung unserer Geheimdienste mitgeteilt, aber nicht effizient weitergeleitet wurde.“ Andernfalls hätte der Anschlagsversuch verhindert werden können. Dem Mann hätte nie ein Flug in die USA gestattet werden dürfen. Die Sicherheitsmängel seien „völlig inakzeptabel“. (Süddeutsche)

Aber die Qualitätsjournalisten der Welt blenden Realitäten einfach aus um ein politisch gewolltes Ziel zu erreichen: Mehr Überwachung, ein weiteres Eindringen in die absolute Privatsphäre der Bürger.

Siehe dazu auch einen Artikel bei Blogdoch.net

Bundesrat hat keinen Respekt vor Adelstiteln

Das dynamisch-erfolglose Duo der Titelträger Ursula von der Leyen und Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von und zu Guttenberg (seine Eltern müssen ihn gehasst haben: Unterschreiben Sie mit vollem Vor- und Zunamen) erhält im Bundesrat – laut Heise – einen spürbaren Dämpfer. Ausgerechnet der Wirtschaftsausschuss hat deutliche Anmerkungen:

Dre Bundesrat hat erkannt, dass wahrscheinlich bestehende rechtsmittel reichen, wenn sie denn nur konsequent genutzt werden können:

Zu prüfen ist laut der Empfehlung vor dem Ergreifen weiterer Maßnahmen zunächst, „ob die bestehenden Möglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden tatsächlich unzureichend sind und wie sie effektiver umgesetzt werden können“. Insbesondere seien die vorhandenen Instrumente zur Sperrung von Webseiten mit rechtswidrigen Inhalten im Wege einstweiliger Verfügungen, die der gerichtlichen Kontrolle unterliegen, stärker in Bedacht zu ziehen und bei Bedarf zu verbessern.

Auch lese ich aus folgendem Absatz einen Zweifel an den von der Familienministerin immer wieder runtergebeteten „Fakten“:

Für eine bessere Einschätzbarkeit der Effektivität der gegenwärtigen Mittel zur Unterbindung von Kinderpornografie wünscht sich das Gremium von der Bundesregierung eine Übersicht oder Schätzung von Servern mit Kinderpornografieangeboten geordnet nach Ländern, in denen deutsche Ermittlungsbehörden direkt oder indirekt Zugriffsmöglichkeiten haben beziehungsweise nicht haben.

Laut Frau von der Leyen liegen ja – was von nahezu allen fachkundigen Diskussionspartnern bezweifelt wird – alle Server ausserhalb jeglichen Zugriffs der Rechtsstaatlicheit. Endlich werden diese Angaben einmal auf dem „Amtswege“ angezweifelt.

Alles in allem, würde ich die bei Heise zu lesenden Bedenken des Bundesrates als schallende Ohrfeige für Zensurulla bezeichnen.