Kann man sich die Merkel SO vorstellen?

Barack Obama war in der Late Night Show bei Jay Leno. Nach diesem Artikel bei mir, wurde ich von Ingo auf das Video bei NBC aufmerksam gemacht, welches ich auch „unten“ verlinkte.

Leute, schaut auch dieses Video an! Ich zitiere nochmal den Welt-Artikel um auch ein wenig anzufüttern, wie sich ein sehr-sehr mächtiger Staatsmann ausdrücken kann:

„Um mal anschaulich zu machen, was Leben im Weißen Haus so bedeutet – gestern landeten wir also in Costa Mesa. Vom Hubschrauberlandeplatz sehe ich das Gelände, auf dem ich gleich auftreten soll.“ Dann spielt Obama den Dialog mit dem Secret Service nach.

„Ich: ,Warum laufen wir nicht einfach da rüber?‘“

Secret Service: „No, Sir. Das sind 680 Meter.“

Lacherfolg beim Publikum.

„Ich: „Das ist ein Fünfminutenweg, nicht?‘“

Secret Service: „Yes, Sir. Tut uns leid.”

„Man hat mich”, fährt Obama fort, „dann den Rückweg zu Fuß machen lassen. Ein Arzt mit dem Defillibrator hinter mir.“ Großer Lacherfolg.

„Michelle“, sagt Obama, „macht sich ja oft über meine Wagenkolonne lustig. Der Krankenwagen, dann der Bremswagen, danach der Hundeschlitten – und dann das U-Boot…“

Ein Mann mit diesem Humor – wäre der in Deutschland an der Spitze einer politischen Partei denkbar? Wie schafft es dieser Mann, neben seinem Job die Energie zu haben, noch so locker plaudern zu können? Absolut beeindruckend. OK, ihr werded sagen: „Das ist Öffentlichkeitsarbeit, das gehört dazu“. Stimmt, aber es ist eben gute Öffentlichkeitsarbeit, wenn sich der Präsident in eine Talkshow setzt und dort dem (Wahl-)Volk  locker(!) die Hintergründe der AIG-Katastrophe erklärt und warum er so handelt, wie er es tut.

Ich kenne KEINEN deutschen Politiker, dem ich zutraue so locker und bodenständig zu agieren, wie es Barack Obama tut. OK, auch er wird noch weitere Entscheidungen treffen (müssen), die unpopulär sind. Das bleibt in der derzeitigen Weltwirtschaftslage definitiv nicht aus, aber wenn es es schafft, dass die Leute ihm vertrauen und seine Entscheidungen (gerade die unpopulären) verstehen nachvollziehen können, schmecken die Pillen nicht mehr ganz so bitter.

Goldener Windbeutel: The Winner is DANONE ACTIMEL

Ich berichtete bereits über die Foodwatch Aktion „Wahl des Goldenen Windbeutel”, der das Produkt auszeichnet, dass mit der dreistesten Werbelüge wirbt. Nun haben rund 35.000 bei Foodwatch abgestimmt und den Actimel zum dreistesten Marketingcoup gewählt. Dabei wurde ein Wahlergebniss von 47% erreicht – davon können Politiker nur träumen.

Vom 19. Februar bis zum 19. März 2009 konnten Verbraucher auf www.abgespeist.de ihre Stimme für einen der fünf Kandidaten abgeben. Dabei wurde jede Stimme nur einmal gezählt. 19 Prozent der Teilnehmer stimmten für den Kinderdrink Biene Maja von Bauer, der damit auf dem zweiten Platz landete. Knapp dahinter liegt mit 18,2 Prozent der Stimmen das Bertolli Pesto Verde von Unilever. Für das Kindergetränk Frucht-Tiger von Eckes-Granini stimmten 12,5 Prozent, der Gourmet-Genießerkuchen von Bahlsen bekam 3,3 Prozent der Stimmen.

Telepolis schreibt:

Heute wird Danone in München der „Goldene Windbeutel 2009“ für die „dreisteste Werbelüge“ verliehen. Der Nahrungsmittelkonzern gewann den Preis für sein Joghurtprodukt „Actimel“, das intensiv beworben wird. Die dafür verwendeten (und auf YouTube ausgiebig parodierten) Fernsehspots suggerieren, dass das Produkt hilfreich wäre, um Erkältungen vorzubeugen.

Eine Werbeaussage, die nach Ansicht von Anne Markwardt, der Leiterin der Foodwatch-Kampagne abgespeist.de, nur sehr bedingt zutrifft: „Actimel schützt nicht vor Erkältungen – es stärkt das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, ist aber vier Mal so teuer und doppelt so zuckrig.“ Mit dem Preis erhält Danone das Recht, auf seinen Actimel-Flaschen mit dem Siegel „Goldener Windbeutel 2009“ zu werben – laut Markwardt sogar „ganz ohne Lizenzgebühren.“

Nachtrag: Nun hat auch der Spiegel berichtet:

Der Konzern selbst zeigte sich erwartungsgemäß wenig begeistert von der Auszeichnung: Danone weigerte sich, den „Goldenen Windbeutel 2009“ anzunehmen und sprach von „gezielter Verbraucherverunsicherung“. Die Vorwürfe seien nicht zutreffend: Actimel aktiviere nachweislich die Abwehrkräfte, teilte das Unternehmen mit. „Das ist in mehr als 30 wissenschaftlichen Studien belegt.“

Jau, und mit den gleichen Studien könnte man belegen, dass eben hundsfortsordinärer (nur VIEL niedrigpreisiger) Jogurt dieselbe Wirkung hat.

Dafür liebe ich die Springer-Presse

Da gibt es in der Welt einen Artikel, der mit „Obamas peinlicher Ausrutscher bei Jay Leno“ überschrieben ist. In diesem Bericht findet man dann Textzeilen wie:

Um es kurz zusammenzufassen: Barack Obama machte seine Sache gut. Sehr gut sogar.

Ich habe im Gedächnis, dass eine Überschrift den Gesamtinhalt eines Artikels kurz und knackig beschreiben soll. Quasi eine knappe Inhaltsangabe. Was aber wird aus der Überschrift, wenn die in einem Artikel abschliessend wie folgt bewertet wird:

Die Aufregung über den Paralympics-Ausrutscher wird sich schnell legen. Barack Obama ist immer noch ein Wunder, und seine Aufgabe ist viel zu gewaltig. Wenn Obama den Halbsatz nicht selber so ernst genommen hätte, was für ihn spricht, er wäre kaum der Rede wert gewesen.

DANN ist doch wohl der ganze Artikel kaum der Rede wird, wenn die Überschrift selbst so ad absurdum geführt wird, oder? Naja, Springer halt.

Nachtrag und Dank an Ingo – der mich mittels Kommentar auf den Mitschnitt hinwies.