Religiöse Eiferer greifen Grundgesetz an

In der FAZ schreibt Regina Mönch einen Artikel unter der Überschrift „Wie viel religiösen Eifer verträgt eine Schule?“ und ich bin ganz aufgeregt und frage mich: Was ist da bloss passiert? Aber Frau Mönch klärt schnell auf worum es geht:

Ist das rituelle Mittagsgebet eine unerlässliche Pflicht für muslimische Schüler, und muss die Schule ihnen ausreichend Platz dafür einräumen? Ein Berliner Gerichtsurteil verneint dies und wendet sich gegen die Islamisierung des Schulalltags.

Es geht also um ein Mittagsgebet. Wer ein Mittagsgebet spricht ist ein „religiöser Eiferer“? Was ist mit Menschen die ein Tischgebet sprechen? Was ist mit toten Kindern von Göttern, die in Schulklassen erst ans Kreuz und dann an die Wand genagelt werden?

Wer ist hier der Eiferer? Ist es das Schulkind? Sind es die Eltern des Kindes oder ist es gar die Journalistin, die Menschen die versuchen die Religionsfreiheit zu leben, als „religiöse Eiferer“ versucht zu denunzieren?

Ich bin ein Freund der Freiheit – Freiheit in jedem Sinne, solange andere nicht durch die Freiheiten beeinträchtigt werden. Die Schule – als Behörde – muss sich religiös neutral verhalten. Schüler dürfen ihre Religion ausüben, solange sie Andere nicht in ihrer Freiheit (auch der Freiheit zu lernen) behindern.

OK, ich kann keine Kirche gründen in der es Vorschrift ist alle 2 Stunden in einem Pool ein religiös reinigendes Bad zu nehmen und dann von Schulen und Arbeitgebern verlangen diesen Pool zur Verfügung zu stellen. Auch eine Religion die verlangt alle 2 Stunden eine Cannabis-haltige Zigarette zu rauchen hätte sowohl Charme als auch keine Chance. Wenn sich unterschiedliche Befindlichkeitsträger versuchen vernünftig zu einigen, kommt man typischerweise am besten miteinander aus.

Ruhrbarone: Merkbefreiung oder Manipulation

Wenn mich jemand fragen würde, wie ich das Problem beschreiben würde, dass jemand davon befreit ist etwas zu merken, oder wie ich eine Lernschwäche definieren würde, würde ich auf den Stefan Schröder bei den Ruhrbaronen verweisen. Anschaulicher kann man diese Auffälligkeiten einem Nachfrager nicht präsentieren.

Als erstes müsste der Lernwillige dieses Pamphlet gegen Jörg Tauss lesen. Ein Artikel, der von dem Autor mehrere Male geändert wurde, da ihm zu deutlich nachgewiesen wurde, dass er nicht nur Mist geschrieben hat, sondern sich auch noch strafbar machte. Näheres dazu kann man den Kommentaren zu dem Artikel entnehmen.

In den Kommentaren nun wurde diesem Stefan Schröder sehr deutlich nahegelegt welche Fehler er – journalistisch und menschlich – in seinem Artikel und den steten Änderungen des Textes machte (auch ich schrieb bereits darüber). Ich wurde eben darauf hingewiesen, dass Herr Schröder tatsächlich die Dreistigkeit besitzt noch einmal mittels eines weiteren Artikels nachzulegen. Stefan Schröder ist nicht in der Lage seine eigenen Fehler zu erkennen resp. zuzugeben. Lieber ändert er nachträglich seine Artikel (natürlich ohne dies zu kennzeichnen), oder er erklärt Menschen die an seiner Art seine „Meinung“ kund zu tun schlicht als:

Seither toben sich in den Kommentaren die Tauss-Verteidiger aus.

