Es geht immer billiger Schwarz-Gelb

Gestern schrieb ich über gewisse Befürchtungen, die ich bezüglich den Änderungen in Sachen Nebenjobs von Hartz-IV Empfängern habe. Heute lichtet sich der Wald und ich scheine Recht gehabt zu haben, denn auch in anderen Bereichen bringt uns Schwarz-Gelb eine Stärkung der Unternehmen zu Lasten der Arbeitnehmer.

Ernst erklärte dazu: „Wenn Löhne, die bis zu 30 Prozent unter dem Branchendurchschnitt liegen, für legal erklärt werden, dann heißt das im Klartext, dass Hungerlöhnen das Gütesiegel der Legalität verpasst wird.“ Zum Beispiel lägen die Tariflöhne für Friseure im Osten zwischen drei und vier Euro pro Stunde. Nach den Vorstellungen von Schwarz-Gelb wären dann Löhne von zwei Euro pro Stunde legal.

berichtet der Spiegel über die Koalitionspläne „sittenwidriger Löhne“ zu verbieten. Hintenrum wird nämlich – ich kann es nicht besser als oben zitiert formulieren – dem Lohndumping Tür und Tor geöffnet. Nach dem obigen Beispiel wäre damit eine Halbtagsstelle im Friseurladen auf einmal völlig legitim ein 400-Euro-Job.

Ja, IHR habt Schwarz/Gelb gewählt. ICH nicht. Und ich bin froh bei einem sehr fairen Arbeitgeber zu sitzen. ICH habe derzeit keine Angst. Aber ihr da draussen, ihr solltet euch Gedanken machen.

Eigene Netze sind preiswerter, sicherer und besser als T-Systems – sagt der Bund

Ich liebe es zwischen den Zeilen zu lesen. Heise schreibt über den Verkauf der Telekom-Tochter T-Systems. Ein Details ist, dass es dem Bund zwar wichtig ist die eigenen Datenwege zu schützen, was aber mit der Sicherheit der Kommunikation von deutschen Firmen ist, ist denen egal:

Der Verkauf von T-Systems an ausländische Anbieter könnte dazu führen, dass fremde Geheimdienste E-Mails abfangen oder Telefonate mithören, so die Befürchtung des Bundes.

Schliesslich betreibt die T-Systems auch für so einige Firmen die Serverstruktur:

Die Telekom-Großkundensparte T-Systems übernimmt das europäische Hosting-Geschäft von SAP. Die Software-Anwendungen von fast 90 größtenteils mittelständischen SAP-Kunden aus Deutschland und Europa laufen künftig über die Rechenzentren von T-Systems (Quelle Heise, 14.09.2009)

Aber das ist ja nur die deutsche Wirtschaft. Das ist dem Bund ja egal.Ich hoffe, dass die Verantwortlichen der fast 90 ehemaligen SAP-Kunden diese Entwicklung verfolgen!

Auch die Aussage

Der IT-Direktor des Bundes, Martin Schallbruch, sagte dem Magazin: „Wir nehmen die zentrale Steuerung und den Betrieb des Netzes selbst in die Hand, damit wir besser, billiger und sicherer werden“.

lässt tief blicken, was die Bewertung der Preisstruktur der Telekomtochter angeht. Wenn selbst der Bund feststellt, dass es es besser, billiger und sicherer ist es selbst in die Hand zu nehmen, als es von T-Systems machen zu lassen, fragt man sich warum T-Systems überhaupt noch Kunden findet.