Kungelt die Berliner Polizei mit „Rechts“?

Als ich eben den folgenden Artikel im Tagesspiegel bezüglich der gescheiterten Stürmung des Justizministeriums las

Ein Fotograf, der die Aktion beobachtete, kritisierte einen „kumpelhaften Umgang der Polizei mit den Nazis“ und nannte diesen „wirklich skandalös“. Es seien von den „Identitären“ Bengalos abgebrannt und Widerstand geleistet worden. Doch nicht einmal der Sprinter eines Mietwagenunternehmens, in dem die Leitern waren, sei beschlagnahmt worden, „der konnte einfach in Ruhe wegfahren“. Auch der Kameramann der IB, der von Anfang an die ganze Aktion gefilmt habe, habe nicht einmal seine Speicherkarte abgeben müssen.

erinnerte ich mich an ein Erlebnis welche viele Jahre her ist. Wir stellen uns mal kurz vor, das wären „linke Gesellen“ gewesen? Wäre es dort so ebenfalls so „freundlich abgegangen? Irgendwie schwer vorstellbar.

Ich war ja vor vielen Jahren einmal Vaterlandsverteidiger (damals, als die Bundeswehr noch den Igel als Symbol der Truppe hatte).

Bundeswehrigel

Die Bundeswehr als defensive Armee

Viele Jahre nach meiner Bundeswehrzeit traf ich einen ehemaligen „Kameraden“ wieder, der nach der Dienstzeit zur Polizei in Berlin ging. Auf meine Frage, was er denn da jetzt mache wurde mir mitgeteilt dass er im Bereitschaftszug ist. Ich war verwundert, war ich doch der Meinung, dass die Frischlinge der Polizisten vorrangig im Bereitschaftszug sind, bis sie fest auf eine andere Dienststelle versetzt werden. Ich fragte nach und bekam die Antwort: „Ich bin freiwillig dort. Nur im Bereitschaftszug kann man den Linken bei Demos so richtig aufs Maul hauen“. Das Treffen wurde dann sehr kurzfristig von mir beendet. Der „Kollege“ stellte sich als resistent heraus, was etwaige Kritik an seiner Meinung angeht. Dieser Vorfall ist aus mehreren Gründen bemerkenswert:

  • Zu seiner Bundeswehrzeit hat er sich niemals derart geäußert. Ich habe eng mit ihm zusammengearbeitet und es wäre mir mit Sicherheit nicht verborgen geblieben, wenn er derartige Ambitionen gehabt hätte. Entweder hat er diese Einstellung damals gut verborgen, oder er wurde erst bei der Berliner Polizei „verdorben“
  • Da dieser Vorfall nun ca. 20 Jahre her ist, dürfte sowohl diese Person – als auch sein damaliges Umfeld – ein paar Stufen der Hierarchie erklommen haben. Ob als verantwortlicher Zugführer, Ausbilder oder ähnliches kann man auch politisch einiges an Einfluss auf Einsätze und junge Polizisten ausüben.

Ich bin überzeugt, es sind Einzelfälle. Aber sie wirken sich aus. Sowohl auf das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit, als auch generell gesellschaftlich. Wo ist nur der Schutzmann von früher geblieben? DEN möchte ich gern wiederhaben.

Aufmerksamkeits- oder Lügenpresse?

Wie kommt es, dass den Medien von immer mehr Menschen (so auch mir) nicht mehr der nötige Ernst entgegen gebracht wird? Ist dass was als Lügenpresse bezeichnet wird das vorrangige Problem?

Immer wieder lese ich Überschriften oder Anreißer, die vor allem einen Sinn haben: Den Nutzer auf die Webseite zu lockern. Selbst Banales wird als sehr interessant angerissen. Gerade bin ich über ein Posting der Hamburger Morgenpost gestolpert, welches aufmacht mit: Nichts für schwache Nerven Im Video: Porno-Star wird von Hai gebissen.„. Gibt es schönere Trigger als „nichts für schwache Nerven“ in Verbindung mit „Porno-Star“? Schnell klicken und anschauen, vielleicht kann man nackte Haut sehen und nebenbei wird sogar noch Drama versprochen.

