IPad-Hype und die Mitwirkung der Medien

Nicht immer sind Journalisten mit Leidenschaft bei der Sache: Wenn es aber um Apple geht, kann man ihnen keinen Vorwurf machen. Selten gab es soviel distanzlose Hymnen und kostenlose Werbung wie für den Ipad.

beschreibt das NDR Magazin ZAPP einen Beitrag, den ich für absolut sehenswert halte.

Für mich ist der/die/das  IPad nichts anderes als eine elektronische Zeitung. Ein IPhone ohne Phone. Mit einem Computer hat das Teil weniger zu tun als die meisten Mobiltelephone. Das grösste Manko ist, dass der Zentralist Apple definiert, welche Software überhaupt auf dem IPad (wie auch auf dem IPhone) zum Einsatz kommen darf. Quasi eine Ethisch-Moralisch-Monetäre Firewall für Software.

So etwas kann ich schon mal gar nicht befürworten, denn was auf meinem Rechner passiert, möchte ich immer noch mitbestimmen, sonst ist das IPad nichts anderes als eine moderne Waschmaschine oder eine elektronische Zündanlage: Ich benutze es EXAKT so, wie es der Hersteller sich vorstellt. Jegliche Freiheit der Nutzung wird mir genommen und die Kreativität massiv eingeschränkt.

Psychopharmaka sind billiger als Klopapier

Kein Toilettenpapier, keine Seife und notfalls ruhiggestellt mit Medikamenten: Die italienische Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ berichtet von erschreckenden Zuständen in italienischen Flüchtlingslagern. (Tagesschau)

Da fehlen mir einfach die Worte, deshalb noch zwei Zitate aus dem Artikel:

Zum Teil werden bis zu zwölf Menschen über Monate in 25 Quadratmeter große Wohn-Container gesperrt.

In Trapani hätten die  Schlafräume nicht einmal Fenster, der Aufenthaltsplatz für die Allgemeinheit bestehe aus einem kleinen von Gittern umgebenen Absatz.

Und nein, es sind NICHT die Italiener, die an diesen Zuständen schuld haben, es ist deren armselige Regierung, angeführt von einem Mann der die Medien kontrolliert.

You get what you pay for

Die weltweit größte Rückrufaktion bei Toyota zeigt die angespannte Lage zwischen Autokonzernen und ihren Zulieferern. Durch den Einbau billigerer Teile und durch simplere Fahrzeugkonstruktionen versuchen die Autobauer verzweifelt, die Kosten zu senken.

schreibt die FTD und beschreibt damit zurecht, was aus uns (weiten Teilen – eben der Geldgeier) geworden ist. Dazu fallen mir zwei kluge Sprüche ein, die sich immer wieder bewahrheiten: „Nichts ist teurer als billiges Werkzeug“ und „Wer billig kauft kauft zweimal“. Bei Investitionen (langfritig zu finanzierenden Anschaffungen) wird jeder Entscheider sein Augenmerk auf Qualität und Güte legen. Bei den Handel- (oder „zur Veredelung benötigten) Waren allerdings heisst es „Den wahren Ertrag macht der Kaufmann beim Einkauf“.

Was die Ersparnis von ein paar Cent pro KFZ allerdings ausmachen kann, wird Toyota in Sachen Reputation derzeit sehr anschaulich vorgeführt.

Wo liegt aber das eigentliche Problem? Früher hielten Fahrzeuge doch viel länger als heute und (fast) jeder konnte sich einen unverwüstlichen VW-Käfer oder Opel Kadett leisten! Es sind zwei Probleme: Erstens sind unsere Fahrzeuge heute wesentlich leistungsfähiger, spartanische Fahrzeuge gelten in Industrieländern als unverkäuflich. Und zweitens haben weite Teile der Bevölkerung nicht mehr soviel Geld zur Verfügung wie noch vor 30 oder 40 Jahren.