Amerikanisches Unternehmen lässt weltweite Kommunikation einfrieren

Welch Wehgeschrei erhebt sich, wenn Googlemail – welches in Deutschland nicht GMAIL genannt werden darf – mal temporär nicht erreichbar ist.

OK, es ist natürlich peinlich für Google, aber was soll das Geschrei der Nutzer? Googlemail ist kostenfrei und wer diesen Dienst für wirklich wichtige Informationen nutzt hat eher nicht alle Latten am Zaun. Schliesslich besteht die latente Gefahr, dass die persönlichen Daten bei Google nicht wirklich sicher sind. Und Fimenmails oder ähnlich kritische Inhalte sollte man ohnehin nicht auf Servern halten, die dem Einfluss der NSA ausgesetzt sein können.

Warum also so viel Gerede?

Halbe und ganze Wahrheiten am Beispiel Opel

Schon eine geraume Weile überlege auch ich, was besser ist: Der Adam Opel AG ein paar Milliarden in den Shareholderpopo zu pumpen, oder zukünftige Arbeitslose zu finanzieren?

Zu diesem Thema lese ich gerade in der Welt:

25.000 Mitarbeiter der Marke mit dem Blitz seien im schlimmsten Fall von Arbeitslosigkeit betroffen, dazu kämen etwa noch einmal so viele Arbeitnehmer in Zulieferbetrieben.

Allerdings wage ich den Teil „dazu kämen etwa noch einmal so viele“ bezweifeln. Denn ich setze mal als gegen voraus, dass die Menge an abzusetzenden Fahrzeugen durch einen Opel-Konkurs nicht abnimmt. Also werden durch eine Nichtinvestition in Opel Arbeitsplätze  – durch Mehraufträge – bei anderen Fahrzeugherstellern gesichert. Diese Mehraufträge der anderen Fahrzeughersteller würden wiederum den Umsatz der Zulieferer nicht zu einem Komplettausfall werden lassen, sondern für Mehrabsatz bei anderen Herstellern sorgen. Insofern würde der ausfall der Opel AG ein kleines Konjunkturprogramm für alle anderen Hersteller sein.

Sollte aber Opel gefördert werden, werden auch andere Hersteller weiterhin über Absatznot klagen und wären die nächsten, die – gleiches Recht für alle – bei Steinbrück nach Unterstützung buhlen.

Warum Grossaktionäre für mich Drecksäcke sind

Wenn ich im Spiegel lese, dass der Grossinvestor Christopher Flowers, durch Verkauf  seiner Anteile an der Hypo Real Estate (HRE), Bewegung in das Debakel  marode bank bringt, freut mich das ja ein bisschen.

Aber hey, der Typ (ich schreibe jetzt hier nicht die Bezeichnungen, die mir für so ein widerlich geldgieriges Wesen, dessen Egoismus nur noch durch seine Geldgier übertroffen wird, einfallen) will für seine Aktien den doppelten Börsenwert haben:

In die Übernahme der Krisenbank Hypo Real Estate durch den Staat kommt Bewegung. Großaktionär Christopher Flowers würde seine Anteile an die Bundesregierung abgeben – zum doppelten Börsenpreis. (Quelle Spiegel)

Diese Schmarotzer sollte man man doch glatt voll gegen die Wand rennen lassen, indem man die betreffenden Firmen einfach gegen die Wand fährt und denen dann jegliche Unterstützung streicht,wenn ihre Aktien auf dem Altpapiermarkt nach Gewicht bewertet werden. Durch die Interessen der Aktionäre (Shareholdervalue) wurden in den vergangenen 20 Jahren unsagbar viele Arbeitsplätze vernichtet. Und nun – wenn die Wirtschaft durch ihre unsagbare Geldgier – zusammenbricht, wollen sie ganze Länder ausbluten lassen, indem sie sich ihre Erträge von den Steuergeldern zahlen lassen.

Ich spucke ihnen ins Gesicht!

Und nein, damit meine ich nicht die vielen Kleinanleger, die von den Banken überredet wurden, anstelle von Bundesschatzbriefen doch lieber Aktien zu kaufen. Und ja, ich werde wirklich sauer, wenn ich sowas lese.