Managervergütung und Aktionärsinteressen

Die Welt (jaja) schreibt über die geplanten Änderungswünsche der neuen Koalition:

Bei der Frage der Vorstandsvergütung sind sich die Koalitionäre einig, dass diese „neu ausgerichtet werden“ muss. Dies soll vor allem durch eine Stärkung der Aktionärsrechte in den Hauptversammlungen geschehen. Künftig sollen alle Aktionäre über Grundsätze der Vergütung entscheiden.

AHA! Die Aktionäre entscheiden über die Managergehälter. Welcher Art sind die Interessen der typischen Aktionäre und durch wen sind diese Aktionäre bei den Aktionäreversammlungen vertreten?

Die Interessen der typischen Aktionäre sind deutlich kurzfristig und nahezu ausschliesslich vom eigenen Profit bestimmt. Ethik und Moral haben keinen Platz, wenn es ums Geld geht. Also werden die Aktionäre weiterhin diejenigen Manager belohnen, die den Aktionäre kurzfristig reiche „Beute“ bescheren. Dem Großaktionär ist es  (FAST, dazu kommen wir später) )egal wieviel ein Manager verdient, solange der eigene Profit stimmt.

Wenn man sich aber die Verflechtungen der Aktiengesellschaften untereinander anschaut, so kann ich mir vorstellen, dass Aktionär „A“ einen deutlichen Gehaltsvorteil bei Manager „B“ zustimmt, wenn dieser dann hintenrum dafür sorgt, dass auch bei dem Arbeitgeber von „A“ die Managergehälter freundlich steigen. So wird die Vorstellung der Koalitionsgespräche schnell zu einer Farce und ein weiterer Klüngel wird manifestiert.

Nachrichten die mir wirklich Hoffung geben

Es wird ja immer schwerer Nachrichten zu finden, über die man sagen kann „Das freut mich wirklich, weil es mir Hoffnung gibt“. Mit diesen Nachrichten meine ich nicht die schnöde Gehaltserhöhung oder die freudige Botschaft, dass sich Nachwuchs einstellt. Ich meine Meldungen wie:

Die israelischen Stadt Rosh-Haayin und Dachau gehen eine Kooperation ein – als Vorstufe zu einer Städtepartnerschaft. Das Angebot kam aus Israel, Dachau stimmte zu. Es ist die erste Zusammenarbeit dieser Art mit einer deutschen Stadt, in der die Nazis ein KZ eingerichtet hatten.

welche der BR vermeldete. Diesen – vorerst zwar zarten, aber dennoch wahrnehmbaren – Schritt werte ich als ein Zeichen von echter Versöhnung. Dahinter steht für mich sowohl Versöhnung als auch das Zuschütten von alten Gräben. Ich freue mich darüber.

Die Petze wird nicht bestraft

Siemens geht als Kartell-Kronzeuge straffrei aus Der deutsche Konzern und sechs Konkurrenten haben sich beim Verkauf von Transformatoren abgesprochen. Weil Siemens alles zugab, kommen die Münchner nun ohne Strafe davon. Alle anderen müssen kräftig zahlen.

schreibt die FTD. OK, die Straffreiheit wird über die Kronkorken Kronzeugenregelung gedeckelt. Aber schlußendlich steht Siemens nun als der lachende Sieger da: Erst werden die Kunden – durch die Preisabsprachen – ausgenommen und hinterher erwirbt man einen Wettbewerbsvorteil, weil man

  • Keine Strafe zahlen muss (Kostenminimierung)
  • In der Öffentlichkeit besser dasteht, als der Wettbewerb. Man war ja kooperativ.

Petzen ist eigentlich etwas fieses. Fand ich als Kind auch scheisse, wenn jemand mich verpfiffen hat. Wenn aber einer der Beteiligten gänzlich straffrei ausgeht, weil er gepetzt hat, so bekommt es einen sehr bitteren Beigeschmack.