Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Mit diesen Worten belog Walter Ulbricht die Welt am 15. Juni 1961: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“

In einem ähnlichen Konsens scheint man die Aussagen unterschiedlicher Politiker sehen zu müssen, die immer und immer wieder (gibt es da einen Rosenkranz für?) vorbeten, dass niemand beabsichtigt die Internetsperren in Sachen Kinderpornografie auszuweiten.

Nun scheint es harter Toback zu sein, wenn man unsere Politiker mit einem Walter Ulbricht vergleicht, aber ich frage mich, ob es nicht naheliegt. Diverse Politiker deuten schon an, das man zum Beispiel:

In jedem Fall sollte aber meines Erachtens in der Debatte, welche Maßnahmen zur Gewaltprävention ergriffen werden, die von den Bundesministern von der Leyen und Schäuble vorgeschlagene Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet mit Blick auf Killerspiele neu diskutiert werden.

erklärt der CDUler Thomas Strobl bei Abgeordnetenwatch

Der CDU Innenexperte Wolfgang Bosbach erklärte etwas verwaschener:

„Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät.“ (Hervorhebung von mir)

Also eine digitale chinesische  Mauer wollen die Damen und Herren Politiker nicht bauen. Niemals nicht. Aber sie legen sich schon mal die Materialen zurecht und haben die Vorverträge mit den Maurern schon geschlossen.

Probleme der Datenerhaltung

Ja, das ist ein wahrlich neues Problem. OK, neu nicht in der Relation unserer modernen Kommunikationsgesellschaft, aber sehr wohl neu was die Menschheit angeht: Die Langzeiterhaltung von Informationen im digitalen Zeitalter.

Bei Heise gibt es einen schönen Artikel, der sich mit dieser Problemstellung  befasst. Hach, hatten das unsere Vorfahren nicht leicht? Analoge Informationen sind auch nach 40.000 Jahren (wenn die Witterung es zuliess) noch zu deuten. Aber wahrscheinlich muss es erst einen digitalen Brand der Bibliothek von Alexandria geben, bevor Forschungsmittel in ausreichender Menge freigegeben werden.

Drogenpolitik der Regierung hat Erfolg!

Die Jugendlichen greifen weniger häufig zu verbotenen Drogen! Aber natürlich hat diese Meldung auch einen bitteren Nebengeschmack, aber irgendwas ist ja schliesslich immer …:

Immer mehr Jugendliche trinken Alkohol

schreibt die FAZ.

Aber was will man machen? Politiker laden zum saufen ein und die derzeitige Situation der Jugendlichen ist ja nun auch nicht so klasse. Vielleicht sollte man den Jugendlichen eine bessere Schulbildung ermöglichen, die schliesslich in einen nahezu garantierten Arbeitsplatz mündet. DAS wäre doch mal einen Versuch wert.