Mal wieder rottenneighbor oder was wollt ihr alle hier

So wie es aussieht ist Rottenneighbor.com nun KOMPLETT down, oder aber komplett für Seiten aus Deutschland gesperrt.

Der Zugriff von mehreren IP-Adress-Ranges auf www.rottenneighbor.com wird stehts umgeleitet auf www.de.rottenneighbor.com, wo es dann die lapidare Meldung gibt: „We’re sorry, we are currently down for maintanence.“

Die Umleitung auf die .de. erfolgt auch von IP-Adressen, von denen man bei der letzten „Blockade“ deutscher Zugriffe ungehindert auf die Originalseite zugreifen konnte.

Warum schaue ich überhaupt auf die Seite? Ganz einfach: Weil ich seit vorgestern einen SEHR deutlichen Anstieg der Zugriffe auf das Blog hier hatte. Die Ursache ist/war, dass wieder einmal ganz viele Nutzer nach rottenneighbor suchen. Da fragt sich der Blogger doch warum dies so ist. NUN weiss ich es. 🙂

Es fing schon mal in Frankreich an

Ich weiss nicht woran es liegt. Aber unsere westlichen Nachbarn – die Franzosen – welche oftmals aus historischen Gründen und fälschlicherweise als Erbfeind bezeichnet werden, sind deutlich weniger obrichkeitshörig als wir.

Wenn DORT die Transportunternehmen streiken, dann geht gar nichts mehr. Hier steht man höchstens vor leereren Regalen. Auch andere Ursachen, die den Unmut des Volkes schüren können, werde in Frankreich zum Anlass genommen auf die Strasse zu gehen und mit vielerlei Mittels auf sich aufmerksam zu machen. Der grosse Wandel in Europa wurde schliesslich auch in Frankreich eingeläutet. Ich sage nur „Sturm auf die Bastille„, welcher die franzöische Revolution einleitete.

Während wir faul und stoisch zuschauen, wie unser alle Steuergeld, den ohnehin schon Reichen mit Gewalt in das Fettsteiss gestrieben wird, geht der Ranzose in den Schuppen und holt schon mal die Erb-Heugabel:

In einem landesweiten Streik protestieren französische Arbeitnehmer gegen das Sozial- und Wirtschaftsprogramm von Präsident Sarkozy. Hunderttausende gehen auf die Straße.

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Den Unternehmen werfen die Gewerkschaften zugleich vor, die Wirtschaftskrise für Entlassungen zu nutzen.  „Wir wollen nicht für eine Krise zahlen, die die Banken angerichtet haben“, erklärte der Chef der Gewerkschaft CFDT, Francois Chérèque. „Wir fordern einen zweiten Konjunkturplan, der diesmal auf die Kaufkraft zielt.“

(Quelle TAZ) Und mal ganz ehrlich: Was sind denn 12 Euro für eine Heugabel, im Vergleich zu den 625 Euro, die uns das Stützen der Bank- und anderen Wirtschaftsmanagern kostet? Vor allem, so eine Heugabel, die schmückt – bei Nichtbenutzung – auch das Wohnzimmer. Das gibt dem ganzen etwas rustikales. Weg vom Chrom und Edelstahl-Ambiente.

Nachtrag: Nun berichtet auch die Tagesschau:

Lehrer, Arbeiter, Krankenschwestern, Lokführer – in Frankreich arbeiten heute nur die wenigsten. Acht Gewerkschaften haben zum Generalstreik aufgerufen. Chaos blieb bisher aber weitgehend aus. Nun wird mit Spannung erwartet, wie viele Menschen zu den rund 200 Demonstrationen kommen.

Die NZZ schreibt:

Protestiert wird gegen die sozialen Folgen der von Staatspräsident Sarkozy verordneten Reformpolitik, den Abbau von Stellen im Staatsdienst, den Verlust von Kaufkraft, die steigende Arbeitslosigkeit und die abnehmende soziale Solidarität. Die Massnahmen der Regierung zur Linderung der Wirtschaftskrise werden als ungenügend angesehen. Es gehe nicht an, dass die Krise auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werde.

Sponsoring by Steuerzahler

Nun also stellt auch die Schaeffler KG fest, dass der Einkaufswagen voller war, als es das „Bankkonto“ erlaubte.

Schaeffler hat für die geplante Übernahme der Conti-Anteile milliardenschwere Kredite aufgenommen und geriet dadurch in eine Schieflage.

schreibt die Tagesschau heute und:

Schaeffler hofft weiter auf Staatshilfen

Hallo? Darf ich nun auch über meine Verhältnisse einkaufen und wenn dass der Gerichtsvollzieher kommt, mit dem Staat verhandeln, ob ich Geld vom Steuerzahler bekommen kann? Hey, den Sportwagen brauchte ich unbedingt.

Wie passt das Vorgehen der Schaeffler KG mit diesem Fall zusammen (Quelle Hamburger Morgenpost):

Er muss wie von Sinnen bestellt haben: Notebooks, Digitalkameras, Navi-Geräte. Fast jeden Tag klickte Thomas M. (50) auf die Internet-Seite des Quelle-Versandes, orderte Elektroartikel für mehrere tausend Euro. Am Ende belief seine Rechnung sich auf 200000 Euro

200.000 Euro? Das ist doch nun echt ein Klacks. Selbst 970.000 Euro sind für Herrn Zumwinkel eine kleine Summe. Wieso kommt der „kleine Mann“[TM] vor gericht und den Grossen wird das Geld (der Steuerzahler!!) in den Arsch geschoben, wenn sie mehr einkaufen, als sie zahlen können?

Ach ja, es geht ja um Arbeitsplätze. Ich vergass. Man müsste mal ausrechnen, wieviel geld man jedem „vom gesponsorten Arbeitsgeber“ monatlich zahlen könnte, wenn man ihn direkt in denVorruhestand schicken würde und NICHT auch noch den Manager die Gehälter und Boni bezahlen müsste.