Kein Viagra

Vor einer Weile fuhr ich (mit meinem Moped) eine einspurige Strasse, die im Strassenverlauf zweispurig wird. Hinter mir fährt ein „jünglicher, südländischer Mensch“ einen aufgemotzten Ford Mustang. Er muss – wegen des Gegenverkehrs brav mit 55-60km/h hinter mir herschleichen.

Als die Strasse dann zweispurig wird, war der Moment an dem das Unvermeidliche passieren muss: Runterschalten, röhrender Motor und ich werde von dem Mustang „verblasen“, der genervt ewige Minuten hinter mir herfahren musste.

Genau DIES geschah nicht: Ich befuhr die linke Spur (da ich in 500m links abbiegen musste), der Mustang fuhr auf der rechten Spur weiterhin „langsam“ versetzt hinter mir. An der nächsten Kreuzung wird die Ampel rot und wir beide halten nebeneinander. Ich deute dem Mustangfahrer an, er möge doch bitte das Fenster ein Stück öffnen und erkläre ihm, dass ich es angenehm finde, festzustellen, dass es Menschen seines Alters gibt, die nicht wie die Blöden durch die Strassen heizen. Seine Antwort liess mich schmunzeln und motivierte mich, diese Begebenheit blogerisch festzuhalten: „Den Wagen fahre ich weil er Spass macht – Ich habe genug Ego, ich muss nicht heizen“.

Tja, der fuhr ein Auto und keine Penisverlängerung.

Eine Relation

Fast alle Dresdner-Vorstände müssen gehen

betitelt die Welt einen Artikel. Das löst Beklemmungen aus. „Fast alle“ und „Vorstände„. Der geneigte Zielgruppenangehörige mag sich denken „Endlich auch mal die da oben“ oder „Siehste, nicht nur der Angestellte, auch Vorstände sind betroffen“. Das es sich um sieben von acht Vorstandsmitglieder handelt, macht – so rein prozentual gesehen – eine richtige Meldung aus. Aber es ist nichts neues, dass „Übernommene“ Manager ihren Schreibstisch im Keller wieder finden und dann irgendann – mit einer freundlichen „Ablösesumme“ aus dem Unternehmen scheiden.

So richtig interessant wird diese Meldung in Verbindung zu einer anderen, ebenfalls in der Welt erschienenen Meldung:

Commerzbank-Plan löst Panik bei Mitarbeitern aus

und

Der neue Bankenriese will allein in Deutschland 6500 Stellen streichen, sowohl im Privat- wie auch im Geschäftskundenbereich.

Das diese Stellenstreichungen nicht zwingend durch Entlassungen, sondern durch „Nichtbesetzen freiwerdender Stellen“ und „Förderung freiwilligen Ausscheidens“ erreicht werden solle, ändert nichts an der tatsache, dass es 6500 Arbeitsplätze für Bankkaufleute, IT-Mitarbeitern etc. eben in der deutschen bankenlandschaft nicht mehr geben wird. Arbeitsplätze die auch nicht „mal eben“ durch Einstellungen von anderen Banken neugeschaffen werden können. Und was der Mittelstand (der im Moment in Deutschland den höchste Anteil an Stellenneuschaffungen hat)  mit Bankkaufleuten soll, weiss auch niemand so recht.

Der Zensor könnte identifiziert sein

Wie in dem Vorposting schon beschrieben, ist die Seite rottenneighbor.com von diversen deutschen Zugangsprovidern aus nicht zu erreichen. Als erstes (die benötigen Informationen zur Analyse plätschern nur kläglich) sah es so aus, als wenn alle gesperrten Zugriffe über das Netzwerk von Telia.net geroutet wurde. Auf dem Gulliboard ist nun aber ein Traceroute von arcor-ip.net aus gepostet worde, der nicht über Telia geroutet wird.

Die bislang vorhandenen Fakten:

  • Ein Hansenet-Mitarbeiter (Support-Callcenter) kann (lt. eigener Aussage) von seinem Arbeitsplatz aus auf Rottenneighbor.com zugreifen. (dort wird sicherlich keine keine Dial-Up-IP-Adresse genutzt)
  • Hansenet-Dial-Up-Kunden können NICHT auf die Seite zugreifen.
  • Auch nicht über Telia.net gerouteter Traffik wird geblockt
  • Die Domainame-Server (DNS) geben die richtige IP-Adresse aus (KEIN DNS-blocking)
  • Traceroute „versanden“ immer ab 67.192.56.39  – egal ob „gefilterter“ oder durchlässiger Traffik
  • Von einer weiteren definitiv in Deutschland ansässigen (mehrere GEO-IP-Dienste geprüft) IP-Adresse (mir zur Verfügung stehenden, NICHT-Dial-Up) aus, kann auf rottenneighbor zugegriffen werden.

Insofern bleiben derzeit drei Möglichkeiten offen

  1. Irgendjemand bei Rackspace.com (dem „Hoster“ von rottenneighbor.com) hat zumindest die Dial-Up-Netze aus Deutschland gesperrt. Dies könnte z.B. unter Zuhilfenahme der Spamblock-Listen (in welchen eigene Bereiche für Dial-Up-IPs enthalten sind) geschehen sein. Da der Betreiber ganz sicher nicht 99,9% seiner Zielgruppe aussperrt, also ist die Frage, wer diese Sperrung veranlasst hat.
  2. Mehrere Zugangsprovider haben zeitnah gleichzeitig ausschliesslich den TCP-Port 80 gesperrt (ACHTUNG Traceroute -p nutzt nutzt UDP – nicht TCP!)
  3. Eher deutlich unwahrscheinlich ist der Verdacht, dass rottenneighbor.com (rackspace.com) Serverprobleme hat, da die Zugriffe von „gesperrten“ Zugängen anscheinend „stabil“ nicht möglich sind, von offenen Zugängen aber stabil stets zugegriffen werden kann.

Am wahrscheinlichsten erscheint mir derzeit die Theorie, dass Rackspace.com aus Deutschland die Aufforderung bekam, den Zugriff zu sperren und dieses über eine Liste von Dial-Up-IPs realisiert wurde. Die dann interessante Frage ist: Wer oder was hat Rackspace.com motiviert diese Sperre zu installieren?

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Schlussfolgerungen findet man hier