Macht Blogschrott nun seinem Namen Ehre?

Yannik hat sein Blogschrott verkauft und der neue „Eigentümer“ scheint tatsächlich am Thema SEO interessiert zu sein.

Es sind zwar – wenn man auf Yannicks Webseite geht – keine (offensichtlich) neuen Artikel vorhanden, allerdings zeigt der Google-Feedreader, was schon mal „getestet“ wurde.

  1. Werbung für „Bon Kredit“ die „Kredit ohne Schufa“ anbieten,
  2. ein nichtsagender Dreizeiler über „Rottenneighbor.com“ „Nachbar“ und „anschwärzen“,
  3. ein Artikel mit der Feststellung, dass fast jeder in Deutschland ein „kostenloses Girokonto“ hat
  4. und die Feststellung, dass „Free SMS“ DER Trend im Internet ist

Das ganze mit Layer-Ads garniert, über die sich der Mlogger schon ausgelassen hat, sind ein weiteres Indiz, dass Blogschrott anscheinend ganz schnell den Weg auf dem Altmetallschrottplatz der Geschichte nehmen kann.

Wer sich – mittels Whois – die Mühe macht, herauszufinden wer nun hinter dem Blogschrott steckt, wird feststellen, wie intensiv der neue Besitzer sich bereits in das Thema Blogging eingearbeitet hat. (Nachtrag 22:09 – 28.08.2008: Der neue Besitzer ist noch nicht offiziell bekannt, der von mir vormals Verlinkte ist nur der Besitzer(Owner) der Domain blogschrott.net, die Yannick wohl nie gehörte. )

Es sieht so aus, als wenn sich die Diskussion um den Verkauf des Schrottblog (siehe Basiclog, Stoibär und andere)  sich ins Leere drehen könnte. Oder auch nicht, denn in den Händen eines (dem Anschein nach) ausschliesslich AD(=Einnahmen)-Interessierten, lassen sich aus den Mailadressen der bestehenden Kommentare sicherlich auch noch ein paar Silberlinge dengeln.

Nachtrag 30.08 14:10: Anscheinend wird nun doch Gerald Steffens das Blog von Yannick übernehmen. Boah, ist das alles aufregend …..

Der beste Schuster hat die krummsten Hacken

Da es heute sowas von angesagt ist sich über anderer Leute Unzulänglich- und Dämlichkeiten lustig zu machen, möchte ich euch – verehrte Zielgruppe – auch mal einen Grund geben, euch über meine Tollpatschigkeit schlapp zu lachen und über mich herzufallen.

Vor zwei Tagen war ich noch der Meinung, DIESES Debakel solle nie jemand erfahren – so peinlich ist es mir. Aber was solls, man muss auch mal dazu stehen ein Depp zu sein!

Was ist passiert: Ich hatte von Mitte März bis Ende April massive Probleme mit meinem privaten DSL-Anschluss. Dies ging bis zu einem 100%igen Ausfall, welcher durch den Bautrupp der Telekom durch Austausch der Zuleitungen zu meinem Hausanschluss behoben wurde. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde die DSL-Geschwindigkeit meiner Leitung auf 8MBit gedrosselt – besser als nix.

Seitdem das DSL wieder funktioniert, surfte ich und nutze das Internet wie gewohnt. Nun, da ich Urlaub habe, kam ich auf die Idee mal meine Leitungsdaten zu checken. Der Ergebniss war niederschmetternd: Eine Durchsatzrate von höchstens 5,5MBit – und das bei nagelneuer „Zugangs“verkabelung. Was macht das Reizzentrum also: Anruf bei Hansenet, zwecks Überprüfung der Leitung. Die (wirklich) freundlichen Supporttechniker stellten fest, dass die unterschiedliche Werte sehen. Mittels der einen Software wurde zwar erkannt, dass mein Modem mit 8MBit synchronisiert hatte, aber das Modem selbst wurde nicht „gesehen“. Die andere Software sagte aus, es wäre mit 12MBit synchronisiert.