Hat diese Nachricht für den überwiegenden Teil der Bevölkerung einen Nachrichtenwert? Ich denke dem ist nicht so. Warum also wird uns diese „Nachricht“ präsentiert? Der Grund ist banal: Es geht darum den User auf die Webseite  zu ziehen um dort mittels der Werbung Ertrag zu erwirtschaften. Und genau das erscheint in meinen Augen eines der Probleme der Medien in der heutigen Zeit zu sein. Es geht nicht mehr darum zu informieren, sondern den Nutzer als Werbeempfänger zu ködern.

Die Steuerung durch Werbung ist nicht neu

RTL und SAT1 praktizieren es im Fernsehen seit vielen Jahren. Demütige-mich Shows ohne Ende, aber solange es eine ausreichende Anzahl von „Spannern“ gibt, die sich daran ereifern, geht das Konzept aus: Die Zuschauerzahlen stimmen und die Werbung erzielt Ertrag. Auch bei den Printmedien ist das Problem „Wie locke ich Nutzer auf meine Webseiten“ nicht erst seit heute zu beobachten. Was ich allerdings glaube festzustellen ist, dass dieses Problem immer weiter eskaliert.

Verwässerung fehlende Ortsangabe

Ein weiteres Detail ist, dass eine Dramatisierung durch Auslassung von z.B. Ortsangaben geschieht. Generell macht es natürlich keinen Unterschied, wo ein Sack Reis umgefallen ist. Dennoch kann man seine Leser durch das Auslassen von Ortsangaben ködern. Eine Meldung „2 Häuser nach Überschwemmung unbewohnbar“ würde weltweit bei jedem Leser des Teasers für Interesse sorgen. Es könnte ja sein, dass dies in meiner direkten Umgebung stattfand, vielleicht ist ein Verwandter oder Bekannter von mir betroffen. Wenn die Ortsangabe „in Kenia“ im Teaser angegeben ist, wäre die Klickrate sicher deutlich niedriger.

Antriggern von Befindlichkeiten

Gern wird auch mit Befindlichkeiten gearbeitet. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die „Journalisten“ in den Onlineredaktionen die sozialen Medien sehr genau verfolgen um dann – quasi nach Befindlichkeit des Tages – Überschriften und Meldungen des Tages platzieren. War die Meldung bezüglich eines Übergriffes einer südländisch aussehenden Person vor 5 Jahren eher minder interessant, so kann man sich heute sicher sein, dass ein gewisser Personenkreis direkt auf die Meldung reagiert. Natürlich wird eine derartige Meldung auch schnell – in gewissen Kreisen – verbreitet. Ziel erreicht.

Nehmen wir heute anders wahr?

Vor der Digitalisierung kaufte der Leser das komplette Exemplar der Zeitschrift. Es ging nicht darum einzelne Artikel besonders hervorzuheben. Die Erlös durch Werbung war abhängig von der Auflage des Ganzen. Der Leser kam vielleicht auch an der Meldung mit dem Pornosternchen und dem Haiangriff vorbei, nahm dies aber im großen Umfeld von politischen und gesellschaftlichen Themen kaum wahr. Heute werden uns gerade die besonders heischenden Meldungen auf diversen Kanälen nur so um die Ohren gehauen. Wir nehmen diese Meldungen heute also verstärkt wahr und werten auch über diese Wahrnehmung die Relevanz des Mediums. Sollte als die Hamburger Morgenpost es schaffen immer wieder mit dieser Art von Meldungen massiv geteilt werden, rutsch sie in unserer Wahrnehmung auf die Ernsthaftigkeit einer schlechten Schülerzeitung herab. Selbst wenn das Medium Morgenpost durchweg auch korrekt recherchierte und informative, wertvolle Meldungen sendet, würden wir anfangen die Morgenpost zu ignorieren.

Das Problem heißt nicht Lügenpresse sondern Monetarisierung

Ich unterstelle, dass es ausreichend Journalisten gibt, die darauf erpicht sind gut recherchierte Artikel zu publizieren. In der heutigen Welt lassen sich aber Artikel schlicht besser (über Werbeeinnahmen) vermarkten, wenn diese reißerisch überschrieben sind. Der Leser wird zwangsläufig enttäuscht zurück gelassen, da der Artikel oftmals nicht das Versprechen der Überschrift halten kann.

