Zeigt jemand den Bundesinnenminister an?

Wenn Alvar Freude in seinem Blog berichtet, dass das Innenministerium das BKA auffordert geltende Gesetze NICHT einzuhalten, dann frage ich mich welche Macht in diesem Staate mich dann noch zur Gesetzestreue erziehen soll?

Mir liegt der finale Entwurf des Erlasses (PDF; 2,4 MB) vor, mit dem das BKA angewiesen wird, das Zugangserschwerungsgesetz nicht umzusetzen. (Alvar)

Die Aufgabe des Bundesinnenministeriums:

Die wichtigste Aufgabe des Bundesinnenministers ist die Gewährleistung der Sicherheit unseres Landes. Der Schutz des Einzelnen vor Gewalt, sei es krimineller oder terroristischer Art, ist eine Voraussetzung für die freie Entfaltung seiner Möglichkeiten. (Quelle)

Wird die Sicherheit nicht durch Einhaltung von Gesetzen aufrecht erhalten? Darf ich jetzt auch die Steuergesetze nicht einhalten? Oder anders gefragt: Nach welchen Voraussetzungen wird definiert, wann sich wer über welche Gesetze hinweg setzen darf?

Die Regierung und deren Erfüllungsgehilfen machen sich ein ums andere Mal lächerlich.

Vodafone und Telefonsupport

Hach, diese supertoll-innovative Firma Vodafone. Im Web 2.0 versucht sie sich erfolgreich aufzustellen, aber wie man telefonischen Support liefert ohne seine Kunden sauer zu fahren, DAS bekommen sie nicht gebacken. Man will ja nicht viel: Nur eine Rechnung bekommen, die der Buchhaltung nicht vorliegt. Also eine 0800-Nummer anrufen. Freundlicherweise wird man zu Beginn gefragt, ob man sich per erfolgloser Sprachsteuerung oder doch lieber per Tastatur durch das Menü hangeln will.

Was dann passiert habe ich zum Anlass genommen mich mal bei denen auf den Putz zu hauen. Wie bei denen Support buchstabiert wird, da ist ja 1&1 noch besser aufgestellt.

Ich habe heute 4x versucht dieses Anliegen telefonisch vorzutragen, bin allerdings jedesmal nach beträchtlicher Wartezeit – mit Ansage!! – aus der Warteschlange geworfen worde. Das empfinde ich als Frechheit und Diebstahl meiner Zeit! Entweder lässt man mich warten, oder man gibt ein „Besetzt“ aus. Erst alle Eingaben machen lassen, dann warten lassen um DANN aus der Warteschlange zu kicken ist eine Frechheit! und an Ignoranz gegenüber dem Kunden kaum zu überbieten.

Ich will da weg! Und im Oktober läuft der Vertrag aus – dann bin ich da auch weg!

Der Winter und die Selbstreinigung der Wirtschaft

Wer mein Blog aufmerksam liest weiss, dass ich ein Freund der Theorie von der Selbstreinigungskraft der Wirtschaft bin. Und dieser Tage wird im Bereich Winterdienst kräftig aufgeräumt – auch ohne dass diesmal unser Vizekanzler seine unseligen Finger in das Gewerbe steckt.

Die wirtschaftlichen Folgen des Winters sind dramatisch: Kleinere Räumdienste haben mit ihren Kunden, den Hauseigentümern, Verwaltern oder Behörden, oft pauschale Verträge ausgehandelt. Mehrkosten für Streugut und Personal waren nicht einkalkuliert. Branchenkenner rechnen jetzt mit einer Pleitewelle. (Quelle Welt)

Sowas passiert, wenn man sein Gewerbe auf zu dünnen Beinchen aufbaut. Man muss keine Professur in Meteorologie und Betriebswirtschaft haben um die drei massgeblichen Fehler zu attestieren, die von den anstehenden Pleitiers gemacht wurden:

  1. Keine langfristige Planung in Sachen Kostenanalyse
  2. Etwaige Einnahmen bei „milden“ Wintern wurden verbraten (Schatz, wir fahren in den Urlaub), Rücklagen sind ein Fremdwort
  3. Es wurden – wieder einmal – Kunden über das günstigste Angebot akquiriert.

Nun werden also die Billigheimer und wirtschaftsschwachen Unternehmen von uns gehen. Aber wird dies die Branche beruhigen? Ich wage zu behaupten: Nein! Denn so ein Winter wie wir ihn jetzt gerade geniessen können hat man nicht alle 2 Jahre. Das heisst: Schon im nächsten Winter werden wieder Billigheimer die freigewordenen Verträge mit Hausbesitzern zu Niedrigkonditionen übernehmen und wahrscheinlich – weil es ja so gut läuft – auch den vernünftig kalkulierenden Unternehmern ein paar Kunden abspenstig machen. Dies geht solange gut, biss der nächste strenge und lange Winter ansteht.

Wer dabei gewisse (ferne) Ähnlichkeiten mit dem Schweinezyklus sieht, liegt wahrscheinlich richtig.