Was Kinder – unbewusst – über ihr Umfeld verraten

Bei „belauscht“ fand ich folgende nette Geschichte:

Berlin, beim Kinderarzt.

Eine Mutter sitzt mit ihrer Tochter (ca. 5) im Wartezimmer. Um sie zu beschäftigen drückt sie der Tochter einen Einkaufsbeutel in die Hand mit der Bemerkung, “einkaufen” zu gehen.
Die Tochter nimmt den Beutel, geht den Gang hoch und runter, bückt sich ab und an um “Ware” hochzuheben. Sie kommt zurück zur ihrer Mutter:

Mutter: “Na, was hast Du denn eingekauft?”
Tochter: “Bonbon, Lala (Schokolade?), Lutscher…”
Fremde Frau, die daneben sitzt: “Hast du gar kein Brot eingekauft?”
Tochter (böse): “Und du hältst dich schön raus, Tante!”

Ist das nicht wunderschön, wie selbstbewusst dieses ca. 5 Jahre alte Mädchen mit fremden Menschen umgeht. Aber halt: Schwingt da ein aggressiver Unterton mit? Kinder sind ein Spiegel der Seele – der Erwachsenen! Dieses junge Mädchen hat sich diesen Satz, die Situation nicht ausgedacht. Vielmehr spielt sie nach, was sie selbst – mindestens einmal – selbst erlebt hat. Ich will nicht unterstellen, dass dieses Mädchen zuhause unterdrückt wird „“Und du hältst dich schön raus…..“, dies muss nicht der Fall sein. Es kann auch sein, dass die Mutter/der Bruder wer auch immer im Umfeld dieses Mädchens diesen Satz „empfängt“.

Aber bemerkenswert ist es allemal – man muss nur aufmerksam durchs Leben gehen um solche Details zu sehen.

Jetzt wird es teuer für die Deutsche Bank

Wenn ICH Aktien der Deutschen Bank hätte, würde ich JETZT verkaufen. Denn wie ich gerade der FAZ entnahm, wird diese bank wohl bald SEHR viel Geld ausgeben müssen:

Die amerikanische Regierung plant eine Sonderabgabe von Banken, um Verluste bei der staatlichen Rettung des Finanzsektors abzudecken und das Haushaltsdefizit zu verringern.

Nun wird der geneigte Leser sich fragen, was denn die Deutsche Bank mit den amerikanischen Rettungsmilliarden zu tun hat. Tja, DAS hat mir Don Alphonso schon am 8. Dezember 2009 – ebenfalls in der FAZ – erklärt:

Schliesslich hätte eine insolvente AIG etliche Banken an den Rand des Ruins oder darüber hinaus gebracht hätte. „Hair Cut“ nennt man dieses an sich übliche Vorgehen der Forderungsverzichts, eine Bank bot das auch explizit an, und ich würde meinen, eine Verringerung von 25% wäre in jener Phase des Schreckens durchaus möglich gewesen. Aber die USA und ihre Notenbank zahlten 100%. Auch an deutsche Banken; so gingen 11,8 Milliarden Dollar an die Deutsche Bank, 2,6 Milliarden an die Dresdner Bank, 1,7 Milliarden gab es für die DZ Bank und 0,5 Milliarden für die bundeseigene KfW. 16,6 Milliarden Dollar, rund 12,5 Milliarden Euro von einer de facto insolventen Firma, vom amerikanischen Steuerzahler.

11,8 Milliarden Dollar hat die Deutsche Bank – über einen kleinen Umweg – aus den USA abgestaubt uns sonnte sich in Deutschland, dass sie kein Geld aus dem Rettungsfond benötigt. Fairerwaise müsste auch die Deutsche Bank (und die Dresdner und und uns) nun Geld an den amerikanischen Steuerzahler zurückzahlen. Aber lieber stellt sich der schneidige Ackermann ja hin und lässt sich als Manager feiern, der keine Rettungspakete annimmt.

Focus und „Fakten“ über Zeitarbeit

Wer kennt sie noch, die markigen Worte: „Fakten Fakten und immer an die Leser denken“? Ja, mit Fakten wollte Focus punkten, sagte damals dem Spiegel den Kampf an. Aber was ist geblieben, von dem Wunsch nach Qualitätsjournalismus?

Der Focus hat herausgefunden, dass derzeit Leih- oder Zeitarbeit in aller Munde ist und schreibt Artikel, die auf diesen Beitrag aus 2007 verlinken. Dort beantwortet der zum Beispiel folgende Frage:

Frage: Was passiert, wenn die Zeitarbeitsfirma keinen geeigneten Job für mich findet?

Antwort(Focus): Sollte die Agentur einmal keine Anfrage von einem Kundenunternehmen haben, erhält der Mitarbeiter dennoch die vereinbarte Vergütung. Auch um ihren Job müssen sich Leiharbeiter bei vorübergehenden Flauten vorerst keine Gedanken machen.

Da frage ich mich doch, woher diese Antwort kommt. Auch wenn der Artikel aus 2007 stammt, wurde das Synchronisationsverbot bereits 2004 komplett aufgehoben.

Aber selbst wenn die Leiharbeitsfirma unbefristete Arbeitsverhältnisse abschließt, kann sie diese so kündigen, dass Dauer des Arbeitsvertrages und der Einsatz im Entleihbetrieb synchron verlaufen. Damit wird das Beschäftigungsrisiko nicht mehr von der Leiharbeitsfirma, sondern von den Leiharbeitnehmer/innen getragen. (Quelle)

Das heisst, wenn die entleihende Firma keine Arbeit mehr für den Zeitarbeiter hat ist er arbeitslos. Auf diese Weise wurde – dank Zeitarbeit – das Kündigungsschutzgesetz komplett ausgehebelt. Also vorsicht, wenn ihr Dinge bei Zeitschriften recherchiert.