Wo sind eigentlich die deutschen Blogger wenn sie gebraucht werden?

OK, auch ich ziehe mir den Schuh an: Wir Blogger haben versagt: ALLE und KLÄGLICH!

Zu der „Freiheit statt Angst“ Demo schaffen wir es Tausende auf die Strasse zu bringen – wenn es aber um Themen geht, die nicht im absoluten Nerd-Mittelpunkt stehen, sondern die gesamte Gesellschaft betreffen, verkacken wir. Kaum einer hat über die Demonstrationen gebloggt die heute in Berlin und Stuttgart gegen das Sparpaket der Regierung statt fanden. Über Twitter kam mal kurz was vorbei geflogen, das war’s dann auch.

Bei zwei Großdemonstrationen in Stuttgart und Berlin haben mehrere Zehntausend Menschen gegen Sozialabbau und das Kürzungspaket der Bundesregierung protestiert. Zu den Kundgebungen hatte das Bündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ aufgerufen. Ihm gehören mehr als 100 Organisationen und Initiativen an, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Parteien SPD, Grüne und Die Linke. (Tagesschau)

Auch die Piratenpartei hat an der Stelle versagt, weil auch sie nicht zu der Demo aufgerufen – sich nicht massgeblich beteiligt hat.  Sorry, ist so.

Aber wir können aus unseren Fehlern lernen! Wir können (mit) dafür sorgen, dass die Demo (hoffentlich) nächste und übernächste Woche wieder stattfinden. Wir können helfen, die Menschen auch in anderen Städten auf die Strasse zu bringen um „denen da oben“ zu zeigen, was des Volkes Wille ist. Der Wille DES Volkes, dass durch die Regierenden vertreten wird.

Wir sind in Parteien vertreten oder haben Kontakte zu diesen. Lasst uns mehr daraus machen – VIEL mehr! Gerade WEIL gerade  die Fußballweltmeisterschaft ist, müssen wir zusammen stehen und die Strasse füllen!

Montagsdemos hatten wir – lasst und Dienstagsdemos machen!

Heute ist die Demo gegen das Sparpaket auf Rivva nicht vertreten – lasst es uns ändern!

12 Gedanken zu „Wo sind eigentlich die deutschen Blogger wenn sie gebraucht werden?

  1. @Falk D.:

    Wie meinst Du das? Darf man nun nicht mehr auf Demos gehen, wo die Gefahr besteht, dass kriminelle Gestalten Gewalttaten verüben? Diesen Ansatz finde ich sowohl gefährlich als auch demokratiefeindlich

    Denn DANN wäre die Kalkulation der Staatsmacht aufgegangen – wobei ich nicht sagen will, dass dieses „Sprengsatz“ von verdeckten Provokateuren geworfen wurde. Aber vieles, was es die letzten Demos als Gewaltfotos in die Medien geschafft hat ging vom Polizeisportverein aus 🙁

    Gewalt hat auf Demonstrationen NICHTS zu suchen.

    Aber dennoch muss ich an meinen alten Klassenlehrer denken: „Aus jeden Recht in einer Demokratie erwächst auch eine Pflicht“. Er bezog die auf das Recht zu wählen – ich erweitere dies aber gern auch auf das generelle Recht seine Meinung kund zu tun.

  2. Man darf fast alles – nur ob es geschickt ist, ist eine Frage. Ich glaube, dass Demonstrationen von Größe und Zahlreichtum das Risiko nicht mal mehr aufwiegen. Ich gehe seit einigen Chaoten-Auftritten in 2004 nicht mehr zu Demonstrationen und halte auch nichts davon, mit einer z.B. stalinistischen Partei oder Organisation in Verbindung gebracht zu werden, nur weil ich in einen Teilaspekt übereinstimme.
    Die Berliner Demo ist bei vielen Medien nun „die Demo mit der Bombe“ und nicht „die Demo gegen die Sparpläne“.

  3. @Falk D.:

    Ja, leider (Demo mit der Bombe). Und genau DAFÜR sollte man den Pranger wieder einführen und die für die Bombe verantwortlichen dort anketten, denn sie haben der Demokratie einen grossen Schaden zugefügt. Einen Schaden wie ihn auch die Randaletouristen aus den besseren Stadtteilen anrichten, die ihre Gucci-Klammoten ausziehen, sich dann schwarz zu verkleiden um bei Demonstrationen und Strassenfesten ihrem armseligen Leben versuchen einen Kick zu geben.

    Was „wir“ aber niemals zulassen dürfen ist, „denen“ das letzte Wort zu überlassen.

  4. An den Pranger gehören die Polizisten und die Journalisten, die aus einem Böller einem Massenvernichtungsknallkörper (hört sich bekannt an) gemacht haben.
    Die sorgen dann dafür, dass Leute ihr Menschenrecht auf freie Versammlung und Meinungäußerung nicht
    mehr wahrnehmen.
    Dürfte der Gurkentruppe wunderbae in den Kram passen.

  5. @Jochen:

    Die Journalisten und randalierenden Polizisten (über die ich schon oft genug geschrieben habe..) stelle ich sofort mit dazu.

    Aber auch die saudummen, randalierenden Randaletouristen auf Seite der Demonstranten haben ihre Teilschuld an der Eskalation. NUR dem Staat die Schuld zu geben ist billig, und unfair. Es sind beide Seiten. Ohne RAF hätten wir damals keine Rasterfahndnung bekommen.

    Es ist IMMER Aktion und Reaktion und da sind BEIDE Seiten nicht frei von Schuld.

  6. @Jochen:

    Kein Problem. Wollte nur festgehalten wissen dass es auf beiden Seiten Arschlöcher und Verfassungsfeinde gibt. Nur regt es mich auf „unserer“ Seite mehr auf. Der Staatsmacht-Industrie-Medien-Komplex (SIMK) ist doch eh weitgehend demaskiert.

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