Mal wieder rottenneighbor oder was wollt ihr alle hier

So wie es aussieht ist Rottenneighbor.com nun KOMPLETT down, oder aber komplett für Seiten aus Deutschland gesperrt.

Der Zugriff von mehreren IP-Adress-Ranges auf www.rottenneighbor.com wird stehts umgeleitet auf www.de.rottenneighbor.com, wo es dann die lapidare Meldung gibt: „We’re sorry, we are currently down for maintanence.“

Die Umleitung auf die .de. erfolgt auch von IP-Adressen, von denen man bei der letzten „Blockade“ deutscher Zugriffe ungehindert auf die Originalseite zugreifen konnte.

Warum schaue ich überhaupt auf die Seite? Ganz einfach: Weil ich seit vorgestern einen SEHR deutlichen Anstieg der Zugriffe auf das Blog hier hatte. Die Ursache ist/war, dass wieder einmal ganz viele Nutzer nach rottenneighbor suchen. Da fragt sich der Blogger doch warum dies so ist. NUN weiss ich es. 🙂

Pirate Bay – Peter Sunde grenzenlos

Peter Sunde, der Kopf hinter Pirate Bay, ist nun für mich den kleinen Schritt zu weit gegangen, der Freiheit von Verbortheit/Dummheit trennt. Auslöser ist, dass über Pirate Bay (ein Bittorrent „Tracker“, der Bittorrent Links, aber keine Inhalte) zur Verfügung, Obduktionsfotos von zwei Mädchen veröffentlicht wurde. Die Fotos haben auf (noch?) nicht nachvollziehbaren Wegen  den Weg aus den Polizeiakten in das Internet geschafft. Als der Vater der Mädchen sich an Pirate Bay wandte, mit der Bitte die Links zu entfernen, bekam er die selbe Antwort, den Peter Sunde auch der Musik- und Filmindustrie gibt: Wir stellen keine Inhalte ins Netz, wir bieten nur die Links an. 

Bis dahin alles ganz in Ordnung. Auch ich stehe für Freiheit. ABER! „Free flow of information“ hat seine Grenzen dort, wo die Rechte Einzelner(!!) betroffen sind. Und genau diese Grenze ist in meinen Augen hier überschritten. Rottenneighbor wurde (wahrscheinlich aufgrund der Intervention Google) gesperrt, aber Sunde legt die Hände in den Schoss, wenn Obduktionsbilder von Minderjährigen über sein Portal abrufbar sind. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl und vor allem mit Menschlichkeit/Ethik und Moral, hätte Sunde still und heimlich die Verweise löschen lassen und das Thema wäre erledigt. Keine Presse und keine Aufmerksamkeit.

Mit dieser Aktion hat Peter Sunde der gesamten „Free flow of information“-Szene einen bösen Streich gespielt.  In seinem Blog (die englische Übersetzung,  das schwedische Original) erklärt Sunde, dass sein Dienst wie ein Telefonbuch funktionert, womit er nicht ganz unrecht hat. Aber auch aus einem Telefonbuch kann man – so man denn will – Seiten rausreissen. Er will nicht, er steht über allem, auch über dem Anstand.

Neues bezügl. Rottenneighbor – Rackspace.com hat sich geäussert

netzwertig.com hat anscheinend ein weiteres Puzzleteil an Informationen bezüglich der Filterung des „Denunzianten-Dienstes“ rottenneighbor.com erhalten. 

Jeff Reich, Chief Security Officer bei dem US-amerikanischen Webhoster(Anm.: gemeint ist Rackspace.com), teilte uns auf Anfrage mit, dass Rackspace nicht für die Erreichbarkeitsprobleme von RottenNeighbor verantwortlich sei. Gleichzeitig merkte er an, dass er nicht beurteilen kann, inwieweit eine Blockierung der Site außerhalb der Infrastruktur von Rackspace stattfände.

Dies deckt sich mit den bisherigen Vermutungen, dass Rottenneighbor selbst – aufgrund von Interventionen von Google – den Zugriff auf die betreffenden Webseiten gesperrt hat. Siehe auch hier