Was haben Twitter, RSS-Feeds und Gift gemeinsam?

Für alle drei gilt: Es gibt eine letale Dosis.

Nachdem ich vor längerer Zeit – durch konsequentes „Ausmisten“ der Kontakte denen ich folge – meinen Twitteraccount reaktivierte und benutzbare machte, stellte ich nach meinen drei Wochen Urlaubs-RSS-Abstinenz fest, dass mein RSS-Reader zu platzen drohte. (Anmerkung: Wenn ich ausgerechent dir lieber Leser dieses Blogs nicht mehr folge, bedeutet dies keinen „Freundschaftsentzug“ meinerseits!)

Ich stellte fest, dass sich viel zuviele Feeds angesammelt hatten. Man bemerkt gar nicht, wie sich der Reader (so wie mein Bauchumfang…) immer weiter – schleichend – erweitert. „Das kann man noch abonnieren“, „Der geht auch noch“, „Auch schau mal, wie interessant“. Aber irgendwann ist einfach Schluß – da MUSS aufgeräumt werden, da man ansonsten zum Input-Messi wird und auch zuviel Lebenszeit nur mit der Sichtung der diversen News/Input/Blödsinn-Channels vergeudet. Also von Zeit zu Zeit mal ausmisten den Kram. Ich stelle gerade – wieder – fest, wie gut das tut.

Das heisst nicht, dass man seine Informationen nur noch in homöopathischen Dosen zu sich nehmen sollte (obschon das bei der aktuellen Lage von Politik und Wirtschaft auch bei etwaigen Panikattacken  helfen könnte), aber weniger ist eben mehr. Man sollte sich IMMER auf das Wesentliche konzentrieren. Aber gerade wir Inputjunkies verlaufen uns da gern und verlieren das Leben aus den Augen.

Prüft also nicht nur die Quellen denen ihr glaubt, sondern auch die Menge der Quellen die Ihr periodisch sichtet…. Nur mal so ein Tipp….

Kaum liegt Schnee kommt Guttenberg ins rutschen

Abgesehen davon, dass die Aufgabe des Verteidigungsministers NICHT sein sollte sich selbst zu verteidigen, so zeigen die jüngsten Äußerungen unseres adligen Ministers doch wie die Politik in Deutschland mittlerweile funktioniert:

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seinen Kritikern aus der Opposition vorgeworfen, die Details des Luftangriffs von Kundus schon lange zu kennen. Seit Anfang November seien sie darüber informiert, dass auch die Taliban Ziel des Bombardements vom 4. September gewesen seien, sagte Guttenberg am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. (Welt)

Darf man als Bürger (WÄHLER!) diese Äußerungen eines Bundesministers so verstehen, dass ein Minister sehr wohl die Medien (und über diese uns Bürger) ruhig belügen darf, solange das Parlament weiss dass der Minister lügt? Das wäre eine neue Form der politischen Realität, die der Freiherr von Guttenzwerg da zu etablieren versucht.

Auch zeugt die obige Aussage nicht gerade von edlem Charakter, wenn einem zur Verteidigung der eigenen Fehlleistungen nur einfällt auf andere Sünder einzuprügeln. Oder darf ich als Autofahrer ein Bußgeldbescheid ablehnen, nur weil andere diese Ordnungswidrigkeit auch begehen ohne belangt zu werden?

Kinder, Kinder – kaum verfolge nach dem Urlaub wieder die Medien könnte ich mich schon wieder übergeben, ob all der Scheiße die wir Wähler(!!) zu verantworten haben.

Gandhi und Da Vinci

Vorhin hatte ich einen Termin bei einem Kunden, bei dem die Frage gestellt wurde: „Wenn sie eine Raum & Zeitmaschine zur Verfügung hätten, mit welchen beiden Personen würden Sie gern einmal persönlich sprechen?“ Diese Frage konnte ich für mich leicht beantworten:  Mohandas Karamchand Gandhi (Mahatma Gandhi) und Leonardo di ser Piero (Leonardo da Vinci).

Gandhi wegen seiner Weisheit auf der menschlich-politischen Ebene und seines absoluten Pazifismus, Leonardo da Vinci, weil er Dinge gesehen und konstruierte, die bereits mehrere Fortschrittssprünge in der Zukunft lagen.

Mein Gegenüber wollte zur Tagesordnung übergehen, aber nicht mit mir. Revanchefouls werden nur beim Fussball mit der Roten Karte bestraft und so fragte ich ihn „natürlich“, welche Personen ER denn gern kennen lernen würde. Die Antwort war bemerkenswert: Ernesto Rafael Guevara de la Serna (Che Guevare) und Nelson Mandela.Und gerade WEIL er Che nannte, war dies keine Antwort, die nur für mich genannt wurde – da kommt man eher nicht auf Che – auf Nelson Mandela vielleicht.

Warum empfinde ich die als bemerkens- und somit bloggenswert? Mein Gegenüber war kein „pickliges Computerfrettchen“, sondern ein Manager einer nicht unbekannten Aktiengesellschaft. OK, die Firmas ist keine Bank, Versicherung und kein Rohölkonzern, aber wenn die Interessen meines Gegenübers den meinen so ähnlich sind, dann klappt es menschlich irgendwie. Was hätte ich gemacht, wenn er Franz-Josef Strauss oder Nero gesagt hätte? Es gibt mir Hoffnung, dass auch andere Menschen sehr wohl in der Lage sind wirklich wichtige Prioritäten zu definieren.

Wen wohl Josef Ackermann oder Angela Merkel gern mal treffen würden? Naja, die kann ich nicht fragen, aber euch: Wen würdet ihr gern einmal treffen, wenn ihr die Möglichkeit hättet – völlig frei von Raum und Zeit – 2 Personen zu treffen? Aus dieser Frage darf auch gern ein Mini-Stöckchen gemacht werden 🙂