Also das grosse Programm, dass ein Telefonsupporter eines DSL-Anbieters machen kann: Komplette Leitungsprüfung, inklusive Leermessung (TAE-Stecker ziehen). Da ich von den Support von meinem Festnetztelefon anrief, musste ich also ein zweites mal vom Mobiltelefon anrufen um die Leermessung durchführen zu lassen. Aufgelegt, neuer Anruf:

Die Leermessung wird durchgeführt – alles OK. Danach Reset des Remoteports an der Colocation sowie meines Modems und Anheben der Verbindungsgeschwindigkeit auf Anbieterseite auf 12MBit: Immer noch langsamer Datenstrom am Endgerät. Als nun der – überaus freundliche! – Supporter erklärte, dass dann wohl nochmals ein Techniker sich die Anschaltung vor Ort ansehen müsse, kam mir ein furchterregender Verdacht und ich wiegelte ab: „Ach, lassen sie man, im Moment gerade ungünstig, lassen wir nochmal so laufen – ich melde mich wenn es in ein paar Wochen noch so schleppend auf der Leitung zuckt“

Am nächsten Tag investierte ich ein paar Euronen und habe seit vorgestern komfortabe Downloadraten von 12MBit.

Die Moral der Geschichte: Ab und an sollte man alte Technik ausmustern: Mein alter Netgear-Router, der nur 10MBit Interfaces hat, ist einfach technisch nicht in der Lage mehr als 5,5 MBit zu übertragen. Die Anschaffung eines Routers mit 100MBit-Switch wirkt Wunder.

Warum mir das so peinlich ist: Auch wenn ich ein Sales-Droide bin, so darf ich – glaube ich – mit Fug und Recht behaupten, im Bereich Netzwerktechnik zu den Fachleuten zu gehören. Server-, Netzwerktechnik und Protokolle sind mein Fachgebiet. Und ausgerechnet mir passiert eine so saublöde Geschichte.

Wer soll das bezahlen?

Das Thema Arbeit, Löhne und vor allem Lohnspreitze bestimmt dieser Tage – neben anderem – die Medien. Die Besserverdienenden verdienen immer besser, die „Niedriglöhner“ immer weniger.  Generell haben die Mehrzahl der Bundesbürger „zu wenig“ Geld in der Geldbörse um sich etwas „leisten“ zu können – selbst der Konsum ist eingeschränkt, es werden nur noch Billigstprodukte erworben. Es ist legitim Eier von „KZ-Hühner“ zu kaufen, weil die „guten“ Eier unerschwinglich sind. Dies gilt nicht nur für HARTZ-IV Empfänger sondern immer mehr auch für „normal arbeitende“ Menschen in diesem unserem Land.

Woran liegt dies? Man könnte nun die Deppen-Keule herausholen und billig die Schuld auf Zuwanderer etc. schieben. Da wir hier aber weder am Tresen der Eckkneipe, noch im Tumbentreff sind, lassen wir diesen Blödsinn einfach mal gleich aussen vor. Denn die Zuwanderer nehmen niemanden wirklich den Job weg.

WENN wir mal schaun wollen, wer uns die Jobs wegnimmt, richten wir unseren Blick in Richtung Roboter und Automatisierungstechnik.

Beispiel eins –  Der Hamburger Hafen: Hier wurden vor 40 Jahren noch Kisten und Säcke massenhaft per Hand gewuppt. Hunderte von Arbeitern entluden die Schiffe, beluden Paletten und/oder Eisenbahnwagons. In der Zeit der Container werden diese „Handwerker“ nicht mehr benötigt. Ein paar Zitate aus Planet Wissen

  1. 1950 bewegte ein Arbeitstrupp von sieben bis zehn Mann pro Schicht etwa 18 Tonnen Stückgut.
  2. Die großen Containerschiffe transportieren bis zu 7500 solcher „Blechdosen“ (Container). Aus- und eingeladen wird per Fernsteuerung. Nach nicht einmal zwei Tagen kann das Schiff neu beladen wieder abfahren – früher hätten dafür zahlreiche Arbeiter mehrere Schiffe mehrere Wochen lang löschen und beladen müssen.
  3. Um 1890 zählte man 10.000 bis 15.000 Tagelöhner im Hamburger Hafen
  4. Als 1952 der erste Gabelstapler seinen Betrieb aufnahm, kam das im Hafen einer Revolution gleich. Was vorher mehrere Männer per Hand schleppen mussten, konnte nun von einem Mann auf einer Maschine transportiert werden.
  5. Die wirklich einschneidende Entwicklung aber fand später statt: 1968 machte das erste Containerschiff in Hamburg fest.

