Computer sind doof

durch einen Blogeintrag von Rince (HUHU Hanno!) wurde ich an zwei Dinge erinnert:

An Alex (Mental note to self: UNBEDINGT mal wieder anrufen, habe nur noch durch Xing Kontakt zu ihm!) , der vor Jahren eine neue Waschmaschine kaufte und feststellte:

Die Technik geht den falschen Weg. Da hat die neue Waschmaschine ca. 80 Programme und man braucht eine gefühlte Woche um in der Lage zu sein, die Waschmaschine so zu bedienen, dass die Wäsche auch korrekt gewaschen wird. Wenn Comptertechnologie vernünftig integriert wird, hat eine moderne Waschmaschine nur noch ein Programm und dieses heisst „waschen„. Alles andere geht in die falsche Richtung. Recht hat er!

Zum zweiten an ein Stück von Spliff (was übrigens ein Synonym für „Joint“ ist), eine Gruppe die mich ein Stück meines Lebensweges begleitete, da die Junx damals hervorragend in mein Lebengefühl passten:

Nachtrag: Computer haben aber auch etwas Gutes! Denn ohne Computer und Internet hätte ich meine Prinzessin nicht kennengelernt!

Meinem Essen das Essen wegessen

Ich bin bekennender Fleischfresser! Wie sagte Framstag mal so schön: „Ich habe mich doch nicht an die Spitze der Nahrungskette gestellt, um danach Salat zu futtern“. RECHT hat der Ulli.

Meine 11Jährige Tochter hatte den Wunsch mal ein Essen für mich zu kochen: So das Rundumpaket mit einkaufen und allem, was dazu gehört. Vorhin war es soweit: Sie öffnete die Einkaufstüte und mein Herz blieb stehen. Hatte ich Halluzinationen? Optische Täuschung? Wahnvorstellungen? Nein, auch nach tiefem Durchatmen und Augenreiben blieb es dabei: Sie hatte TOFU eingekauft. Gedanken rasten durch meinen Kopf: Notarzt für meine Tochter rufen, psychatrische Untersuchung, der Mutter das Sorgerecht aus triftigem Grund entziehen und auf alle Fälle die Tochter enterben. Aber das Herz eines liebenden Vaters ist unendlich gross und voller Verständnis und Güte – es war ihr Wunsch und ich hatte ihr völlig freie Hand gelassen: MEIN Fehler, da musste ich nun durch.

Neben dem Tofu hatte sie ansonsten nur Brokkoli und einen Topf Sahne eingekauft und kommentierte, dass ich Nudeln garantiert im Hause hätte. Hatte ich.

So zauberte diese 11Jährige aus der Sahne und in meinem Haushalt befindlichen Gewürzen eine Sosse, die mit dem angebratenen Tofu gekocht wurde und die einfach nur superlecker war.

Erkenntnisse

  1. Ich werde KEIN Stammkunde im Bioladen werden
  2. Man muss auch mal über seinen eigenen Schatten springen
  3. Kinder können viel mehr als man ihnen zutraut – meine Töchter sowieso 🙂

Elektronisches Würgehalsband feiert Geburtstag

Tja, das Mobiltelefon feiert heute seinen 25ten Geburtstag. Ja, vor 25 Jahren wurde das “ „Dynamic Adaptive Total Area Coverage Telephone“ (DynaTEC) von Motorola auf den Markt gebracht. Seit dem hat sich unser Verhalten deutlich verändert. Schon vor 1999 bezeichnete ich persönlich das Adminhandy als „Elektronisches Würgehalsband“ (Nachweis)

Warum empfinde ich das Mobiltelefon als störend? Früher gab es – ab und an – Telefonzellen, von denen man ein Telefonat führen konnte, ansonsten war man vor etwaigen Stören sicher geschützt. Heutzutage klingeln allerortens Telefone: In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants selbst auf dmm Herrenklo der CeBit werden (Quitiert mit schallenden Gelächter der anderen Anwesenden – Hoffnung?) Telefonate angenommen. Koitus Interruptus wegen SMS-Eingang habe ich (Gott sei Dank!) noch nicht erleben müssen, bin mir aber ganz sicher, dass auch dies bereits vorkam.

Ich muss mich dabei an ein (Festnetztelefon-)Erlebnis mit Peter Glaser erinnern, der mein Verhältnis zur „Wichtigkeit der Erreichbarkeit“ gerade rückte. Wir sassen bei Peter (damals noch in Hamburg Altona wohnend) und diskutierten irgendein Thema. Mitten Im Satz (Ja, Telefone achten nicht auf Sprechpausen) fing  sein Telefon an zu klingeln. Ich sprach meinen Satz zuende und gab Peter so die Möglichkeit ans Telefon zu gehen. Er machte keine Anstalten dies zu tun. Ich fragte: Willst Du nicht ans Telefon gehen? Seine Antwort war DAMALS für mich deutlich irritierend (den leichten Grazer Dialekt müsst ihr euch nun vorstellen): „Ah naa, der ruft schoa wieder an wenns wichtig ist – JETZT reden wir beide und meine Aufmerksamkeit gehört dir – da soll uns keiner stören“. Auch ein weiteres Klingeln und meine Anmerkung „Wenn es jetzt dein Verleger ist“ brachte Peter nicht davon ab, mir seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Ich fühlte mich „wichtig“ und als Gesprächspartner erntgenommen. Dieses Verhalten von Peter hat mein Verhältnis zu eingehenden Telefonaten deutlich geändert. Man MUSS nicht jedes Telefonat annehmen. Es wird wieder klingeln oder der Anrufer wird die Mailbox benutzen.

Danke Peter, Du hast mein Telefonie- und Sozialverhalten positiv beeinflusst