Das kommt in den psychologisch unterstellenden Bereich: Wer mich und meinen Artikel kritisiert, der hat bestimmt auch Dokumentation von Kindesmissbrauch Zuhause. Das ist die gleiche billige Weise des Denunzierens wie wir es von Zensursula und Schäuble kennen. Billig und durchsichtig. Dieses Verfahren inhaltliche Argumente durch verstecktes verunglimpfen des Gegenübers findet sich in dem Artikel von Schröder noch einige Male.

Entweder ist Schröder also wirklich merkbefreit, oder es ist Absicht. Sollte er merkbefreit sein, so sollte seine Freunde ihn an die Hand nehmen  und ihm helfen. Ist es aber Absicht, so sollte man die Umwelt vor ihm und seinen Mit-Manipulatoren bei den Ruhrbaronen warnen.

(Update) Adliger Dünnpfiff

Nilsket hat ein Talent gewisse Dinge ungeschminkt und kreativ auf den Punkt zu bringen:

Immer mal wieder werden irgendwelche Ruhrbarone zitiert. Da wird wirklich Dünnschiß geadelt, der Name ist sehr passend.

Ich habe – bis heute – die Ruhrbarone verfolgt. Mir gefiel das Projekt an sich. Teils war da sicher Fragwürdiges zu finden, aber auch in meinem Blog ist nicht alles Gold was glänzt. Heute allerdings haben sich die Ruhrbarone „Journalisten bloggen das Revier“ so etwas von selbst abgeschossen, dass es eine wahre Pracht ist.

Stefan Schroeder – seine Zeichens wohl Journalist – (Remember: Journalisten bloggen das Revier) bloggt über das Web2.0 Ereignis des Tages: Die Verurteilung des ex-SPD Mannes und jetzigem Mitglied der Piratenpartei Jörg Tauss. Er schreibt:

In den Knast muss der Pirat wegen seiner Vergewaltigungsbildersammlung nicht. Schade. Ich hätte es ihm gegönnt.

Ein Journalist, der in einem Artikel schreibt „Ich hätte es gegönnt“? Sowas schreibt man in einem Kommentar, ich schreibe dies in meinem Blog – ja. Aber in einem journalistisch erarbeiteten Artikel haben solche Sätze nichts verloren! Schroeder weiter:

Der sich an Kinderschändungen ergötzende Piratenpolitiker Jörg Tauss

und

Es ist nun gerichtsfest nachgewiesen, dass sich Tauss Bilder von Kindervergewaltigungen besorgt hat, um sich daran aufzugeilen.

Gerichtsfest nachgewiesen? OK, ich bin kein Journalist, aber wenn in dem Urteil der Satz

Die Kammer hat allerdings nicht festgestellt, dass der Angeklagte die Taten aufgrund eines sexuellen Interesses begangen hat; dies war für die Tatbestandsverwirklichung  auch nicht erforderlich.

steht, ist dann gerichtsfest nachgewiesen, „dass sich Tauss Bilder von Kindervergewaltigungen besorgt hat, um sich daran aufzugeilen“? Ich denke, da hat Stefan Schroeder seine feuchten, journalistischen Fantasien ausgelebt, und bewiesen dass er eine Gefahr darstellt.

Veröffentlichungen geben dem Verfasser von Medieninhalten eine gewisse Macht – mit dieser Macht gilt es verantwortungsvoll umzugehen. Stefan Schroeder, Ruhrbaron, scheint es in meinen Augen an der Befähigung zu mangeln mit dieser Macht umzugehen. Journalismus geht anders. Was hier abgeliefert wurde ist unterhalb des Niveaus der BILD-Leserreporter.

[UPDATE] Es lohnt sich die Namen der Kommentatoren mit dem Impressum der Ruhrbarone zu vergleichen. Die Namen der schärfsten Tauss-Kritiker und liebevollsten Schröder-Beschützer  finden sich alle im Impressum dieses adeligen Fliessstuhls wieder. Seltsam. oder ist es bezeichnend für das, was sich unter den behaarten Käseglocken der dort veröffentlichenden selbsternannten Journalisten abspielt?