Meine persönliche Analyse

Wir haben kein wirkliches Problem mit einer lügenden Presse. Vielmehr liegt das Problem darin begründet, dass die Meldungen oft nicht mehr das halten, was die Überschrift verspricht. Auch die reißerischen Überschriften lassen uns hilflos werden, wenn wir schlicht sinn- und wertvolle Informationen suchen. Medien – die ernst genommen werden wollen – sollten sich von dem eingeschlagenen Weg verabschieden. Sicher ist es quasi unerträglich, dass die Meldung mit dem Porno-Hai große Werbeeinnahmen erzielt, während die gut recherchierte Dokumentation nur sehr schleppend wahrgenommen wird. Es schmerzt, wenn im Medium Fernsehen DSDS mehr Zuschauer anlockt als Formate wie QUER, Report oder ZAPP. Aber die Frage ist doch: Wo wollt ihr hin, liebe Medien? Wenn ihr ernst genommen werden wollt, müsst ihr genau daran arbeiten.

Wählerverhalten: Rechts oder Links wählen. Und warum?

Wo steht der Wähler heutzutage? Wenn wir uns die Wahlen in den USA und in Frankreich anschauen, sowie die Lage der politischen Landschaft in Deutschland, so komme ich zu ein paar Folgerungen was das Wählerverhalten angeht.

  • Nach 1945 war alles was „links“ im politischen System einzuordnen war, schlicht verpönt. Dazu zählt sicherlich auch der US-amerikanische Einfluss sowie der Kalte Krieg, nachdem die westlichen Industrienationen dem sozialistisch-kommunistischen System (welches bei Licht betrachtet auch nur Diktaturen waren) massiv entgegen standen.
  • Auch wenn Deutschland „entnazifiziert“ wurde, so hat sich – auch über ’68 hinaus – der Muff aus Tausend Jahren doch in vielen Köpfen gehalten. War doch der Rechte Gedanke immer noch besser als wie die „da drüben“ zu denken.
  • In den letzten Jahrzehnten haben sich die Konzerne breit gemacht. Im Kapitalismus muss man wachsen, was zwangsläufig dazu führt, dass Megakonzerne entstehen, welche wiederum Megaeinfluß auf Politik und Gesellschaft nehmen.

Was folgt aus diesen Betrachtungen?

Wenn wir obiges als gegeben hinnehmen, fällt es leichter die derzeitige Situation zu bewerten (zumindest wenn man die gleichen Schlüsse zieht wie ich 🙂

Aufgrund des Einflusses der Konzerne hat sich die sogenannte Einkommensschere weiter geöffnet. Dieses liegt nur sekundär an den gierigen Managern. Die Manager bekommen nur einen Anteil an dem Erfolg ihrer Tätigkeit. Es ist vor allem der Gier nach Wachstum der Investoren geschuldet. Investoren, die sich brüsten können dass sie durch die Globalisierung auch in der dritten Welt Arbeitsplätze schaffen. Aber fallen wir doch nicht darauf herein: Die Arbeitsplätze werden in den Billiglohnländern nur geschaffen, weil dort die Möglichkeit der Profitmaximierung grösser ist (Einkauf/Erstellungskosten vs. Verkaufspreis). Aus dem gleich Grund tut die Agenda 2010 der deutschen Wirtschaft gut: Denn Deutschland ist – zumindest teilweise, und im europäischen Vergleich – zu einem Billiglohnland geworden. Wichtig ist hier, dass man den Lohn der Arbeiter und Angestellten von den Profiten der Konzerne trennt. Das sind zwei paar Schuhe.

Was hat das nun mit der politischen Ausrichtung der Wähler zu tun? Wenn man sich in Deutschland das Wahlprogramm der AFD anschaut (oder in den USA die Wahlversprechen von Donald Duck), dann kommt man zu dem Ergebnis dass ein gerüttelt Maß der Forderungen angeblich dem einfachen Arbeiter zugute kommen soll. Aber sind „Ausländer raus“ oder „Make USA great again“ typische Themen, mit denen die Arbeitnehmer gelockt werden? Nein, dieses sind Themen aus der rechten, nationalistischen Ecke. Der typische Vertreter der Arbeiterschaft fühlte sich früher einmal auf der „ganz sanft linken“ Seite (sozialdemokratisch) des Spektrums zuhause. Hier wurden seine Interessen vertreten und er dankte dies. Aber die Sozialdemokratie wurde satt. Schön ist dieser Wandel auch bei den Grünen zu beobachten: Früher eher antikapitalistisch und umweltschützend, tragen diese heute den Bau von Kohlekraftwerke mit.

