Unser Aussenminister wird schwersten gelobt – ausgerechnet von Gaddafi

Der libysche Machthaber teilt die Europäer in gut und böse auf. Lob gibt es für die zurückhaltenden Deutschen.

schreibt die FTD. Und weiter:

Deutschland steht einer Flugverbotszone skeptisch gegenüber. Die Bundesregierung will sich nicht in einen Bürgerkrieg ziehen lassen.

Ich hasse den Imperialismus, habe ihn schon immer gehasst. Egal ob Staats- oder Wirtschaftsimperialismus. Aber ein Einsatz in Libyen ist kein Fall eines Erweitern des eigenen Einflussbereiches (wie z.B. in Afghanistan), sondern ein Akt von humanitärer Hilfe.

Dieses kann problemlos und mit voller Deutlichkeit auch in Richtung Gaddafi kommuniziert werden. Allerdings muss die Arabische Union dem Einsatz zustimmen. Nur diese Gemeinschaft kann die Verantwortung für diese militärischen Akt übernehmen.

Das rumgeeiere unserer Wirtschaftsvertreter mit Ministeramt allerdings macht mich böse. Denn es ist nur ein weiterer Beweis, dass die Leute zwar ein grosses Portemonnaie aber keinen Arsch in der Hose haben.

Freaks, die keinen Hack mehr erkennen #CCC

Wenn ihr mal einen Moment Zeit habt und euch über Hirsel amüsieren wollt, dann müsst ihr den Heise-Artikel über die CCC-Mitgliederversammlung durchlesen und vor allem die Kommentare!

Ein Nebenkriegsschauplatz ist die Einstellung der jährlichen Zahlungen des CCC an den Ausrichter des Big-Brother-Awards, den FOEBUG:

Bei anderen Unterstützungsmaßnahmen ging der CCC auf Sparkurs. So wurde der jährliche Zuschuss von 6000 Euro für die deutschen Big Brother Awards gestrichen. Der FoeBuD als Ausrichter des Negativpreises habe über acht Jahre hinweg keine Rechnungen eingereicht.

Hey, 6.000,-€ jedes Jahr für die ich keine Einnahmequittung vergeben muss, sind schon interessant. Für den CCC (und die Kassenprüfung!) gefährlich und für den FOEBUD – wenn man boese unterstellen will – ein steuerfreies Handgeld von 500€ jeden Monat – über insgesamt sechs Jahre. 36.000€ sind beileibe kein Pappenstiel.

So richtig bunt wird es aber erst, wenn wir uns das Thema „Adhocracy“ anschauen. Hierbei geht es um Bürgerbeteiligung, wie sie auch z.B. von der Piratenpartei gefordert wird. Also eine Sache, der jeder Bürger aufgeschlossen und-  zumindest verhalten – positiv gegenüber stehen sollte. Die Machthaber in Deutschland wollen dieses System aber nicht:

Der Ältestenrat des Deutschen Bundestages hat nach mehr als drei Monaten intensiven „Nachdenkens“ am 27. Januar die Unterstützung des Online-Beteiligungssystems Adhocracy abgelehnt. Als Gründe wurden hohe Kosten und eine lange Einführungszeit vorgeschoben – aus Sicht der Netzöffentlichkeit faule Ausreden, mit denen der strukturelle Unwillen gegenüber einer Bürgerbeteiligung an der Enquête-Kommission verdeckt werden soll.

Quelle: CCC. Auf den Kommentarseiten zu dem Heise-Artikel  wird nun dem CCC vorgeworfen, er würde sich anschleimen, wäre in der Mitte der Gesellschaft angekommen und der Dinge mehr. Was keiner der Kommentatoren zu begreifen scheint ist, das der CCC der Bundesregierung die sehr lange Nase zeigt: Der Staat, mit seinen Milliarden für die Banken und den Millionen für die Hotels, kann diese 80.000€ nicht aufbringen – dann macht es eben ein „kleiner“ e.V.

Wenn das kein Hack ist, dann gibt es auf diesem Planeten keine Hacks mehr. Es geht darum etwas zu erreichen. Man kann monatelang nutzlos in Gremien heulen – oder einfach etwas tun. Der CCC tut etwas für die digitale Gesellschaft, und genau dafür ist er da.

Wie Ackermann an das Iren-Schwein kam

Ist das nicht eine großartige Headline? Leider ist sie nicht von mir, sondern vom Spiegel. Der Spiegel in dem zu lesen ist:

Josef Ackermann, der „Banker des Jahres“, lacht sich kaputt. In der Hand hält er ein rosa Sparschwein, beklebt mit einer Irland-Fahne.

Der Artikel ist eigentlich eine Selbstbeweihräucherung des ehemaligen Nachrichtenmagazins, bringt es aber dennoch auch den Punkt: Ackermann lacht sich schlapp. Mit seinem Einsatz in Brüssel (vor den EU-„Machthabern“) hat er es geschafft seiner Bank mal eben knapp 100 Milliarden in Irland versenktes Euros zu retten. Geld, dass ansonsten wahrscheinlich hätte  abgeschrieben werden müssen.

Aber wer sich wie Ackermann pervers indirekt an den Steuergeldern (auch der Arbeitslosen und Wenigverdiener!) labt, wie der gierige Schweizer, der braucht keine Bad Bank.

Und wieder wurde die Deutsche Bank subventioniert, damit Ackermann auch in Zukunft Boni zahlen kann.