Unabhängige Justiz der USA

So langsam müsste der Zeitpunkt erreicht sein, an dem man die US-Regierung mit dem Hilter-Regime vergleichen darf. Sicher ist dieser Vergleich hahnebüchen, wenn man der abertausenden von Menschen gedenkt, die das Hitler-Regime in den KZs systematisch töten und quälen liess. Aber genau der Gedanke des Quälens und die Hilflosigkeit von Unschuldigen, lassen mich eine Brücke schlagen.

Da fliehen 17 chinesischen Muslime sind in Pakistan als Terrorverdächtige gefangen genommen worden. So weit, so schlecht, denn ein Verdacht begründet höchstens eine Untersuchungshaft. Wenn nun aber US-Militärbehörden den „Vorwurf den Verdachtes“ (an sich schon eine schöne Formulierung) fallen lässt und ein Bundesrichter die Freilassung der Menschen anordnet, findet sich doch tatsächlich ein übergeordnetes Bundesgericht, dass die Inhaftierung weiterhin „legitimiert“. Die Unabhängigkeit des amerikanischen Rechtesystems beschreibt die Tagesschau so wunderschön mit dem Satz:

Das dreiköpfige Bundesgericht kommt damit dem Wunsch der US-Regierung nach, die gegen die angeordnete Freilassung Einspruch erhoben hatte

Banker, Broker und der Psychotherapeut

Die TAZ hat geniales Material bezüglich der derzeitigen Finanzkrise: Ein Interview mit einem Psychotherapeuten, der Banker und Broker therapiert. Sehr nette Eindrücke über die Antriebe und Sichtweisen dieser „Klientel“:

Es geht also um Gier?

Ja, um Gier, Rausch und Ekstase. Viele Broker sind Reizsucher und brauchen den „Kick“. Das ist eine spezielle Mentalität von Personen, vor allem jenen, die sich länger in dieser Branche bewegen.

Genau DIESE Gier ist es, die unser System kaputt macht. Gier und Spieltrieb mit fremdem Geld, aber der Möglichkeit – gerade mit den riskanten Geschäften – SEHR viel Geld zu verdienen:

Wenn da jemand als kleiner Bankangestellter plötzlich an Bonus 200.000 Euro im Jahr bekommt, dann hat der oft schon Blut geleckt.

Genau DA liegt der Hase im Pfeffer: Kleine Bankangestellte, denen mal eben ein Bonus von 200.000 Euro in den Arsch gesteckt wird. Der „kleine“ Handwerker, oder die Verkäuferin im Einzelhandel würde sich über ein 200stel dieses Betrages ein zweites Loch in den Arsch freuen.

Ja, wohin denn nun?

Diese Frage stellt sich „Der Blickwinkel“ und stellt fest:

Ein Weltwirtschaftssystem, dass nicht auf den Menschen sondern auf das Kapital und dessen ungehemmte und letztlich völlig überflüssige Vermehrung ausgerichtet ist, ist des Pudels Kern. Man muss sich grundsätzlich die Frage stellen, wofür wir dieses System brauchen.

Damit sich einige 10.000 auf Kosten der restlichen Weltbevölkerung bereichern?

Ein ingesamt lesenswerter Artikel, dessen Autor sich – wie ich – die Frage stellt, wie es denn nur weitergehen soll.