Die Arbeit im Hafen hat sich massiv gewandelt. Es wird zum einen immer mehr von immer weniger Menschen bewegt und es werden kaum noch „einfache“ Arbeiter beschäftigt, sondern gut ausgebildete Spezialisten. Es entfallen genau DIE Arbeitsplätze, die eben den Menschen ohne weitergehende Ausbildung ein Einkommen ermöglichen.

Beispiel zwei – Die Automobilindustrie

allein zwischen 1991 und 1995 wurden über 120.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie vernichtet.

Quelle: Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Diese Zahlen liegen zum einen auch an der Auslagerung von Produktionsprozessen an diversifizierte Zulieferer aber vor allem an Verlagerung von Produktionsstandorten und auch von der immer weiter fortschreitenden Automatisierung. Was früher von Hand gemacht wurde, erledigen heute Roboter. Roboter schweissen exakter als Menschen, haben weniger Fehlzeiten und verlangen keine Gehaltserhöhung. Ich höre schon das Argument: Die Roboter schaffen aber auch Arbeitsplätze. An der Stelle ist die Frage erlaubt, ob sie langfristig mehr Arbeitsplätze schaffen, als abgebaut werden. Denn WENN Automatisierung mehr (im Hintergrund) menschliche Arbeit erfordert, als sie (im Vordergrund) einspart, wäre sie nicht mehr wirtschaftlicher. Auch werden „minderqualifizierte“ Arbeitsplätze (Schweisser etc.) gegen Ingenieure ausgestauscht. Der Hochschulabsolvent hat einen Job, der gewerbliche Arbeiter hat Hartz-IV.

Hier kommen wir in den Bereich, der auch steuerliche Auswirkungen hat: Maschinen bekommen kein Gehalt und konsumieren nicht. Auch zahlen sie nicht in diverse „Sozialkassen“ ein. Wenn früher 100 Arbeiter Lohn bekamen, welchen sie dem Wirtschaftskreislauf zukommen liessen, so fehlt dieses Kapital nun auf dem Konsummarkt, wenn die Arbeit von einer Maschine erledigt wird. Der Arbeiter hat sich ein Auto gekauft – macht dies eine Maschine auch?

Eine (zugegeben freche) Idee wäre es, auch automatisierte Arbeit am Kapitalumschlag teilnehmen zu lassen, in Form eines zu erstellenden Wertes – ähnlich Masseinheit „Pferdestärke“ mit der James Watt versuchte die Leistung seiner Dampfmaschine „transparent“ zu machen. Vielleicht sollte man eine Masseinheit „Menschenkraft“ (MK) einführen, mit denen bewertet wird, wieviele Menschen eine Maschine ersetzt. Abhängig vom MK-Wert einer neu eingesetzen Maschine könnte dieser nun definieren, wieviel Sozialabgaben der Unternehmer an Arbeitslosenversicherung und andere Bedarfsträger abzuführen hat.

Vielleicht würde die Einführung des MK auch dem Herrn Götz Wolfgang Werner weiter helfen, der ein Verfechter des – von mir als sehr positiv betrachteten – Bürgergeldes ist.

Sicher sind das Wege, die sehr weite Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft haben werden. Aber sehr lange können wir den alten Weg nicht mehr weitergehen. Selbst die „Könige der Globalisierung“ wandern um den Erdball um immer günstigere Industriestandorte zu erschliessen. War vor 20 Jahren Taiwan noch ein Billiglohnland, so ist heute China viel reizvoller – noch! Denn global wird der Faktor menschliche Arbeit immer mehr von der Maschine ersetzt.

Der Motor des Kapitalismus ist das Wachstum, wie aber wird Wachstum realisiert, wenn weiter Firmen aufgekauft werden und es irgendwann „Die Firma“ gibt, die global jegliche Produktion und Dienstleistung aus einer Hand (natürlich weitgehend automatisiert!) anbietet. Wer wird dann noch kaufen und vor allem bezahlen?