Wie also entscheidet der Wähler von heute?

Mit Links tut er sich – anerzogen – oftmals schwer. Die Altparteien werden von „haben wir schon immer gewählt“ und „alles besser als Links oder Rechts getragen. Allerdings fühlen sich immer mehr Wähler von der derzeitigen Politik abgehängt. Also bleibt nur der Blick auf das rechte Spektrum, welches verspricht sich der Sorgen des kleinen Mannes anzunehmen. Mit diesem Heilsversprechen schafft es in den USA sogar der Multimilliardär Trump das Volk der Arbeiter hinter sich zu versammeln.

Die Altparteien (vor allem diejenigen aus dem historisch sanft-linken Spektrum) müssen eine Kehrtwende um 180 Grad schaffen, sich von den Unternehmen lösen und wieder Sozial-demokratische Politik machen. Den Versprechungen geht langsam die Luft aus, es müssen Taten folgen. Die Macht der Konzerne muss eingedämmt und der einfache Bürger wieder in das politische Leben zurück geholt werden.

Trump: Kommentar zu seiner Antrittsrede

Vorab: Ich habe Hoffnung, ja ich habe wirklich Hoffnung, dass weder die Welt noch die USA unter Donald Trump untergehen wird. Und zwar aus exakt den gleichen Gründen, aus denen Barack Obama derartige Probleme hatte das US-Gesundheitssystem zu reformieren und  er es auch nicht schaffte Guantanamo Bay zu schließen: Senat und Kongress. Diese beiden Institutionen stehen zwischen dem Präsidenten und seinen Zielen. Zwar darf man davon ausgehen, dass die Wirtschaft (welche ja vom Multimilliardär Trump vertreten wird) es wesentlich einfach unter der Regierung Trump haben wird. Aber es wird wahrscheinlich (hoffentlich) ein gewisses regulierendes Moment zwischen Trumps Phantasien und deren Umsetzung liegen.

Nun aber zum eigentlichen: Meinen Kommentaren zu seiner Antrittsrede, die – in meinen Augen – zeigt, dass er den Übergang von Wahlkampfmodus zu präsidialem Verhalten noch nicht vollzogen hat.

Auszüge der Antrittsrede des 45ten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika (Quelle der Rede: FAZ)

We, the citizens of America, are now joined in a great national effort to rebuild our country and to restore its promise for all of our people.

Rebuild? Wiederaufbau? Das hört sich so an, als wenn seine Vorgänger das Land in Schutt und Asche übergeben haben. Sieht es in den USA wirklich so schlimm aus, wie in deutschen Städten nach den Bombennächten? Oder hat ein Tsunami/Orkan die USA total geplättet?

Together, we will determine the course of America and the world for years to come. We will face challenges. We will confront hardships. But we will get the job done.

Confront Hardships? Mühsal? Wenn Trump so viel Unterstützung bekommt, wie Obama in Sachen Patient Protection and Affordable Care Act (vulgo Obamacare) erfahren hat, dann viel Spaß. Wenn „get the job done“ bedeutet z.B. den Patient Protection and Affordable Care Act (vulgo Obamacare) zu revidieren, dann gute Nacht Amerikaner.

Every four years, we gather on these steps to carry out the orderly and peaceful transfer of power, and we are grateful to President Obama and First Lady Michelle Obama for their gracious aid throughout this transition. They have been magnificent.

Moment, eben erzählt er noch(sinngemäß), dass das Land in Scherben liegt und nun dankt er seinem Vorgänger? HALT! Genau lesen! Inhaltlich dankt er Obama nur für die Übergabe, nicht für seine Tätigkeiten während seiner beiden Amtszeiten – dann ist ja gut.

Today’s ceremony, however, has very special meaning. Because today we are not merely transferring power from one Administration to another, or from one party to another – but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the American People.

Jepp – da bin ich voll bei ihm, wenn ich mir anschaue wen er zu Beratern und Ministern macht/gemacht hat. DAS ist das Volk (der Banker und eben des Sumpfes, den Trump versprach auszutrocknen). „The american people“ meint wahrscheinlich „american people making money in Wallstreet“.

For too long, a small group in our nation’s Capital has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished – but the people did not share in its wealth.

