Lachen und weinen

Vor einigen Tagen schrieb ich hier über die machtgeilen Wendehälse der Hamburger Grünen, dass es auch anders geht, zeigt jetzt gerade die SPD in Hessen. Weil sie Andrea Ypsilanti nicht unterstützen – resp. deren Ambitionen mit den Grünen zu koalieren und sich von der Linken tolerieren zu lassen – sind Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts aus der SPD-Fraktion ausgetreten. Insofern haben diese 4 einen „Arsch in der Hose“.

ABER: Ein ganz anderes, lächerliches Bild zeichnet sich gerade, denn seit dem 27. Januar 2008 sind die Bürger die Verlierer. Da wird eine Wahl durchgeführt und es passiert NICHTS. Koch ist weiterhin Ministerpräsident und lacht sich bestimmt scheckig über das Affentheater, dass dort auf der Laienspielbühne Hessen gegeben wird.

Mehr dazu hier und dort sowieso

Der Unterschied zwischen Angestellten und Managern

Ja es gibt einen Unterschied zwischen den Vielverdienern und Entscheidern und den Lohnknechten. Besonders deutlich wird dies, wenn man sich derzeit die Situation bei der Postbank anschaut.

Der Normalbürger (Homo Sapiens Vulgaris) muss in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten damit rechnen, dass er Gehaltseinbussen hinnehmen muss: „Sie wollen doch helfen die Firma zu retten“. Dies ist der absolute Standard, wenn es geht Kosten zu drücken um einen Ausgabenüberschuß so klein wie möglich zu halten. Als Manager sieht die Welt aber anders aus: Da wird einem besonders viel Geld in die Hand gedrückt, damit man das sinkende Schiff nicht verlässt:

Die Deutsche Postbank hat vor dem Einstieg der Deutschen Bank ihre Vorstände mit Millionenbeträgen zum Bleiben bewogen

(Hervorhebung von mir) und

Konkret genehmigte der Aufsichtsrat mit Post-Chef Frank Appel an der Spitze die einmalige Zahlung in Höhe eines Jahresgehalts. Die Boni wurden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im Aufsichtsrat gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter beschlossen.

schreibt die FTD. Ein Jahresgehalt extra. Na super. Vielleicht sollte man den Leiharbeitern in der Automobilindustrie auch einfach ein Jahresgehalt extra auszahlen, anstelle sie „freizusetzen“. Aber dieser Trick mit dem „Gehalt verdoppelen um die Firma zu retten“ klappt bestimmt nur bei Managern und NIEMALS bei abhängig Beschäftigten.

Der eigentliche Skandal bei der Postbank ist, dass die Arbeitnehmervertreter gegen die Sonderzahlung gestimmt haben: Diese Neider!

Regierung bewirft Wohlhabende mit Geld

Der FAZ kann man entnehmen, dass die deutsche Regierung sich auf ein Konjunkturpaket geeinigt hat. Damit soll – deshalb heisst es so – der Konjunktur ein kleiner Schubs gegeben werden. Das besondere an ALLEN Massnahmen, die irgendwie mit Geld ausgeben der Regierung zu tun haben ist, dass alle Bundesbürger dafür zu zahlen haben. Jeder Bundesbürger gibt schlicht 375€, damit ingesamt 30 Milliarden Euro verteilt werden können

Na, wenn es um unser aller Geld geht, schaun wir uns das doch mal an:

Man kann Handwerkerrechnungen nicht nur bis zu einem Betrag von 600€ sondern bis zu 1200€ jährlich von der Steuer absetzen.

Na, da höre ich doch schon die Sektkorken bei nahezu allen haushalten knallen. Baumärkte werden massenhaft Konkurs anmelden, da man zwar vorher kein Geld für Handwerker hatte und selbst bastelte, nun, wo man noch 375€ weniger pro Haushaltsmitglied zur Verfügung hat, passts aber. NUN ruft man den Maler an, der soll mal eben die Zweizimmerwohnung übertünchen.

Oder sind hier nicht eher diejenigen die Nutzniesser, die ein Häusschen oder eine Eigentumswohnung haben und insofern eher als „Besserverdiener“ bezeichnet werden könnten? Egal, dann kriegen die noch ein wenig Geld in den Arsch geschoben, passt schon.

Die Kraftfahrzeugsteuer für alle Neuwagen soll für ein Jahr entfallen.

Ich sehe schon die Schlangen der Hartz-IV Empfänger, Arbeitsloser, Leiharbeiter und anderer „wie komme ich nur bis zum Ende des Monats mit dem Geld aus“-Menschen vor den Autohäusern stehen. Auch ist der Anreiz klasse, denn wenn ich einen fetten V.8-Zylinder (was rede ich ZWÖLFZYLINDER!) kaufe, spare ich viel mehr, als bei einer kleinen Gurke, wie sie die Umweltschutzverbände sich wünschen. Aber egal.

Dumm nur, dass ausgerechnet wieder diejenigen, die schon über ausreichend Kapital verfügen um den Benzinverbrauch des fetten Autos zu zahlen, am meisten Geld sparen. Aber Mercedes, AUDI und BMW müssen ihre Lobbyisten ja auch irgendwie bezahlt bekommen.

Allein für günstige Kredite an kleine und mittlere Unternehmen ist ein zweistelliger Milliardenbetrag im Gespräch. Ein Schwerpunkt sei die ökologische und energetische Gebäudesanierung

Hmm, kleine und mittlere Unternehmen, KÖNNTE heissen, dass hier tatsächlich ein paar Arbeitsplätze erschaffen, oder zumindest sichern. ökologisch/energetische Sanierung hört sich auch gut an. Letztendlich eine „hintenrum Subvention“ zum Energiesparen der Imobilienbesitzer.

Da hätte man jedem Bürgern doch lieber einen Barscheck über eben diese 375€ zukommen lassen, DA hätten alle Zweige der Wirtschaft profitieren können. Aber dann wäre es ja zu einer Ungleichverteilung gekommen, denn die Minderverdienenden (die den Konsum wirklich antreiben können) hätten genausoviel davon gehabt, wie die Herren Vorstände und anderen Großverdiener.

Also alles in allem: Ich sehe die zeiten kommen, an denen nur noch Bundesbürger mit einem nachweislichen Jahreseinkommen von mindestens 250.000€ überhaupt wählen dürfen.