WIE stoppten die Polizisten den „Amokläufer“ von Ansbach?

EINE einzige Zeile erregte meine deutliche Aufmerksamkeit:

Elf Minuten nach dem ersten Notruf überwältigten ihn Polizisten, nachdem sie ihn mit fünf Schüssen aus einer Maschinenpistole getroffen hatten.

schreibt die Süddeutsche. OK, ich war nicht vor Ort und kann die von den Polizisten vorgefundene Situation keineswegs einschätzen. Was ich aber einschätzen kann, ist das Verhalten von Geschossgarben von Schnellfeuerwaffen. Wer eine Ausbildung an Schnellfeuerwaffen erhalten hat weiss, dass nur der erste (mit Glück die ersten beiden) Schüsse den anvisierten Punkt auch nur circa treffen. Maschinenpistolen sind NICHT dafür entwickelt Präzisionstreffer zu realisieren, sondern um typischerweise ein grösseres „Zielgebiet“ zu „bestreichen“.

Warum wurde also eine einzelne Person mit einer Garbe aus einer Maschinenpistole niedergestreckt und nicht mit gezielten Einzelschüssen aus der gleichen Waffe oder einer Pistole oder einem Revolver? Diese Frage muss einfach erlaubt sein.

Auch Heise beteiligt sich an der Wahlmanipulation

Wahlen werden heute nicht mehr mit Fakten, sondern eher mit den forcierten Unwahrheiten gewonnen. Zumindest wenn man das dynamische Duo Schäuble-von der Leyen betrachtet. An diesen Unwahrheiten (zumindest der Verbreitung) beteiligt sich nun auch der Heiseticker, wenn er unter der Überschrift „UN: Kinderpornografie im Internet nimmt zu“ unreflektiert veröffentlich:

Maalla wies auch darauf hin, dass es nicht in allen Staaten Gesetze gebe, durch die Internet-Kinderpornografie verboten wird. Dazu gehörten beispielsweise Oman oder Irak.

Laut der dieser Quelle ist zumindest im Oman Kinderpornografie sehr wohl verboten. Und auch im Irak dürfte – allein aus religiösen Gründen, welche Pornografie generell ächten – auch die spezielle Form „Kinderpornografie“ eher an einem Strick enden, als in Internetforen.

Wie heisst es nochmal so schön: Vitamin-B schadet nur dem, der es nicht hat. Und so hat die CDU mit Frau von der Leyen nochmal einen „Aufrüttler“ eine Woche vor der Wahl platzieren können. Schade nur, dass Heise diese Meldung einfach veröffentlicht, ohne vorab den Inhalt zu prüfen. Heise ist halt eine Technikschmiede und keine juristische Fachblattsammlung 🙁

Was wird uns unser Innenminister heute wohl erzählen?

Mit Basti – vom Unwort – unterhielt ich mich vor gefühlten 100 Jahren über die Vorhersehbarkeit von Politik und Medien. Ich stellte die Behauptung auf, dass vor Bundestargsabstimmungen in Sachen Strafverschärfungen und Grundrechtseinschränkungen IMMER etwaige „Terroristen“ oder ähnliches gefangen genommen werden, die kurz davor waren die BRD dem Erdboden gleich zu machen. Irgend ein Bedrohungsszenarie zaubern die IMMER aus dem Zylinder.

Gerade heute muss ich wieder an dieses Gespräch denken, als ich nämlich zufällig über folgende Zeilen stolperte:

Die oberfränkische Polizei hat mehr als 20 Waffendepots in ganz Deutschland ausgehoben. Die Ermittlungen dauerten über ein Jahr, weil die Polizei zuerst den Code entschlüsseln musste, der zu den Verstecken führte.

Weitere Einzelheiten will die Polizei am Freitag (18.09.09) auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

schreibt BR-Online. Über ein Jahr ermittelnd und – das Medienecho muss noch nachhallen können – ausgerechnet eine Woche vor der Bundestagswahl wird diese Geschichte veröffentlicht – kommt aus Franken (nee, nicht Bayern – sonst lege ich mich mit ALLEN Franken an!) aber eben doch von einem bayrischen Medium lanciert? Nachtigall ick hör dir trappsen.

Seid gespannt, was da noch in den nächsten Tagen draus erwächst. Achso: Auf diese Sput kamen die Ermittlungsbehörden nicht durch abgehörte Telefonate oder im afghanischen Trainingslager ausgebildete Nachwuchsterroristen, sondern:

Auf die Spur brachte die Ermittler ein 53 Jahre alter Obdachloser. Beamte hatten ihn im Mai 2008 gestellt, als er ein Fahrrad stehlen wollte. Als er durchsucht werden sollte, schoss der Obdachlose auf einen der beiden Polizisten und verletzte ihn schwer.

Mehr Überwachung! Mehr Panik! Mehr CDU! Mehr Schäuble!    Oder lieber doch nicht?