Es gibt auch kritische Politiker

Ob Thilo Weichert bald „getausst“ wird? Im Heiseticker ist zu lesen:

Der schleswig-holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert übt scharfe Kritik an den Plänen zu Kinderporno-Websperren. Im aktuellen Gesetzesentwurf, den das Bundeskabinett am morgigen Mittwoch beschließen will, erkennt er eine „völlig neue Überwachungsdimension“. Werde das Speichern der Zugriffsversuche und die Weitergabe etwa von IP-Adressen an die Polizei gestattet, könnte eine Vorverlagerung der Verdachtsgewinnung erfolgen, „die Zigtausende von absolut unschuldigen Menschen zu Verdächtigen machen würde“.

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Weichert sieht in dem neuen Gesetzentwurf einen „Frontalangriff auf die freie Kommunikation im Internet“

Tja, der Mann scheint zu wissen worüber er spricht. Dies wird der Grund sein, warum man als Beauftragter auch nichts zu sagen hat. 🙁

Ich kriminalisiere euch ALLE!

Kriminalisieren 2.0 – wie geht das.

Die Frau von der Leyen, Herr Zierke und auch der Herr Schäuble bauen da gerade ein wunderbares technisches Mittel zum kriminalisieren vieler Bundesdeutschen aus: Die Internetsperre. Wie diese zu nutzen ist um möglichst viele (oder aber auch gezielt..) Menschen bei den Ermittlungsbehörden zu denunzieren – oder aber auch die Logfiles der Beobachter sinnlos vollzumüllen – will ich hier anhand von 4 Beispielen verdeutlichen:

1) Ich schreibe diverse tolle Artikel, in dem ich möglichst viele SEO-Begriffe zu einem derzeit angesagtem Thema  verwende. Innerhalb dieses Artikels verlinke ich eine Webseite, welche auf eine gesperrte Seite verlinkt.(Ergebniss: Mir unbekannte Menschen erscheinen im Filter und machen sich indirekt verdächtig auf KiPo Seiten gelangen zu wollen.)

2) Ich verschicke Mails an eine zu denunzierende Person aus meinem Bekanntenkreis (vielleicht motiviere ich auch andere, an diese Person zu mailen) und sende jeweils mittels tinyurl einen Link zu einer gesperrten Seite. (Ergebniss: Eine definierte Person macht sich verdächtig, ich denunziere..)

3) Ich bin böse: Ich habe ein Bot-Netz, das mir gehört und verspamme mittels Make-Money-Fast enlarge-your-penis oder cheap-viagra einen Link zu einer gesperrten Seite. (Ergebnis: Die Logfiles der Sperrseite füllen sich massiv, die Daten werden unbrauchbar)

4) Ich binde eine indirekt gesperrte Seite in ein (möglichst statisches …)Frames meiner Webseite ein (Ergebnis: Alle Besucher meiner Webseite machen sich verdächtig)

NIEMALS sollte man bei diesen „Spielen“ von seiner Domain auf die original-gesperrte Seite verlinken. Ansonsten läuft man Gefahr selbst in die Sperrliste zu gelangen und das will man ja nicht.

Wer nun sagt: Aus diesem Grund sind die Sperrlisten ja geheim, dem antwrte ich: NOCH! Ich spekuliere mal, dass es nicht lange dauern wird und diese Listen sind – per Wikileaks – public.

Süddeutsche trotzt Monsanto und eine Buchempfehlung

Die Süddeutsche scheint entweder nicht auf dem Radar des Monsanto-Konzerns zu sein oder unempfindlicher. Generell scheinen die deutschen Printmedien die Monsanto-Linie „Gen ist gut“ zu stützen, die Süddeutsche hingegen bringt allein heute zwei sachliche Artikel zum Thema Genforschung und Umsetzung in reales Leben.

Wobei ich hier nochmals die Forderung stelle: Auf Gensequenzen und genetisch verändertes Material darf es keine Patente geben. Etwas, dessen Ursprung frei ist darf nach Veränderung nicht einem Copyright unterliegen. Man könnte es so formulieren: Das Ursprungscopyright gehört der Natur, alles was aus ihr (auch künstlich verändert) hervorgeht muss ebenfalls der Natur gehören.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch das Buch „Next“ von Micheal Crichton empfehlen, welches mir die letzten Tage den Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln versüsste. Auch wenn die Amazon-Bewerter sich sehr uneinig sind, was den „locker lesbar“-Faktor dieses Buches angeht, so hat mich dieses Buch durch den Crichton-Faktor überzeugt. In unzähligen Nebensträngen beleuchtet Crichton in „Next“ verschiedenste Auswirkungen, welche die Biotechnik auf unser Leben hat oder haben kann. Ob es der „normale“ Bürger ist, der aufgrund eines besonderen Genoms die Rechte an seinem eigenen – un dem aller seiner Nachfahren, die dieses Genom vererbt bekamen – an ein Biotech-Unternehmen verliert, bis zu dem Gentechniker der mittels Genanalyse nachweisen lassen will, dass seine (Ex-)Frau in Zukunft erkranken wird und sie deshalb das Sorgerecht der Kinder verlieren soll.

Alles in allem 528-Seiten Kritik an dem derzeitigen Weg in Sachen Gentechnik, der – Crichton typisch – gut rechercheirt ist.