Udo Vetter über seine Erfahrungen mit dem BKA / Betr.: Loeschung von Webseiten

Udo Vetter schreibt – wie ich auch schon – über die Kritik des BKA an der langsamen Abarbeiten von Löschungen in Sachen Kinderpornografie:

Wer schon mal einen Brief oder ein Fax an das BKA oder eine andere Polizeibehörde geschrieben hat, den wird das Lamento aus Wiesbaden erstaunen. Innerhalb einer Woche hat in einer deutschen Polizeibehörde die Nachricht meist noch nicht einmal den Schreibtisch des Sachbearbeiters erreicht. Mit einer Antwort ist sicher zu rechnen, aber vielleicht in Wochen. Manchmal erst in Monaten.

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Müsste es nicht umgekehrt heißen: Sage und schreibe 60 Prozent der beanstandeten Seiten werden innerhalb einer Woche gelöscht! Was sind die Russen, Amerikaner und Holländer doch für flotte Kerle; von denen können wir was lernen.

Das schöne an Udo Vetters Betrachtungen sind stets die Faktoren: Glaubwürdigkeit und „Mann an der Front“. Udo Vetter weiss worüber er schreibt, er ist eine gute und vor allem auch kritische Quelle. Was man von den Herren Zierke und Bosbach nicht zwingend behaupten kann.

Das BKA kotzt mich an: Üble Nachrede in Richtung Hoster und RZs

Nach dem Lesen des folgenden Heise-Artikels muss ich erstmal meine Tastatur reinigen:

Das vom BKA angewendete Verfahren zum Löschen von Kinderpornos umfasst derzeit in der Regel noch verschiedene Stufen. Die Polizeibehörde kontaktiert nach Hinweisen der deutschen Internet-Beschwerdestelle zunächst meist kooperierende Strafverfolgungsstellen in den ausgemachten Ländern oder das zentrale Netzwerk Interpol. Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags könnte das BKA auf dem kleinen Dienstweg auch betroffene Provider direkt über die brisanten Funde informieren. Den Wiesbadener Ermittlern ist dies aber oft zu heikel. Deutsche Zugangsanbieter würden sich ihrer Ansicht nach auch nicht glücklich zeigen, wenn das FBI plötzlich bei ihnen interveniere.

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag beurkundet dem BKA ausserdem eine ausgesprochene Lernunwilligkeit, das heisst es wird weiter (absichtlich, vielleicht sogar auf Anweisung?) geschlampt. :

„Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass die Zahlen im zweiten Halbjahr besser sein werden“, meint etwa der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU).

Ich habe selten eine deutsche Behörde – die von meinen Steuergeldern bezahlt wird – so bei so unverhohlenen Lügen erwischt. Ich arbeite in einem RZ und habe Kontakt zu SEHR vielen Menschen die in Rechenzentren arbeiten, in denen die Gefahr besteht, dass auf einem der Server illegale Inhalte gehostet werden.

Ich kenne aber KEINEN Menschen, der ein Problem damit hätte, wenn das FBI oder auch nur ein ausländischer Privatmensch anruft und bittet den Zugang zu gehostetem, kinderpornografischem Material zu unterbinden. Das würde – inklusive Prüfung – vielleicht 30 Minuten dauern, dann wäre der Server vom Netz und die Beweissicherung wäre möglich.

Ich werde richtig sauer, wenn ich diese verdammten Lügengeschichten höre, aus denen man indirekt  ableiten kann, dass deutsche Provider kinderpornografisches Material nur aus dem Zugriff nehmen, wenn das BKA anklingelt. Und diese ganzen dummen Argumente nur, weil BKA und Innenministerium feuchte Träume von einem Überwachungsstaat haben.

Kann man hier nicht den Tatbestand der Beleidigung oder wenigstens üble Nachrede geltend machen? Liest ein Anwalt mit?

Wer ist effektiver? ISAF-Truppen oder Aufständische?

Wenn ich im Spiegel lese

Binnen Stunden wurden in Afghanistan acht amerikanische Soldaten getötet – unter anderem bei einer Attacke auf ein Polizeihauptquartier.

fällt mir die Welt wieder ein:

Durch Artilleriefeuer sind in Afghanistan erneut sechs Zivilisten von Soldaten der internationalen Truppen getötet worden.

Ihr erinnert euch, was Artillerie macht? Die Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr zum Beispiel kann – mit Spezialmunition – gegen Ziele eingesetz werden, die bis zu 40Km entfernt sind. Im Normalfall beträgt die maximale Schußweite „nur“ 30Km. Wie sowas aussieht habe ich hier schon mal beschrieben.

Was dieser Artikel eigentlich soll? So langsam geht mir die tägliche Kriegsberichterstattung auf den Senkel. Kann man nicht einmal im Monat ein „Isaf:Taliban“ herausgeben? Vielleicht mit einer Angabe von Tendenzen?

Leute, das dort in Afghanistan ist Krieg und im Krieg wird geschossen und es kommt zu (sehr bedauernswerten) Todesfällen. Wer in den Krieg zieht muss mit Verwundeten und Toten rechnen, ebenso wie jemand der in den See geht nass wird.