Ähh, siehe oben: Berater und Minister. BTW: Wie kommt es,dass Trump so viel Kapital ansammeln konnte, schließlich soll er Milliardär sein. Wieso hat er seinen Angestellten nicht mehr bezahlt? Warum hat er die Mieten in seinem Immobilien nicht gesenkt? Und ist es nicht so, dass es das „alte Amerika“ ist, das Probleme hat? Sind es nicht „neue“ Firmen, die immer noch am Puls der Zeit Geld verdienen und auch in den USA Arbeitsplätze schaffen?

Politicians prospered – but the jobs left, and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories; their triumphs have not been your triumphs; and while they celebrated in our nation’s Capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

Ja, da hat er recht. Viele Menschen darben – da geht es den Amerikanern nicht besser als vielen Menschen in anderen Industrienationen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es Ländern und Regionen auf diesem Planeten gibt, in denen es den Menschen noch deutlich schlechter geht. Empathie geht anders.

This is your day. This is your celebration. And this, the United States of America, is your country.

What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people.

Das sagt doch nicht ausgerechnet DER Mann, der den Medien nicht gerade offen gegenüber steht? Wie soll das Volk die Arbeit der Regierung kritisch bewerten, wenn kritische Journalisten mit kritischen Fragen der Mund mit einem knappen „You’re fake news“ verboten wird?

Americans want great schools for their children, safe neighborhoods for their families, and good jobs for themselves.

„Safe neighborhood“? Da wird die Waffenlobby GANZ sicher nicht mitmachen.

These are the just and reasonable demands of a righteous public. But for too many of our citizens, a different reality exists: Mothers and children trapped in poverty in our inner cities; rusted-out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation;

Ja, DA hat er recht. Ganze Industriezweige haben Aufgaben ins Ausland verlagert, wo die Steuern und Löhne niedriger sind. Nur so kann ein Produkt derart preiswert auf den (amerikanischen) Markt gebracht werden, dass der einfache Arbeiter dieses auch erwerben kann. Mich würde interessieren, was all die EDV- und Elektrogeräte kosten würden, wenn diese von US-Arbeitern gebaut werden. Ja, alles hat zwei seiten – und man muss stets beide Seiten und vor allem auch die Folgen seiner Forderungen und Entscheidungen betrachten.

We are one nation – and their pain is our pain.  Their dreams are our dreams; and their success will be our success.  We share one heart, one home, and one glorious destiny.

Share? Teilen? Trump will/wird teilen? Hmmm, schwer zu glauben. Wo er doch nicht mal bereit war, seine Steuererklärungen (mitzu)teilen.

The oath of office I take today is an oath of allegiance to all Americans. For many decades, we’ve enriched foreign industry at the expense of American industry; Subsidized the armies of other countries while allowing for the very sad depletion of our military; We’ve defended other nation’s borders while refusing to defend our own;

Die eigenen Grenzen wurde nicht verteidigt? Hmm, wann wurden die Grenzen der USA denn das letzte mal angegriffen? Kann mir da mal jemand helfen? Oder ist das nur eine Anspielung auf den Bau der BerlinerMexikanischen Mauer?

And spent trillions of dollars overseas while America’s infrastructure has fallen into disrepair and decay. We’ve made other countries rich while the wealth, strength, and confidence of our country has disappeared over the horizon. One by one, the factories shuttered and left our shores, with not even a thought about the millions upon millions of American workers left behind.

Ob die US-Waffenlobby ebenso denkt? All die Milliarden, die in die Rüstung gesteckt wurden, halfen doch schließlich US-Arbeitsplätze zu sichern. Und natürlich die Shareholder der Konzerne bei Laune zu halten. Waren es nicht die Rüstungsausgaben des zweiten Weltkrieges, die der US-Wirtschaft damals so richtig auf die Beine half?

The wealth of our middle class has been ripped from their homes and then redistributed across the entire world.

Ja stimmt. Die Mittelschicht hat durch die Bankenkrise sehr viel verloren. Und wer hat sich die vernichteten Werte in die Taschen gesteckt? (Ich gebe mal ein Tipp: Sprecht mit einigen von Trumps Beratern und Ministern, die haben Insiderinformationen). Auch hat Trump selbst sehr viele seiner Geschäfte mittels Subventionen gemacht. Auch dies geschah wohl auch auf Kosten des „kleinen Mannes“

We will build new roads, and highways, and bridges, and airports, and tunnels, and railways all across our wonderful nation.

Wir werden Autobahnen bauen… Erinnert mich an jemanden …

We will follow two simple rules: Buy American and Hire American.

