Kungelt die Berliner Polizei mit „Rechts“?

Als ich eben den folgenden Artikel im Tagesspiegel bezüglich der gescheiterten Stürmung des Justizministeriums las

Ein Fotograf, der die Aktion beobachtete, kritisierte einen „kumpelhaften Umgang der Polizei mit den Nazis“ und nannte diesen „wirklich skandalös“. Es seien von den „Identitären“ Bengalos abgebrannt und Widerstand geleistet worden. Doch nicht einmal der Sprinter eines Mietwagenunternehmens, in dem die Leitern waren, sei beschlagnahmt worden, „der konnte einfach in Ruhe wegfahren“. Auch der Kameramann der IB, der von Anfang an die ganze Aktion gefilmt habe, habe nicht einmal seine Speicherkarte abgeben müssen.

erinnerte ich mich an ein Erlebnis welche viele Jahre her ist. Wir stellen uns mal kurz vor, das wären „linke Gesellen“ gewesen? Wäre es dort so ebenfalls so „freundlich abgegangen? Irgendwie schwer vorstellbar.

Ich war ja vor vielen Jahren einmal Vaterlandsverteidiger (damals, als die Bundeswehr noch den Igel als Symbol der Truppe hatte).

Bundeswehrigel

Die Bundeswehr als defensive Armee

Viele Jahre nach meiner Bundeswehrzeit traf ich einen ehemaligen „Kameraden“ wieder, der nach der Dienstzeit zur Polizei in Berlin ging. Auf meine Frage, was er denn da jetzt mache wurde mir mitgeteilt dass er im Bereitschaftszug ist. Ich war verwundert, war ich doch der Meinung, dass die Frischlinge der Polizisten vorrangig im Bereitschaftszug sind, bis sie fest auf eine andere Dienststelle versetzt werden. Ich fragte nach und bekam die Antwort: „Ich bin freiwillig dort. Nur im Bereitschaftszug kann man den Linken bei Demos so richtig aufs Maul hauen“. Das Treffen wurde dann sehr kurzfristig von mir beendet. Der „Kollege“ stellte sich als resistent heraus, was etwaige Kritik an seiner Meinung angeht. Dieser Vorfall ist aus mehreren Gründen bemerkenswert:

  • Zu seiner Bundeswehrzeit hat er sich niemals derart geäußert. Ich habe eng mit ihm zusammengearbeitet und es wäre mir mit Sicherheit nicht verborgen geblieben, wenn er derartige Ambitionen gehabt hätte. Entweder hat er diese Einstellung damals gut verborgen, oder er wurde erst bei der Berliner Polizei „verdorben“
  • Da dieser Vorfall nun ca. 20 Jahre her ist, dürfte sowohl diese Person – als auch sein damaliges Umfeld – ein paar Stufen der Hierarchie erklommen haben. Ob als verantwortlicher Zugführer, Ausbilder oder ähnliches kann man auch politisch einiges an Einfluss auf Einsätze und junge Polizisten ausüben.

Ich bin überzeugt, es sind Einzelfälle. Aber sie wirken sich aus. Sowohl auf das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit, als auch generell gesellschaftlich. Wo ist nur der Schutzmann von früher geblieben? DEN möchte ich gern wiederhaben.

2 Gedanken zu „Kungelt die Berliner Polizei mit „Rechts“?

  1. Jaja, sicher alles Einzelfälle. Tausende 😉

    Wenn es darauf ankommt, ist auf PolizeivollzugsbeamtInnen kein Verlaß, wie die Geschichte lehrt. Die haben überall und zu jeder Zeit auf der ganzen Welt auch noch die übelste Diktatur am Leben gehalten und ihre Mitmenschen niedergeknüppelt. Dies ist hier und heute nicht anders. Polizisten haben daher auch keine Freunde, nur Kollegen. Und wer glaubt, einen Polizisten als Freund zu haben, täuscht sich gewaltig.

    Nur weil die im Alltag meist ganz normal oder vielleicht sogar ganz gut ihren Job erledigen (also Falschparker und Eierdiebe fangen, Ruhestörungen beenden oder für die Versicherungen Verkehrsunfälle aufnehmen o.ä.), bedeutet dies rein gar nichts. Denn gegen die wirklich Kriminellen machen die genau gar nichts, was ja auch keine neue Erkenntnis ist. Die meisten Insassen deutscher Gefängnisse sind derzeit wohl ‚Schwarzfahrer‘. Widerliche Kriegsverbrecher oder übelste Spitzelschergen, Terrorfinanziers, Banker und andere White-Collar-Kriminelle, Drogenbosse (Afghanistan ist größter Produzent) etc. laufen frei herum und werden von der Polizei geschützt.

    Da waren die Kameraden der Bundeswehr auch in meiner Zeit dort deutlich angenehmere Zeitgenossen. Man wird wohl erst zum …, wenn man die falsche Uniform trägt.

    • @wott:

      So weit würde deutlich ich nicht gehen. Es gibt auch sehr nette, und im Sinne ihres Arbeitgebers (dem Steuerzahler!) agierende Menschen im Polizeidienst. Es sind nur halt eben die „bemerkenswerten“, die stets auffallen.

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