Fremdworte des Alltags: Anstand

Der Bundespräsident Horst Köhler fand heute sehr deutliche Worte bezüglich der Finanzkrise.Die Chefs von Deutscher Bank, Commerzbank und Dresdner Bank, Josef Ackermann, Martin Blessing und Herbert Walter, mussten sich Sätze wie:

„nach den Renditen, an denen sich eine ganze Branche offenbar so berauscht hat, dass sie blind wurde für die Risiken oder sie bewusst ignoriert hat“ Nun seien Demut, Anstand und Bescheidenheit gefordert.

„Die Banken müssen sich bewusst machen: Zuallererst sind sie Treuhänder derer, die ihnen ihr Erspartes überantwortet haben.“

„Wir brauchen bei aller Schärfe des Wettbewerbes eine Kultur der Gemeinsamkeit. Und wir brauchen schlicht Anstand.“ (Quelle FAZ)

Anstand – aber ich muss doch sehr bitten, Herr Köhler. Die Herren wissen doch höchstens, wie man anständig sein eigens Geld vermehrt. Die kriegen doch nichtmal den Aktienkurs ihrer eigenen Unternehmen in den Griff.

Die FAZ schreib ausserdem:

Köhler forderte zudem ein verbindliches politisches Verfahren, das dafür sorge, dass globale Leistungsbilanzungleichgewichte abgebaut würden und in dieser Form nicht wieder entstehen könnten. „Das verlangt auch eine Diskussion über die Rolle von Wechselkursen, und in jedem Fall verlangt es eine Absage an die Selbstbezogenheit und Protektionismus“

Selbstbezogenheit – ist das nicht eine wunderschöne Vermeidung der Begriffe Egoismus oder gar Gier?

Die Welt hat auch einen Artikel über diese Ansprache, die aber nahezu den gleichen Wortlaut wie die FAZ nutzt, allerdings interpretiert die Welt:

Die Banker haben versagt – urteilt Bundespräsident Horst Köhler

Mein Vertrauen in DE-MAIL ist gefestigt

DE-MAIL, die neue zentrale Überwachungsstelle für Kommunkiation via Mail Stelle für gesicherten Emailverkehr hat nach dieser Information mein vollstes Vertrauen:

Eine Erklärung dafür, dass der Staatsanwaltschaft nun auch Verbindungsdaten von Konkurrenten der Telekom vorliegen, könnte laut Handelsblatt sein, dass das Unternehmen Server gescannt hat, auf denen Anrufdaten gespeichert werden, die zur Berechnung von Gebühren für die Weiterleitung von Gesprächen in ihr eigenes Netz genutzt werden. In diesem Datenpool hätte die Telekom dann nach den Nummern fischen müssen, die den Redakteuren gehörten. Allerdings wäre der Aufwand dahinter „phänomenal“, sagte NetCologne-Chef Hanf der Wirtschaftszeitung. (Quelle: Heise)

Wenn sich ein Unternehmen, dass offensichtlich so viel kriminelle Energie besitzt wie die Deutsche Telekom AG, um die DA-MAIL-Server kümmert, dann kann das ja nur klappen. Das ganze unter die Aufsicht des Überwachungsministers Innenministers Schäuble gestellt und ich warte in freudiger Erregung darauf endlich meine Mails über diesen automatischen Reizwortscanner Mailserver laufen zu lassen.

Der Sinn von Plurk, Twitter und Konsorten

Seit 5 Monaten „plurke“ ich nun. Mit Twitter fing ich mal irgendwann an – dann kam Plurk auf und diejenigen – üblichen verdächtigen – Kreise, die mich zum twittern motivierten, legten mir Plurk nahe.

Tatsächlich: Durch die Timeline hat Plurk für mich (so rein subjektiv) irgendwie eine „optisch ansprechendere“ und übersichtlichere Oberfläche. Also liess ich das twittern sein, und plurkte nur noch – wer braucht schon 2 parallele Microblogs? In der Anfangszeit ganz viel, was auch daran lag, dass meine Prinzessin damals ganz viele Kilometer weg wohnte, dort wo die Orcs hausen – ihr wisst schon. Der Smalltalk mit meiner Traumfrau erübrigte sich allerdings in dem Moment, als mein Glück perfekt wurde und die Dame zu mir zog.

Welcher reale Nutzen blieb mir von Plurk? Ich bekomme die Informationen:

  • Wer wann Feierabend macht
  • Wer wann aufsteht und ins Bett geht
  • Wer wann Mittag macht und was es zu Mittag geben wird oder gegeben hat
  • War was in diesem Moment im Fernsehen sieht
  • Welcher Wochentag gerade ist
  • Wer gerade Geburtstag hat
  • wer gerade was gebloggt hat und was mir gleich ohnehin im RRS-Feedreader angezeigt wird
  • Nachtrag: Meine Prinzessin bringt gerade noch Katzenbilder und „Tanzende Bananen-Plurks ins Rennen“

Wenn ich alles – in meinen Augen nichtssagende – obiges abziehe, wird die Timeline VERDAMMT leer. Zur Auflockerung gab es noch Ansichten aus Südtirol, die ich tatsächlich geniessen konnte.

Mit einigen Menschen die ich (nicht nur über Plurk) kennen und mögen gelernt habe, hoffe ich weiterhin in Kontakt zu bleiben, aber ich möchte hiermit bekannt geben: Ich werde mich von Plurk verabschieden. Ganz zum Schluss ist das Aufwand-Nutzen Verhältniss dieser Web 2.0 Anwendung für mich einfach in einem deutlich ungutem Verhältnis. Das informelle Rauschen ist mir persönlich deutlich zu hoch.

Ich stand vor der Alternative, entweder MASSIV Leute zu „defrienden“ – was allgemein als unfreundlich gilt und mir schon so manche harsche Kritik einbrachte, wenn ich mich aus – Gründen der Timelinebereinigung – entschloß, einzelne Timeline-Spammer einfach zu ignorieren. Es gibt ein paar Menschen, denen ich glatt noch auf Plurk folgen würde, aber wo zieht man die Grenze? Wem erklärt man: „Hey, Du! Deine Plurks sind weniger Wert, als die des Anderen“? Das tue ich mir und den „Plurkies“ nicht an.

Also ziehe ich hiermit die Konsequenzen, werde Plurk nicht mehr nutzen und verabschiede mich von allen Plurkern. Wer mit mir in Kontakt bleiben möchte/mag/will, weiss wie er mich erreichen kann.

Ich bin eben einer von den Menschen, die nicht jeden Trend mitmachen (müssen), sondern versuchen sich das rauszupicken, dass auch Sinn macht. Man kann so wunderbar viel (LEBENS)Zeit im Internet verbrennen, aber es gibt auch noch ein echtes Leben da draussen – da ist die Grafik auch VIEL besser 🙂

Habt Spass, es war auch eine schöne Zeit, aber für mich ist dieses Kapitel nun abgeschlossen.