Was unterscheidet Journalisten eigentlich von Schreiberlingen? @BILDblog_de: Übernehmen Sie!

Die welt – jaja, ich weiss das ist Springerpresse – zeigt mal wieder ein prima Beispiel des alten Prinzips des Versteckspiel von Kleinkindern: Augen zuhalten – sehe ich dich nicht, siehst Du mich nicht:

Die Tat ereignete sich bereits im Juni, wurde aber bisher nicht bekannt.

beschreibt die Welt eine Tat aus dem Hamburger Süden, bei dem sich zwei Jugendliche der schweren Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht haben.

Was heisst „wurde aber bisher nicht bekannt“? Dass der Schreiberling (als Journalist mag ich den Verantwortlichen nun wirklich nicht bezeichnen) nicht recherchieren kann?

Zumindest die Polizeipressemitteilung des heutigen Tages

„POL-HH: 090923-3. Tötungsdelikt in Hamburg-Harburg aufgeklärt – Zwei Jugendliche in Haft (siehe auch Pressemitteilung 090614-3.)“ (Hervorhebung für leseschwache Welt-Schreiberlinge von mir)

verweist deutlichst auf diese Polizeipressemitteilung vom 14.06.2009,  12:00 Uhr:

POL-HH: 090614-3. Gefährliche Körperverletzung in Hamburg-Harburg – Zeugenaufruf

Aber dafür müsste man entweder die Polizeipressemitteilungen direkt archivieren, oder aber bei z.B. Newsktuell die „suchen“-Funktion nutzen. Und das kann man ja nun wirklich nicht von einem Schreiberling verlangen. Dafür müsste man ja wie ein Journalist recherchieren und sich aus Originalquellen informieren.

Mal ganz ehrlich liebe Welt-Redaktion – das können Blogger besser als eure „Qualitäts-Journalisten“. Und für diesen Käse wollt ihr Online in Zukunft auch noch Geld kassieren? Lachhaft!

32% der Bundesbürger in „atypischen Beschäftigungsformen“

Wer kann sich etwas unter dem Begriff „atypische Beschäftigungsformen“ vorstellen?

Ich auch nicht, aber wenn man den die aktuelle Meldung des Deutschen Bundestages liest, dann findet man dort eine Erklärung:

Zu ”atypischen Beschäftigungsverhältnissen“ zählt das Statistische Bundesamt Zeitarbeit, Teilzeitbeschäftigungen, geringfügige sowie befristete Beschäftigungen.

Damit wird die Aussage

Rund 10,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiteten im Jahr 2008 in sogenannten atypischen Beschäftigungsformen; das entspricht einer Quote von 32,4 Prozent der Erwerbstätigen.

auch les- und vor allem verstehbar. 32% der Bundesbürger haben also kein Arbeitsverhältnis, dass ihnen auf unbefristete Zeit ein gesichertes Einkommen bietet. Sozialstaat? Nur für den „der es hat“.