Kauft nicht beim Marsianer! Kapselt euch ab. Wie nennt man das nochmal? Nationalistisch. Ich sehe da Parallelen zu gewissen Stimmen in Deutschland.

We will reinforce old alliances and form new ones – and unite the civilized world against Radical Islamic Terrorism, which we will eradicate completely from the face of the Earth.

Und das alles ohne dass US-Militär das zu Auslandseinsätzen ausrückt(siehe oben)? Ambitioniertes Unterfangen.

We will be protected by the great men and women of our military and law enforcement and, most importantly, we are protected by God.

Ja, und damit sind wir beim Kern so vielen Elends: Gott ist auf unserer Seite. Verdammt – wie wenig ich DIESE Gläubigen wertschätze.

Finally, we must think big and dream even bigger.

In America, we understand that a nation is only living as long as it is striving. We will no longer accept politicians who are all talk and no action – constantly complaining but never doing anything about it. The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action.

Jau, DARAUF komme ich in nächsten Kommentar zurück: Es wird agiert!

Do not let anyone tell you it cannot be done.  No challenge can match the heart and fight and spirit of America. We will not fail. Our country will thrive and prosper again.

We stand at the birth of a new millennium, ready to unlock the mysteries of space, to free the Earth from the miseries of disease, and to harness the energies, industries and technologies of tomorrow.

Hier stelle ich fest, dass Trumps Team tatsächlich verdammt schnell agiert. Schon sehr kurz nach der Vereidigung wurde die Webseite des weißen Hauses angepasst und neue Direktiven der Regierung veröffentlicht:

[Zitat der Webseite des weißen Hauses]President Trump is committed to eliminating harmful and unnecessary policies such as the Climate Action Plan and the Waters of the U.S. rule. Lifting these restrictions will greatly help American workers, increasing wages by more than $30 billion over the next 7 years.

Ja, er wird die Erde retten indem er die Umwelt verschmutzt. Ihr werdet Atemprobleme haben, sauberes Wasser wird teurer werden und ihr werdet krank werden – ABER ihr habt vor eurem Tod noch einen Arbeitsplatz gehabt.

Apropos Webseite des weißen Hauses. Da gibt es auch noch folgendes Schmankerl zu finden:

With decades of deal-making experience, the President also understands how critical it is to negotiate the best possible trade deals for the United States.

Impulse hat da mal eine kleine Aufstellung der Pleiten des GröGaZ (Größter Geschäftsmann aller Zeiten) zusammen gestellt.

Kampf gegen „Rechts“ – heiligt der Zweck die Mittel?

Gestern postete Hagen Eichler bei Twitter folgendes. Und machte mich nachdenklich.

Erster Gedanke: Super Aktion. Es gibt Ansichten und Ziele, die dürfen in einer/unserer Demokratie keinen Platz finden.

Reaktion meines Hirns auf den ersten Gedanken: Erinnerst Du dich an an Rosa Luxemburg – „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“

Ich erschrak vor mir selbst. Bin ich doch ein (manchmal schwächelnder, nicht perfekter) Vertreter des kategorischen Imperativs (auf den sich nebenbei auch Luxemburgs Aussage stützen kann): „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“. Dies wurde später in der Sponti-Version vereinfacht in „Was Du nicht willst, was man dir will – das will auch keinem – was willst denn Du?“

Nun stand ich da und war im Zwiespalt. Einerseits kein Fußbreit den „Anderen“, was aber wenn auch mir irgendwann kein Fußbreit mehr gewährt wird? Ich teilte meine Gedanken mit der besten Ehefrau von allen (Kishon irrte..) und sie merkte an: „Die“ haben sich vor ’33 auch immer an Gesetze gehalten und sind dennoch an die Macht gekommen. BÄMM Das saß. Und nun? Ist dies der Moment wo die Ausnahme die Regel definiert? Wo Widerstand – trotz allem – zur Pflicht wird? Ich bin zerrissen. Auch nach Ablauf einer Nacht habe ich keine Meinung bilden können, die ich mit gutem Gewissen und voller Überzeugung vertreten kann. Es ist quasi so, als sollte das Grundgesetz (speziell Art.3 Abs.3) geschützt werden, indem man gegen es verstößt.

HILFE! Bitte um Diskussion und Hilfestellung zur eigenen Meinungsbildung.