Der Shopblogger strikes back

Ich habe köstlich gelacht, als ich diesen Blogeintrag des Shopbloggers las, in dem ein Mitarbeiter der Polizei aufgefordert wird sich auszuweisen, weil er Zigaretten kaufen wollte.

Alles korrekt – absolut. Aber ich hätte ZU gern daneben gestanden und die blöden Gesichter gesehen. Es gibt nichts schöneres als „Kontrolleure“ durch Einhaltung der von ihnen zu überwachenden Vorschriften zu irritieren 🙂

Dokumentieren statt bekämpfen

Wenn sich die Innen- und Justizminster der G8-Staaten treffen, wird deutlich welche Ministerien für die Problematik „Kinderpornographie im Internet“ zuständig sind. Denn während in Deutschland sich das Familien- und Wirtschaftsministerium mit dieser Problematik befassen, wird es auf internationalem Parkett von den Ministerien Innen und Justiz beraten.

Wer also in der vergangenheit den Verdacht äusserte, dass „Zensurulla“ von der Leyen von ihrem Parteikollegen Schäuble vorgeschickt wurde, dem wird hier nicht widersprochen werden können. Dass der Herr „von und zu“ als Wirtschafts- und Haargelminister da aushilft, mag auch an der gesellschaftlichen Verbindung über verschwägerung und Organisationen zwischen den beiden Ministern mit Adelsprädikat liegen.

Aber was genau beschliessen denn die Damen und herren auf dem G8-Gipfel in Rom?

Die G-8-Staaten wollen den Kampf gegen Internetkriminalität verschärfen. Die Innen- und Justizminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G8) einigten sich am ersten Tag ihres zweitägigen Arbeitstreffens in Rom unter anderem darauf, eine schwarze Liste von kinderpornographischen Webseiten zu führen.

schreibt die FAZ.

Aha! „schwarze Listen“ werden geführt und gepflegt. Warum entschliessen die Damen und Herren denn nicht Koordinationsstellen welche internationale Bedürfnisse nach lokalen Gesetzeslagen prüfen und dann national die Seiten vom Netz nehmen? Warum wird nur dokumentiert? Weil es mehr hermacht wenn in der Statistik die Zahl „100.000 Zugriffe geblockt“ besser aussieht, als „50 Webseiten von Netz genommen“?

Wem der Liebe Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand

Zur technischen Umsetzbarkeit. Man muss sich das in etwa so vorstellen, als wenn man ein Telefon hat, dessen Stecker aus der Wand gezogen ist: Man kann den Hörer abheben und eine Nummer wählen; eine Verbindung wird jedoch nicht aufgebaut. Das ist das Grundprinzip: schon im Ansatz zu sperren, um jeglichen Zugang zu diesem Markt unmöglich zu machen.

So erklärt Urulsa von der Leyen wie in IHRER Vorstellung der Zugriff auf Webseiten mit pädophilem Inhalt zu unterbinden sei. (Quelle: Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 213. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 25. März 2009 PDF).SO erklärt sie, wie die Stopp-Sperre funktionieren SOLL.

Wenn ich nun der Informatiklehrer der Frau von der Leyen wäre, würde mein Kommentar dazu wie folgt aussehen:

Setzen, SECHS

Denn was Frau von der Leyen mit ihrer DNS-Manipulation wirklich macht ist, dass Sie die Telefonnummern der Anschlüssen aus den 5 grössten Telefonbüchern herausreisst. Die Telefone sind weiterhin angeschlossen und auch von jedem erreichbar, der nicht auf den Zugriff dieser 5 Telefonbücher angewiesen ist.

Wem der Liebe Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand (ein im Volk weit verbreitetes Vorurteil)

Dank an Netzpolitik