Wird Mediamarkt sterben?

Wird Mediamarkt sterben? Definitiv! Sollte sich MediaMarkt Deutschland einmal fragen, warum Amazon denen Marktanteile klaut, könnte ich denen Tipps geben.

Wie alles begann

Ich benötige „technisches Spielzeug“. Überlege mir (es ist Donnerstag Morgen): „Ach, nicht bei Amazon ordern – kaufe mal bei Mediamarkt. Da musst Du zwar dort vorbei dackeln und es nach Hause schleppen, aber es hilft dem Handel und den lokalen Mitarbeitern – die wollen halt auch Geld verdienen.“

Die Bestellung

Also ab auf die Webseite von Mediamarkt und die Artikel gesucht. Ja, gefunden – hat Mediamarkt. ABER: Nicht in meiner Filiale – kann aber geordert und dann vor Ort abgeholt werden. Erste Erkenntnis: Der Preis ist höher als bei Amazon. Naja, wer helfen will muss leiden. Zweite Erkenntnis: Es dauert zwei Tage bis die Ware vor Ort ist, Amazon würde next Day liefern. Aber ich will ja helfen (Ich Depp!).
Bei der Order wundere ich mich dass das System erklärt, ich kann nicht mehr von diesem Artikel bestellen. Häää? Aber so ein kleiner Hacker wie ich, versucht schlicht eine weitere Order zu platzieren. Und was soll ich sagen: Ich KANN eine weitere Order platzieren. Alles soll (so sagt es die Bestellseite) zwei Tage später bei „meinem“ Mediamarkt abgeholt werden können. Also sende ich zwei Bestellungen ab.
Und pronto kommt auch eine Auftragsbestätigung. ABER: Auf der Auftragsbestätigung ist KEIN Abholtermin angegeben. Ich hätte stutzig werden sollen. Mir wird mitgeteilt, dass „Sobald Ihre Bestellung für Sie zur Abholung bereit liegt, senden wir Ihnen eine Abholbestätigung inkl. Rechnung zu. Für die Abholung ist zwingend die Abholbestätigung erforderlich.“

Der Samstag – Ihre Ware liegt ab sofort 10 Tage für Sie abholbereit!

Nun ist also Samstag und mittags bekomme ich tatsächlich eine Mail „Ihre Ware liegt ab sofort 10 Tage für Sie abholbereit!“. Aber – der geneigte Leser ahnt es vielleicht bereits – diese Mail avisiert nur einen Teil der von mir benötigten Artikel. Ich hülle mich in Geduld und warte zwei Stunden bevor ich nachdenklich werde. Ware muss halt auch erstmal „bearbeitet werden“, bevor man dem Kunden mitteilt, dass er abholen kann. Es waren halt zwei Bestellungen. Nach zwei Stunden rufe ich mal bei Mediamarkt an und frage, ob man mir mitteilen kann was da los ist. Mit einer Teillieferung kann ich definitiv nichts anfangen und ich bräuchte die Ware heute. Am Montag müsste ich damit arbeiten, und wollte am Wochenende installieren. Der freundliche Mitarbeiter erklärt mir dass der Markt zweimal täglich beliefert wird und die Restware wohl bei der zweiten Lieferung angeliefert wird.

Das war es dann Mediamarkt – ihr werdet sterben.

Nun ist es nach 18:30, um 19:00 macht der Mediamarkt dicht. Und ich habe die zweite Mail natürlich nicht bekommen. Hätte ich bei Amazon bestellt hätte ich ca. 140€ sparen können und die Ware VERLÄSSLICH am Folgetag nach Hause geliefert bekommen. Aber ich bin ja – trotz meines Alters – lernfähig und werde Mediamarkt ab sofort von meiner Liste der möglichen Lieferanten streichen. Und da ich kein Einzelfall bin, der diese Erfahrung macht, wird Mediamarkt sterben

An die Mediamarkt-Mitarbeiter

Wenn ihr auch übermorgen noch einen Arbeitsplatz haben wollt (und nicht als unterbezahlte Teilegreifer im Amazon-Lager oder Ausfahrer bei DHL tätig sein wollt), tretet den Verantwortlichen bei euch mal kräftig gegen dass Sitzfleisch. Denn WENN man mehr Geld als der Mitbewerber für seine Dienstleistung aufrufen möchte, muss man dafür auch etwas leisten. Es heißt ja DienstLEISTUNG. So wie ihr derzeit auf dem Markt aufgestellt seid, werdet ihr ein Opfer der Selbstreinigung der Wirtschaft. Und womit? Mit RECHT!

