Nackt ist nicht gleich nackt

Wenn unsere Bewegungsprofile (Kameras), unser Kommunikations(Vorratsdatenspeicherung)- oder Einkaufsverhalten (Kundenkarten) aufgezeichnet wird und damit eine gewisse Nacktheit der Persönlichkeit einhergeht, so wird dies von breiten Bevölkerungsgruppen geradezu gottgegeben hingenommen. Wenn es aber körperlich wird, DANN gehen auch diese Personenkreise auf die Barrikaden.

Der Tagesschau ist zu entnehmen, dass auch die Kirche (hrhr) gegen die Nacktscanner polter:

„Die Intimsphäre ist absolut unantastbar“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“

Ach und bei den anderen Eindringen in die Privatsphäre der Schäfchen hält die Bischofskonferenz den Schnabel? Warum auf einmal, weil Nackedei bäh-bäh ist. DAS ist aber nur ein Teil der Intimsphäre!

Die Polizeigewerkschaft äussert sich ebefalls schizophren:

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) reagierte ebenso mit Unverständnis. Einen „staatlich verordneten Striptease“ an Flughäfen brauche niemand, so DPolG-Chef Rainer Wendt.

Aber anderswo dürfen wir (unser Verhalten) und nackich machen? Nur am Flughafen gilt das Grundgesetz noch vollumfanglich?

Letzter Schritt zum Sicherheitsstaat

„ENDLICH“ wird unser Bundeskontrollinnenminister Schäuble gejubelt haben. Nun wird man die Probleme mit Terroristen, G8-Gegnern, Linken-Socken und Rechten-Brüdern, Abhör- und Pornoscannern-Gegnern – kurz allem was so im Wege steht – ein für alle Male eleminieren können.

Die Wissenschaft hat einen grossen Sieg im Bereich der Behandlung traumatischer Erlebnisse errungen. Das ist gut. Denn es gibt SEHR viele Menschen, die aufgrund besonderer Erlebnisse nicht in der Lage sind, ein normales Leben zu führen. So kann zum Beispiel eine Vergewaltigung, das Erleben des Todes eines nahen Menschen oder die Erfahrung von Kriegshandlungen einen Menschen davon abhalten ein freies Leben zu führen. Diesen Menschen kann nun – durch selektives Löschen von Erinnerungen – geholfen werden.

ABER: Wer Erinnerungen an angstauslösende Momente manipulieren kann, steht auf dem Weg dahin, auch andere Erinnerungen zu löschen/manipulieren. Was passiert, wenn man einem Menschen die Erinnerung an die freudigen Erlebnisse seines Lebens nimmt? Wenn alles, was moralisch-ethisch positive Eindrücke beeinhaltet entfällt, wie wird so ein Mensch re/agieren?

Ein interessantes Forschungsfeld, in welches die Geheimdienste und Militärs bestimmt gut investieren werden…

Inspiriert durch SPON

Sparkassenberater oder Sparkassenblutsauger

Wie ich bereits hier erwähnte, haben auch Bankkaufleute Quoten im Sinne ihres Unternehmens zu erfüllen. Wenn die FAZ heute schreibt:

„Unter diesem Blickwinkel wird klar, dass Banken und Finanzvertriebe keine Berater, sondern knallharte Verkäufer sind“, schreiben die Verbraucherschützer Niels Nauhauser und Werner Bareis in ihrem neuen Buch „Lexikon der Finanzirrtümer“ über die Provisionszahlungen. „Was für die Privatbanken gilt, das gilt mittlerweile in den meisten Fällen auch für die Sparkassen“, sagt Nauhauser

So ist dies nicht wirklich neu, sondern war bereits 1982 bekannt, denn aus der zeit stammt meine Erfahrung mit einem Kundenberater, der aussteig weil er den Kunden nichts „andrehen“ wollte.

So sieht es nämlich wirklich aus:

„Wir beraten schon länger nicht mehr nur kundenorientiert, sondern schauen auch darauf, welches Produkt die meiste Provision für die Sparkasse bringt“, sagt Berater Jacobsen.

Der Hintergrund ist:

Jeder einzelne Beschäftigte hat festgesetzte Verkaufsziele. In dem Beratungscenter, in dem Jacobsen arbeitet, gibt es die Vorgaben in regelmäßigen Abständen fein säuberlich ausgedruckt als Excel-Tabelle. Aus der lässt sich dann zum Beispiel ablesen, dass Jacobsen im Jahr Lebensversicherungen im Wert von mehreren Hunderttausend Euro an den Mann zu bringen hat, Bausparverträge ebenfalls im Wert von mehreren Hunderttausend Euro und Wertpapiere, die allein an Provisionen mehrere Zehntausend Euro einbringen sollen.

und erst wenn diese Zahlen erreicht sind, KANN der Berater für den Kunden gewinnbringend tätig werden.

Für mich ist es interessant, dass ein seit über 25 Jahren etabliertes (und nicht wirklich geheimes) Verfahren erst jetzt kritisiert wird.