In eigener Sache: Kommentare und Kommentarspam

Liebe Zielgruppe, dankenswerter Weise arbeite ich mit Akismet, einem Tool welches Spamkommentare automatisch als Spam wegsortiert, der Blogbetreiber muss nur noch löschen. In den Anfängen meines Bloggerlebens habe ich alle als Spam klassifizierten Kommentare noch gesichtet und auf sogenannte „false positives“ kontrolliert. „False positives“ (oder ham) sind irrtümlich als Spam einsortierte „gute“ Kommentare.

Leider nimmt die Menge an Kommentarspam Ausmasse an, die es mir unmöglich machen jeden von Akismet als Spam abgelegten Kommentar auch nur zu sichten. Glaubt ihr nicht? Mal ein wenig Statistik:

  • 09.2008 :      86   Spamkommentare
  • 10.2008 :    431   Spamkommentare
  • 11.2008 :    933   Spamkommentare
  • 12.2008 :    637   Spamkommentare
  • 01.2008 :    434   Spamkommentare
  • 02.2009 : 1425   Spamkommentare
  • 03.2009 : 1858   Spamkommentare
  • 04.2009 : 3613   Spamkommentare
  • 05.2009 : 2126   Spamkommentare

Und sorry, 100 Spammeldungen pro Tag sind mir einfach zu viel. Ich habe schon überlegt eventuell mit CAPTCHA zu arbeiten, aber aufgrund diverse Problemmöglichkeiten, möchte ich diesen Schritt eher nicht gehen.

Hat jemand von euch einen Tipp?

Auf alle Fälle eine Bitte: SOLLTE ein Kommentar von euch NICHT auftauchen, bitte nicht davon ausgehen, dass ich hier löschen würde, oder eure Aussagen unterdrücke. Sicher werde ich gesetzeswidrige (oder eben eindeutige Spamkommentare) nicht veröffentlichen/löschen. Aber auch eure Meinungsfreiheit ist mir wichtig.

Der Link zur Petition gegen Internetsperren

Die CSU ist immer wieder für einen Lacher gut.

In diesem Fall beschert uns der Innenminister Bayerns,  Joachim Herrmann, den Lacher des Tages. Herrmann musste feststellen, dass sowohl der CSU-Nachwuchs in der Jungen Union als auch die katholischen Jugend sich gegen ein Verbot der „Killerspiele“ aussprechen.

Und wie reagiert ein echter Politiker, wenn er dann auch noch der CSU angehörig ist:

„Ich gehe zugunsten des BDKJ davon aus, dass er nicht weiß, wie brutal und gewaltverherrlichend solche Killerspiele sind.“ Diese brutalen Killerspiele seien keine geeignete Freizeitbeschäftigung für junge Menschen. (Quelle Heise)

Genau, er spricht seinen argumentativen Gegnern einfach den Sachverstand ab. Fertig aus.

Kann jemand den Politikern mal bitte mitteilen, dass 2009 als das Superwahljahr gilt? Vielleicht sollte man nicht ganz so abwertend mit potentiellen Wählern umgehen. Dieses gilt explizit auch für Frau von der Leyen und andere!

Der Link zur Petition gegen Internetsperren

Argumentieren wie das BKA

Am  Mittwoch, den 27. Mai 2009 tagt der „Ausschuss für Wirtschaft und Technologie“ zwecks einer Anhörung bezüglich des „Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen“. Bei den dort vorgestellten Stellungnahmen findet sich auch eine Stellungnahme des BKA, die ich für ÄUSSERST lesenswert halte und aus der ich zitieren möchte:

Durch Access-Blocking wird nicht nur der Zugang pädosexuell interessierter Täter zu kinderpornografischem Material, sondern auch die ungewollte Konfrontation mit Kinderpornografie (z.B. von Kinder/Jugendlichen) oder der Einstieg in die Befassung mit diesem Material (z.B. für Nutzer von „grenzwertigem pornografischem Material“) erschwert. Daneben kann damit die Erzielung von Gewinnen mit der Verbreitung reduziert werden.

Also kann (nach Ansicht des BKA) der Gewinn reduziert werden, wenn Zufallszugriffe unterbleiben? DIESE Logik muss mir mal jemand erklären? Ist das Aufrufen einer zufälligen Webseite bereits mit einer Abbuchung von meinem Konto verbunden? Wer so argumentiert – und ich muss hier unterstellen, dass diese Argumentation wider besseren Wissen geschieht – arbeitet nicht neutral betrachtend, sondern zielerreichend. Hier möchte jemand das Instrument Internetsperre etablieren.

Schallendes Gelächter löst allerdings der folgende Passus der BKA-„Expertise“ aus:

Access-Blocking wird im Ausland u. a. in folgenden Ländern durchgeführt:
ð Großbritannien  seit 2004
ð Norwegen    seit 2004
ð Schweden  seit 2005
ð Dänemark   seit 2005
ð Schweiz   seit 2006
ð Finnland    seit 2007
In keinem der Länder werden andere Inhalte als Kinderpornografie gesperrt.

(Hervorhebung von mir)

Lebt der Ersteller dieses Textes unter einem Stein? Sind allgemeine Informationsquellen beim BKA unter Strafe verboten? Im Focus steht folgendes z.B. zu Schwedens erfolgreichen Sperren zu lesen:

„Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern“, bilanzierte der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström, im Nachrichtenmagazin FOCUS.

Das auch unschuldige Webseiten gern mal in den Filtern landen, sollte sich mittlerweile allgemein rumgesprochen haben.

Aber mal ganz ehrlich: Wenn wir das BKA wären, wären wir nicht auch dafür unsere Macht und Einflussnahmemöglichkeiten zu erweitern? Vor allem, wenn uns Schäuble im Nacken sitzt?