Epilog

Hätte ich die Ware heute (zwei Tage nach der Onlineorder) abholen können, hätte ich sowohl den Aufpreis als auch den Mehraufwand der Abholung schweigend „ertragen“. Aber wer mir derart agil kundtut, wie wenig er mich (und mein erarbeitetes Geld) als Kunden wertschätzt, macht mich schlicht sauer.

SPAM – Überweisungsbetrug von einem Toten

Heute bekam ich eine Mail (an den Buchhaltungs-Account) von meinem Geschäftsführer. Name stimmte, Absendemailsdresse auch (DIE kann man sehr einfach fälschen!) nur die „Antwort an“-Zeile war eben nicht unserem Unternehmen zuzuordnen. Ein weiteres Detail war aber der Kracher: Mein Chef verstarb bereits vor 4 Monaten.

Hallo,


Können Sie heute eine Banküberweisung nach Großbritannien vornehmen?




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Mit freundlichen Grüßen
$Name $Vorname (Name von mir ersetzt)

Ich hatte Zeit und Lust da mal drauf einzugehen und antwortete

> Hallo,

Hallo Cheffe,

> Können Sie heute eine Banküberweisung nach Großbritannien vornehmen?

Klar können wir das - an wen und welcher Betrag?

Schon sehr kurze Zeit (3 Minuten) später kam die Antwort von meinem verstorbenen Chef:

Hallo,

Bitte leisten Sie diese Zahlung jetzt

Bank: BARCLAYS BANK PLC
Empfänger: Kestutis Nanartavicius
IBAN: GB22BUKB20895633091805
BIC: NWBKGB2L
Betrag: EUR 49.619,00
Referenz: 20148400
Empfängeradresse: 9 Kest AV, London, Großbritannien

Ich poste das hier auch als Warnung, denn ich kann mir vorstellen dass es in größeren Firmen tatsächlich Fälle gibt in denen die Buchhaltung hier agiert.
Nach meiner letzten Mail habe ich dann leider nichts mehr gehört:

>Hallo,

>Bitte leisten Sie diese Zahlung jetzt

Die Zahlung ist vorbereitet, Sie müssen die Zahlung nur noch auf dem
Konto autorisieren

Eine Strafanzeige habe ich nicht gestellt. Der Absender versteckt sich hinter der Domain plumsnd.com, welche den MX bei mailhostbox.com laufen hat. Ein fettes US-Unternehmen (wahrscheinlich mit Wegwerfaccounts) bei dem deutsche Behörden eh nicht viel holen werden. Der Inhaber des Kontos wird wohl auch eher ein Opfer sein, der auf eine Anzeige „Verdienen Sie Geld von Zuhause“ hereingefallen ist. Mit den obigen Daten KÖNNTE es ja sein, dass ich ein wenig sensibilisiere oder mittels Suchmaschine dabei helfe dass jemand nicht auf diesen Betrugsversuch herein fällt.

Extremismus / Gewalt

Deutschland kennt sich aus mit Extremismus. Zumindest sollte man sich auskennen, wenn man im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, sowie der politischen Wendungen der letzten Dekaden intensiv verfolgt hat. Diese Erfahrungen sollten uns in die Lage versetzen, den Extremismus effektiv zu bekämpfen. Nur leider scheinen wir lernresistent zu sein.

Linksextremismus in Deutschland

Die „Älteren“ werden sich noch an die RAF erinnern. Die auch unter dem Namen Baader-Meinhof Bande“ bekannte Formation gründete sich auf Basis der ’68er Studentenrevolten. Damals stellte die Nachkriegsgeneration fest, dass noch viele Altnazis in Amt und Würden waren, welche es zu bekämpfen galt. Zudem wurde sich gegen die Notstandsgesetze aufgelehnt, welche die Freiheit der Bürger deutlich einschränkten. Nachdem sowohl die APO (außerparlamentarische Opposition) als auch die massiven Demonstrationen (teilweise deutlich gewalttätig) kein Einlenken der Politik sondern die Tode von Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke zur Folge hatten, sahen sich anscheinend ein paar Menschen zur Gewaltbereitschaft genötigt.

