Die Wagenpapiere und eine Speichelprobe bitte

So – oder so ähnlich – wird man im Kreis Ludwigsburg angesprochen, wenn man in eine Fahrzeugkontrolle gerät. Die Ludwigsburger Kreiszeitung schreibt:

Niemand werde von der Polizei zum Mitmachen bei einem DNA-Test gedrängt – die Abnahme des genetischen Fingerabdrucks im Rahmen normaler Kontrollen erfolge freiwillig und unter strikter Wahrung der rechtlichen Bestimmungen. Richtig aber sei, dass der Gentest per Speichelprobe bei Verkehrskontrollen im Raum Ludwigsburg-Heilbronn mittlerweile Routine sei.

Tja, was soll man dazu noch sagen? Diese Aussage ist besonders interessant:

Sollte der DNA-Test negativ verlaufen, werde die Probe umgehend vernichtet,

Was der Begriff „umgehend“ in diesem Zusammenhang heisst, kann man im Lawblog nachlesen. Dort ist ein Fall beschrieben, in dem nach einem Gerichtsbescheid zur Löschung der Daten aus der Gendatei auch nach einem Jahr nichts passiert ist.

Via Heise

Thüringische CDU glaenzt durch erschreckende Ehrlichkeit

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus hat – wie die thüringische CDU mitteilt – weiterhin vollen Rückhalt der Partei und soll auch bei den anstehenden Wahlen der Spitzenkandidat sein. Das finde ich gut.

Folgende Betrachtungen spiegeln meinen Wissenstand zu den bisherigen Ermittlungen bezüglich des Unfallhergangs wieder. Sie haben keinen Anspruch auf Richtigkeit, aber sind – in meinen Augen – eine Betrachtung wert. Die Welt schreibt z.B.

Zehn Tage nach dem Skiunfall, bei dem eine Slowakin starb, sprechen die Indizien für eine Schuld von Dieter Althaus. Deshalb wird der Staatsanwalt wohl Strafantrag gegen den Politiker wegen fahrlässiger Tötung stellen. Unabhängig von einem möglichen Prozess hält die thüringische CDU an ihrem Ministerpräsidenten fest.

Wie kann man dies interpretieren?

Da wird der Skifahrer Althaus bei der Abfahrt zu schnell – um sich selbst vor einem Sturz zu retten, bringt er Andere in dergestalt in Gefahr, dass diese sterben. Mit so einem Verhalten ist man genau der richtige Spitzenkandidat einer polititischen Partei. Um seinen eigenen Arsch zu retten geht man da schon mal über Leichen – ohne Angst haben zu müssen den Rückhalt der Partei zu verlieren.

Erschreckend deutlich, wie diese Volksvertreter funktionieren und ein weiterer Beweiss, dass man keinen Arsch in der Hose haben darf um in unserem System nach oben zu kommen. Lieber auf Kosten anderer sich selbst aus unangenehmen Situationen bringen.

Springer-Verlag hilft Christian Klar bei Eingliederung

Oder auch nicht.

Völlig egal, für welche Straftat ein Mensch verurteilt wurde, nachdem das Strafmass erfüllt wurde, sollte er wieder eine Chance haben. Dieses gilt für Steuerhinterzieher, die wieder in Ihren Beruf wandern genauso wie Grafen, die nach der Flick-Affaire wieder ihre politischen Ämter einnehmen. Dieses Recht sollte auch einem Christian Klar zustehen. SOLLTE, denn die BZ (ein Organ des Springer Verlages) sorgt dafür, dass die Wiedereingliederung deutlich erschwert wird.

Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar tritt sein geplantes Praktikum am Berliner Ensemble nicht an. Das teilte das Theater am Freitag mit. Klar befürchte, dass durch die „sensationslüsterne Berichterstattung“ in einem Teil der Medien und „die anhaltende Belagerung“ des Ensembles durch Paparazzi das Theater, dessen Direktor Claus Peymann und er selbst Schaden nehmen könnten. „Das angestrebte Leben in Normalität nach 26-jähriger Haft scheint unter diesen Umständen nicht möglich“, heißt es in der Mitteilung.

schreibt die TAZ. Wer dabei an „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ denken muss, liegt bestimmt nicht so weit von der Realität weg.. Die Macht der Medien erzeugt auch Ohnmacht auf Seiten der Bevölkerung.

Nachtrag: Auch Bildblog, Lawblog und Zitty haben sich des Themas angenommen