4000 Morde für eine Sterbehilfe

(via) Roger Kusch, der ehemalige Hamburger Justizsenator, hat eine Webseite ins Netz gestellt, auf der er die Preise für seine „Sterbehilfe“ veröffentlicht: Bis zu 8.000,-€ muss zahlen, wer sich von „Herrn“ Kusch vom Dies- ins Jenseits befördern lassen will. Charon, der Fährmann aus der griechischen Mythologie, war da etwas peiswerter: Er nahm nur einen Oboloi (davon kommt der Begriff Obulus), welcher die kleinste Münze darstellt, die es damals gab.

Einen anderen Wert hat das Leben in Kenia: Dort wird ein Obulus von 200 Schilling (ungefähr 2 Euro) für jeden getöteten Gegner gezahlt und Jugendliche erhalten umgerechnet 5,-€ am Tag, wenn sie Gewalttaten begehen. (via)

Ja Herr Kusch, in Kenia würden sie verhungern. Aber mit zwei Morden im Monat kann man hier wahrscheinlich schon sehr komfortabel Leben.

Totschlag ist das bewusste Hinnehmen und Wollen der Tötung eines Menschen, durch eigenes Handeln. Der Mord grenzt sich vom Totschlag z.B. durch die Anwesenheit von Habgier oder anderen niedrigen Beweggründen ab. Wer andere Menschen tötet und damit pro Tötung bis zu 8.000,-€ verdient, ist in meinen Augen ein Mörder.

Kein Viagra

Vor einer Weile fuhr ich (mit meinem Moped) eine einspurige Strasse, die im Strassenverlauf zweispurig wird. Hinter mir fährt ein „jünglicher, südländischer Mensch“ einen aufgemotzten Ford Mustang. Er muss – wegen des Gegenverkehrs brav mit 55-60km/h hinter mir herschleichen.

Als die Strasse dann zweispurig wird, war der Moment an dem das Unvermeidliche passieren muss: Runterschalten, röhrender Motor und ich werde von dem Mustang „verblasen“, der genervt ewige Minuten hinter mir herfahren musste.

Genau DIES geschah nicht: Ich befuhr die linke Spur (da ich in 500m links abbiegen musste), der Mustang fuhr auf der rechten Spur weiterhin „langsam“ versetzt hinter mir. An der nächsten Kreuzung wird die Ampel rot und wir beide halten nebeneinander. Ich deute dem Mustangfahrer an, er möge doch bitte das Fenster ein Stück öffnen und erkläre ihm, dass ich es angenehm finde, festzustellen, dass es Menschen seines Alters gibt, die nicht wie die Blöden durch die Strassen heizen. Seine Antwort liess mich schmunzeln und motivierte mich, diese Begebenheit blogerisch festzuhalten: „Den Wagen fahre ich weil er Spass macht – Ich habe genug Ego, ich muss nicht heizen“.

Tja, der fuhr ein Auto und keine Penisverlängerung.

Eine Relation

Fast alle Dresdner-Vorstände müssen gehen

betitelt die Welt einen Artikel. Das löst Beklemmungen aus. „Fast alle“ und „Vorstände„. Der geneigte Zielgruppenangehörige mag sich denken „Endlich auch mal die da oben“ oder „Siehste, nicht nur der Angestellte, auch Vorstände sind betroffen“. Das es sich um sieben von acht Vorstandsmitglieder handelt, macht – so rein prozentual gesehen – eine richtige Meldung aus. Aber es ist nichts neues, dass „Übernommene“ Manager ihren Schreibstisch im Keller wieder finden und dann irgendann – mit einer freundlichen „Ablösesumme“ aus dem Unternehmen scheiden.

So richtig interessant wird diese Meldung in Verbindung zu einer anderen, ebenfalls in der Welt erschienenen Meldung:

Commerzbank-Plan löst Panik bei Mitarbeitern aus

und

Der neue Bankenriese will allein in Deutschland 6500 Stellen streichen, sowohl im Privat- wie auch im Geschäftskundenbereich.

Das diese Stellenstreichungen nicht zwingend durch Entlassungen, sondern durch „Nichtbesetzen freiwerdender Stellen“ und „Förderung freiwilligen Ausscheidens“ erreicht werden solle, ändert nichts an der tatsache, dass es 6500 Arbeitsplätze für Bankkaufleute, IT-Mitarbeitern etc. eben in der deutschen bankenlandschaft nicht mehr geben wird. Arbeitsplätze die auch nicht „mal eben“ durch Einstellungen von anderen Banken neugeschaffen werden können. Und was der Mittelstand (der im Moment in Deutschland den höchste Anteil an Stellenneuschaffungen hat)  mit Bankkaufleuten soll, weiss auch niemand so recht.