Rechtsextremismus in Deutschland

Muss ich hierzu viel schreiben? Das Dritte Reich und dessen Ursachen sollte(!) ausreichend in der Schule behandelt worden sein. Aber man muss sich nicht mit Geschichtsunterricht plagen, auch heute kann man – auch und gerade nach Hanau – lernen, wie sich Rechtsextremismus ausbreitet. Menschen fühlen sich durch mangelnde persönliche Perspektiven bedroht. Als Ursache dieser Bedrohung empfinden sie vor allem die Zuwanderung von Nichtdeutschen.

Piraten vor Somalia

Die Piraten vor Somalia waren friedliche Fischer, bis große Fangschiffe vor der somalischen Küste auftauchten und die Fischgründe leer fischten. Resultierend daraus blieben die Netze der Fischer leer, die Menschen finden an zu hungern und mit ein wenig gutem Willen kann man feststellen, dass die Weg vom Fischer zum Piraten letztendlich aus Notwehr erfolgte.

Die Lage in Afghanistan, Iran, Iraq etc

Militärische Interventionen sollten eigentlich – nach Gründung der UNO – der Vergangenheit angehören. Aber leider sind Teile der Menschheit wohl noch nicht bereit Konflikte mittels Worten zu lösen – es müssen immer noch die Waffen sprechen. Was aber passiert mit der Bevölkerung vor Ort? Wie nimmt sie es auf, wenn ständig Militär einer „Besatzungsmacht“ durch ihre Städte und Dörfer patroulliert? Wie wirkt es auf die Menschen, wenn Zivilpersonen und sogar Hochzeitsgesellschaften zum Kollateralschaden werden? Die nachvollziehbare Folge ist, dass der „Eindringling“ als Feind gesehen wird und man sich eher mit den Terroristen als den Streitkräften des Eindringlings solidarisiert.

Die Lage in Afrika

Über sie Situation in weiten Teilen Afrikas und die Fluchtursachen habe ich bereits hier ausführlich geschrieben, ich erspare es sowohl dem Leser als auch mir selbst es hier nochmals zu beschreiben.

Die Zukunft in Deutschland / Fridays for Future

Wenn ich mir die aktuelle Situation um die Fridays for Future Proteste und die Reaktionen der Politik anschaue, mache ich mir ein wenig Sorgen. Wie werden die jungen Menschen reagieren, wenn sie ein weiteres Jahr auf die Straße gehen um auf ihr dringendes (und von Wissenschaftlern seit Jahren hingewiesenes) Anliegen aufmerksam machen ohne dass etwas wirksames passiert? Wird der Frust und die Wut auf Gesellschaft und Politik derart groß werden, dass sich ein paar der jungen Menschen radikalisieren? Ausschließen kann und will ich dieses nicht. Schlussendlich wäre es die logische Folge: (Clausewitz) „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“.

Was also kann man tun?

Es könnte so einfach sein – wenn man nur wollte. Zwei Dinge könnten sehr viel Spannung aus allen beschriebenen Szenarien nehmen: Die Sorgen der Menschen ernst nehmen und sich dieser annehmen sowie die Menschen bilden/informieren. Die Ignoranz breiter Teile der westlichen Gesellschaft sowie das Streben nach Macht und Geld bilden den Nährboden vieler Probleme der heutigen Gesellschaft(en). Bismarck begründete in Deutschland das System der Sozialversicherungen um einen Aufstand der Arbeiter zu verhindern. Menschen suchen und brauchen Sicherheit und Perspektive. Dieses gilt wohl als weltweites Bedürfnis. Warum also nicht den Menschen eben diese gesuchte Sicherheit und Perspektive gewähren? Warum nicht die Verantwortung übernehmen und sowohl zivilgesellschaftlich, wirtschaftlich und vor allem politisch handeln? Wenn wir den blanken Kapitalismus nicht eindämmen, wird er uns auf die Füsse fallen. Und in Sachen Klimawandel sogar existenzbedrohend.