WENN ein (sicher vorgeschobenes) Argument für den Ankauf der „Steuer-CDs“, des Volkes Wille ist, so kann unsere Regierung gleich nochmal nachlegen:
Laut einer Umfrage würden 61 Prozent der Deutschen höhere Sätze goutieren – drei Viertel sagen, der Bedarf eines Kindes sei genauso hoch wie der eines Erwachsenen.
schreibt der Spiegel. Na, dann mal los Angi. Gib Gas und schleim dich ein!
Ich bin kein Freund von Stefan Raab – das vorne weg. Die ersten Sendungen von TV Total hatten was, das gebe ich gern zu. Aber mit fortschreitender Kommerzialisierung nahm mein Interesse an ihm deutlich ab, nun ist er mir egal. Sein Auftraten ist – in meinen Augen – oftmals eher peinlich als interessant/sehenswert. Aber das ist nur eine persönliche Meinung.
Wer hier treuer Leser ist, weiss dass ich teilweise gezwungen werde, diese unsäglichen Formate wie Deutschland sucht den Superstar, das Supertalent, den Vollhonk und ähnliches zu sehen. Schuld daran ist meine Prinzessin Atomality, die diese Formate (aus welchen Gründen auch immer..) verfolgt und darüber bloggt – auch gesellschaftskritisch.
Gestern würde ich also genötigt „Unser Star für Oslo“ zu sehen (so nebenbei). Neben Stefan Raab und Yvonne Catterfeld (Die wohl keiner kennen würde, wenn Sie nicht in GZSZ mitgespielt hätte) war einer der Gründe meiner Aufmerksamkeit Marius Müller Westernhagen (den jeder kennt, der die letzten 30 Jahre nicht unter einem Stein verbrachte). Denn Marius Müller Westernhagen hat mich mit seiner Musik viele Jahre meines Lebens begleitet und dessen Musik damals (auch) mein Lebensgefühl auf den Punkt brachte (Ich will zurück auf die Strasse).
Also schaute ich hin, ab und an. Was ich sah hatte so GAR nichts mit den unsäglichen Castingshows eines Dieter Bohlen zu tun. Die zu castenden Künstler und Künstlerinnen bekamen ein Ambiente (Orchester, Lightshow), wie es sich für ein Format dieses Anspruchs gehört. Das Drumherum war ein leckeres 10-Gänge Menü im Vergleich zu dem Kantinenessen, das einem von Bohlen angeboten wird.
Sicher liegt die Qualität der Show auch an der Qualität des Vorcastings. Talentbefreite Spacken wurden gar nicht erst wie Tanzbären durch die Tiefen des Spotts geführt, denn es ging nicht um Häme sondern darum potentielle Künstler zu identifizieren. Schliesslich caste ich bei einem Englischkurs für Fortgeschrittene auch keine 4-jährigen Schulkinder die nicht mal wissen was „yes“ heisst.
Ich bin immer noch kein Freund jedweder Castingsshows, allerdings muss ich Stefan Raab attestieren, dass er gestern dem Dieter Bohlen und RTL gezeigt hat wie eine qualitativ gemachte Show aussehen kann – wenn man es nicht auf Demütigungen und Schadenfreude abgesehen hat. DAFÜR hat Stefan Raab meinen (und unseren) Respekt verdient.
Nun wird es ernst – und ich glaube dies ist erst der Anfang. Die Lohnnebenkosten werden flexibel gesenkt. Lohnnebenkosten sind schliesslich DER Anteil des Lohns/Gehalts, den der Arbeitgeber anteilig an diversen Sozialleistungen mit trägt.
Die BKK Heilberufe und die GBK Köln fordern von ihren Kunden Zusatzbeiträge von bis zu 37,50 Euro pro Monat. Die BKK Westfalen-Lippe knöpft ihren Kunden zwölf Euro ab – und verteidigt die Forderung als sozial. (Quelle Spiegel)
Das heisst, dass eine die Lohnnebenkosten für Angehörige der beiden Krankenkassen real um 6.- bis 18,75 Euro gesenkt werden. Nämlich DER Anteil, den normalerweise der Arbeitgeber tragen müsste.
Dass man als Mitarbeiter einer Krankenkasse nicht unbedingt das grosse Latinum abgelegt haben muss, beweist die BKK Westfalen-Lippe gleich mit, denn schliesslich leitet sich der Begriff „sozial“ vom lateinischen socius ab, was soviel wie verbündet oder gemeinsam heisst. Aber genau diese Verbundenheit zwischen gut und schlechter Gestellten wird hier beendet. Es macht schliesslich einen Unterschied, ob ich von 800Euro 38,50€ abziehe oder von 4600€. Der „besser“ Verdienende zuckt mit den Schultern, während der einfache Beschäftigte den Lohnschwund deutlich spüren wird.
Die wahre Gewinner sind allerdings die Arbeitgeber, denn die sparen pro Angestelltem bis zu 18,75€, was bei 500 Mitarbeitern schon 9375€ im Monat und 112.500,- Euro sind. Kleinvieh macht schliesslich auch Mist – welcher aber noch auf dem Boden der großen Koalition beschlossen wurde.