Zu Risiken und Nebenwirkungen schauen Sie bitte auf unseren Kontostand

Was ich schon im Januar befürchtete, scheint sich zu bewahrheiten: Frischmilch verschwindet so langsam aber sicher aus den Regalen und wird für den Verbraucher zu einem wertvollen Gut.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen teilt mit:

Die freiwillige Selbstverpflichtung zur Milchkennzeichnung von herkömmlicher Frischmilch und länger haltbarer ESL-Milch ist gescheitert. Nur ein Drittel der Milch ist entsprechend der Selbstverpflichtung gekennzeichnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Überprüfung der Verbraucherzentralen von über 650 Milchpackungen in 80 Lebensmittelgeschäften. Eine weitere Erkenntnis: Traditionelle Frischmilch wird in vielen Geschäften überhaupt nicht mehr angeboten.

Es scheint, als wenn sich unser Körper so ganz langsam umstellen muss. Tausende von Jahren ist der Mensch den Genuß von Milch in seiner ursprünglichen Form gewohnt. Was passiert mit all dem Analogkäse und der industriell Veränderten Milch in unserem Körper? Gibt es da Langzeitstudien, bezüglich der Auswirkungen? Egal, Hauptsache der Profit stimmt.

Zollfahnder Zaluskowski lebt

Wer ihn nicht kennt, hat etwas versäumt: Den Zollfahnder Zaluskowski, gespielt von Uwe Friedrichsen in der Fernsehkrimireihe „Schwarz Rot Gold„. Zaluskowski ist Zollfahnder bei einem Hamburger Zollamt seinen Dienst tut. Freunde des gepflegten Krimis wissen die von 1982 bis 1996 unregelmässig ausgestrahlten Folgen sehr zu schätzen. Mord & Totschlag war nicht im Mittelpunkt dieser Krimis, hier ging es um Wirtschaftsdelikte die eben anders gelagert waren, als der „normale“ Diebstahl oder Betrug. Mit Witz, Kreativität und vor allem mit dem nötigen Biss löste Zaluskuski (fast) alle Fälle. Nur in einer Folge musste er – völlig genervt – einen Sühnder laufen lassen, da es keine rechtliche Handhabe gab.

Zaluskowki ist eine Romanfigur, aber offensichtlich  gibt es wahrlich Parallelen zwischen Realität und Roman, denn das Hamburger Hauptzollamt hat mal wieder zugeschlagen:

Das Hauptzollamt Hamburg-Hafen ließ dies allerdings nicht durchgehen. Die deutschen Zöllner fragten bei den israelischen Kollegen nach, wo genau die Waren hergestellt worden seien. Sie kämen aus einem Gebiet „unter israelischer Zollverantwortung“, lautete die Antwort. Ob die Waren in israelischen Siedlungen hergestellt worden seien, hakten die Hamburger nach. Das Schreiben blieb unbeantwortet. Die Deutschen entschieden daraufhin, für die Waren Zoll zu erheben.

schreibt der Spiegel. Hintergrund ist die – sicher sehr interessante – Frage, ob die EU das palästinensische Westjordanland als Teil Israels anerkennt oder nicht.

Ich halte es, wie das Auswärtige Amt:

Das Auswärtige Amt in Berlin beobachtet den „sehr brisanten Fall“ mit einiger Aufmerksamkeit – und gewisser Sympathie.

Dem schlechten Geld noch Gutes hinterher werfen.

Hach, heute kommt mal wieder alles zusammen. Heute scheint in den Medien der „Wir bashen geldgeile Banker und Manager“-Tag zu sein. Kann mir nur recht sein, wenn in dem Bereich besser recherchiert wird, denn da scheint ja tatsächlich einiges im argen zu sein.

Der Spiegel übertitelt einen Bericht über die HSH-Nordbank mit „HSH zahlte Halteprämie für Nonnenmacher“. Nonnenmacher ist der Vorstandschef der deutlich angeschlagenen gemeinsamen Landesbank Hamburg/Schleswig-Holstein. Aber verdammt nochmal, wieso will ich den Verantwortlichen für ein Milliardendesaster halten und ihm auch noch Geld in den (pardon) Arsch stecken? Jeder Arbeitgeber ist froh, wenn er „Geldverbrenner“ los werden kann, aber wen man einmal Vorstandschef geworden ist, hat man sich wohl das Recht auf ewiges Gescheffel ersessen. Erarbeitet kann man es sich ja nicht haben, wenn das Betriebsergebniss so deutlich negativ ausfällt. Man könnte nun argumentieren, dass Nonnenmacher erst seit November 2008 Vorstandschef der HSH wäre, aber vorher war er „Chief Financial Officer“ der HSH und somit direkt für die Geldgeschäfte verantwortlich.

Die Vergütungen innerhalb des Bankgewerbes nimmt sich auch ein Artikel der FTD (Banken drehen wieder groß am Gehaltsrad) an. Die Begründung für die Boni scheint absurd: Die Deppenbanken wollen ihre „besten“ Finanzjongleure halten.

Das Verrückte daran: Es ist vor allem der Staat selbst, der das Geschäft reanimiert hat. Wie nie zuvor müssen sich Regierungen durch den Verkauf von Anleihen Geld am Kapitalmarkt borgen, um ihre Rettungspakete für die Banken zu finanzieren – die genau an diesem Geschäft jetzt wieder gut verdienen und neue Leute einstellen.

Hallo? Das ist, als wenn ein mit Pauken und Trompete untergehender Fussballverein seine Gümmeltruppe halten will, anstelle mal die lahmen Ackertreter gegen vernünftig agierende Jugendspieler zu ersetzen – oder sich ausdünnen und sich damit abfinden, dass man in die Amateurliga gehört.

Womit wir bei dem dritten erwähnensweren Artikel wären, der wiederum in der FTD zu finden ist. Dieser Artikel befasst sich mit der Antriebskraft eben der Manager, die zocken und dabei eben auch alles verlieren(können)

Auch die derzeitigen Gehaltssysteme mit Bonuszahlungen lockten „Zocker-Mentalitäten“ an. „Heute hängt Erfolg viel mehr von Zahlen ab. Sie steigen nur auf, wenn sie Zahlen liefern. Langfristiges Denken wird nicht belohnt“, sagt Hossiep. „Ein Zocker will immer ganz vorne sein und dem System ein Schnippchen schlagen. Diese Eigenschaft fördert den Karriereaufstieg.“

Alles in allem komme ich – wieder mal – zu dem Schluss, dass ein bischen mehr langfristige Orientierung uns ALLEN sehr gut tun würde. Diese ganze kapitalistische Schnellebigkeit frisst nicht sich selbst, sondern uns auf.