Rapidshare – warum ich mich manchmal schäme ein Hamburger zu sein

Das Hamburger Landgericht hat mal wieder eines seiner legendären Urteile gefällt. Der Spiegel schreibt:

Die Gema klagt erfolgreich gegen den Webdienst Rapidshare, der für Privatleute Daten im Web speichert. Das Landgericht Hamburg urteilt: Rapidshare muss verhindern, dass bestimmte Musiktitel hochgeladen werden.

Das Gute ist, dass dieses Hamburger Landgericht nicht ausführen muss, wie dieses zu geschehen hat. Denn reicht es den Dateinamen zu prüfen? Dann wird eine Datei eben 12345.mp3 genannt und gut. Ist das Prince, Madonna oder das erste „Papa“ meiner Tochter? Oder ist es die Dateilänge, an der die Erkennung festgemacht wird? Schneide 3 Byte ab – füge Rauschen hinzu voila. Oder sind es Bit-Muster? Nananana, so wird das aber auch nichts.

Das Ende von Rapidshare? Oder das Ende des Verständnisses?

Wird Frau von den Laien nun auch die Kirche verbieten?

Mit dieser Massnahme könnte man laut Heise „Tausende Priester sind Kinderschänder“ gewiss mehr Kinder aktiv schützen, als mit Zensurmassnahmen. Denn es gilt die Quelle des Übels (den Missbrauch) zu verhindern. Wenn man dies erreicht hat, wird es automatisch (ja wirklich Frau von der Leyen!) die Dokumentation des Übels ausrotten. Das geflügelte Wort „im Kaim ausrotten“ kommt genau von solche einem Vorgehen.

Besonders perfide ist in diesem Artikel die Aussage des Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der in einem Radiointerview

„Mein Gott, das kann doch passieren“.

gesagt haben soll. Und dieser Mann spricht Gottes Wort? Ich weiss, warum ich bereits vor 30 Jahren aus der Kirche ausgetreten bin.

MUHAAA, ICANN definiert DNS-Umleitungen als böse

Auch wenn dies GARANTIERT keine Antwort auf die leyenhaften Zensurgesetze aus Deutschland sind, so ist die zeitliche Nähe einfach grandios:

Ram Mohan, CTO von Afilias, stellte heute zum Auftakt des in Sydney beginnenden Treffens der ICANN einen Bericht (PDF-Datei) des Sicherheitsausschusses vor. Er wies darauf hin, dass durch diese Umleitungen Kernfunktionen des DNS und viele klassische Dienste gestört würden. Nicht zustellbare E-Mails würden nicht mehr zurückgesandt. Dadurch würde nicht nur das Vertrauen ins DNS untergraben, es würden auch Schlupflöcher für bösartige Attacken geöffnet. Die ICANN müsse dem bei der Einführung neuer Internet-Adresszonen (TLDs) einen Riegel vorschieben. Auch bei bestehenden TLD-Registries sollten derartige Verbote die Regel werden, heißt es im Bericht. In Deutschland leitet unter anderem T-Online nicht auflösbare DNS-Anfragen auf die eigene Seite um.

schreibt Heise. Es geht zwar definitiv NICHT um das Blocken von KinderporNO-Webseiten, technisch ist es aber ein identisches Verfahren (auch wenn das ein Politiker NIEMALS nachvollziehen wird!