Präsident des Bundesverfassungerichts zeigt Schäuble die gelbe Karte

Wenn ausgerechnet Hans-Jürgen Papier (der von der CDU/CSU nominierte!) Präsident des Bundesverfassungsgerichts den Bundesinnenminister vorwirft er „rüttle am Fundament des Rechtstaates“ (Quelle TAZ) so ist das schon harter Tobak und eine ganz andere Qualität, als wenn ein kleiner dummer Blogger wie ich die Verfehlungen des Bundesinnenministers Schäunle kritisiert.

Wer das Prüfungsrecht des Verfassungsgerichts in Frage stelle, könne dieses gleich abschaffen. Wer einen „Primat der Politik“ fordere, rüttle an den Grundstrukturen des Verfassungsstaats, sagte Papier.

wird Papier von der TAZ zitiert. Die TAZ weiter

Papier nannte Schäuble dabei zwar nicht beim Namen, sondern sprach von „vereinzelten“ Positionen, was aber wohl erst recht als Affront wirken dürfte.

Diesen „Kunstgriff“ finde ich sogar sehr schön, nicht dass sich der Bundesverfassungsfeind nachher noch wie ein Amokläufer auf den ersten Seiten der Boulevardpresse feiern lassen kann.

Auch der konservative Richter Udo Di Fabio hatte die Berliner Sicherheitspolitik schon heftig kritisiert und vor der „Lust am antizipierten Ausnahmezustand“ gewarnt.

So langsam frage ich mich ernsthaft, wie lange sich dieser „Herr“ Schäuble noch an seinem Mininisterposten festketten kann, bis Angie mit schwerem Gerät anrückt und ihn achtkantig aus dem Amtssitz schmeisst.

Cloud Computing: Heisse Luft in bunte Wolken verpackt

Cloud Computing, dass neue Buzzwort, dass die IT zu Wohlstand und Segen führen soll, sieht ja auf dem ersten Blick ganz praktisch aus:

  • Teure Lizenzen werden zentral verwaltet und optimiert fakturiert
  • Die Anschaffung teurer Hardware für den Anwender entfällt
  • Personal, welches Soft- und Hardware wartet und supportet entfällt
  • Nie wieder Stress mit Update……..(?)

Schon der Stress mit Updates ist ein Punkt, denn man so nicht stehen lassen kann, denn etwaige Schulungen für neue Softwareversionen werden weiterhin fällig werden. Aber dies ist nicht der einzige Punkt, der von den Propheten des Cloud Computing schön geredet wird, denn es gibt so einige Schwachstellen:

  • Interne Daten (Betriebsgeheimnisse…) werden auf externen EDV-Anlagen verarbeitet und gespeichert (Zugriffssicherheit)
  • Man gibt internes EDV-Wissen frei, da eine EDV-Abteilung evtl. komplett aufgelöst wird (Ausbluten des internen Know-Hows)
  • somit hat man auch kein internes Wissen mehr im Haus „Frau Müller hat ein Problem mit Excel“
  • Ein Weg zurück scheint nahezu unmöglich, wenn erstmal keine Server und IT-Mitarbeiter im Haus sind (Geknebelt)
  • Der Kunde ist auf „Gedeih und Verderb“ dem Anbieter seiner Lösung ausgeliefert, was Softwarestände angeht (Remember PHP?)
  • Der Anbieter kann – aus Kostengründen – die Datenbestände auch in – vom Kunden – ungewünschten Ländern lagern. Dürfen US-Firmen ihre Daten im Iraq verarbeiten lassen? Wo stehen die Server? Globalisierung macht es möglich
  • Bei einem Ausfall der Internetanbindung können die Mitarbeiter nach Hause gehen. Redundant geführte und schnelle Leitungen sind preisintensiv.

Wer also die Buzzwords Cloud Computing oder auch nur „Software as a Service“ in seine Betrachtungen einzieht, die interne EDV mal so richtig auf Vordermann zu bringen, sollte SEHR genau überlegen, ob es langfristig wirklich ein Vorteil für das Unternehmen ist, seine Daten weitgehend auswärts zu verarbeiten.

Und das sage ich, der in einem Rechenzentrum arbeitet. Aber mein „Beruf“ ist es auch zu beraten und nicht nur möglichst schnell viel Geld zu verdienen. Manchmal sind Kunden sehr glücklich, wenn man sie davon abhält Dummheiten zu begehen, nur weil ein paar Grosse der Branche der meinung sind, noch ein bisschen mehr Geld mit Neuheiten zu verdienen.

Althaus lässt es mal wieder krachen

Tja, der Thüringische Ministerpräsident hat es nicht leicht. Zwar kann man in Deutschland auch Vorbestrafter noch weiterhin Ministerpräsident sein – da ist es kein Problem, dass man durch leitsinniges Verhalten des Tod eines Menschen auf dem Gewissen(Gewissen bei Politikern?) hat.

Wenn dann aber Mr. Bildzeitung – der Dieckmann höchstpersönlich – sich um die Reputation des Herrn Althaus bemüht (Siehe Bildblog), dann muss ja alles in Ordnung sein. Die Bild schreibt den Dieter Althaus im wahrsten Sinne des Wortes gesund. Wenn Bild schreiben würde, dass ein Politiker fliegen kann, würde der brave Deutsche nach oben schaun, wenn er Politiker sucht.

Nur eines ist dumm dabei: Sowohl Parteikollegen, als auch die nicht so befreundeten Politiker finden den Auftritt von Althaus in der Springerpresse eher suboptimal. Die Welt (auch Springerpresse!) schreibt:

„Ich halte nichts davon“, reagierte CDU-Landesgeschäftsführer und Wahlkampfchef Andreas Minschke in Erfurt. „Althaus ist noch krank, da besteht nicht der Zwang zum Fotoshooting.“

Herausforderer Bodo Ramelow von der Linken befürchtet jetzt eine tägliche Seifenoper um die Gesundheit von Althaus, mit der die CDU von ihren politischen Problemen ablenken will. Ähnlich beurteilt das SPD-Chef Christoph Matschie, der Althaus vorwirft, sich fragwürdig in Szene zu setzen.

Durch das Interview in der überregionalen Zeitung sieht Minschke den Unmut im eigenen Land wachsen. Die „scheinbare Bevorzugung“ der „Bild“ begründete er mit der Medienpräsenz in Allensbach, wo Althaus derzeit behandelt wird. „Wenn er nach Thüringen zurückkehrt, wird die Ausgewogenheit mit den regionalen Medien wieder hergestellt.“

Tja, da hat der Herr Althaus wohl noch mit ein paat Spätfolgen des Unfalls oder der Medikation zu kämpfen. Obwohl, ein Politiker ist doch so oder so immer bemüht gut in den Medien dargestellt zu sein. Alles andere ist doch egal. Was schert den Althaus die Kritik? Bild schreibt es geht ihm gut. DAS ist wichtig!