Beklaut eure Firma und eure Kunden

Und vor allem: Erschiesst NICHT den Boten. Denn diese Aufforderung zu einer Straftat kommt nicht ursächlich von mir, sondern von dem US-Versicherungskonzern AIG.

Der US-Versicherungskonzern AIG will offenbar 450 Millionen Dollar Boni an rund 400 Mitarbeiter aus seiner New Yorker Finanzabteilung zahlen. Das berichtet der US-Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf zwei Insider. Die dort ansässigen Manager hatten den Konzern mit riskanten Geschäften, sogenannten Credit Default Swaps, an den Rande des Zusammenbruchs gebracht.

schreibt der Spiegel. Man muss auch nicht extra erwähnen, dass AIG vom amerikanischen Staat (vuldo Steuerzahler) 152 Milliarden Dollar erhalten hat. In jeder anderen Branche fliegen Mitarbeiter, die nachweislich so eine massive Scheisse bauen raus. In der Finanzwelt werden diesen Experten des Desasters noch die Gehaltsmillionen in den Arsch geblasen. Sowas nannte man früher „Diebstahl an Volkseigentum“.

Aber sowas könnte ja bei uns in Deutschland niiiieeeee passieren!

Dreifach peinlich

„Dreifach peinlich“ betitelt die FTD einen Artikel über GE (General Electric). Ein Artikel, den ich nicht kommentieren muss, da er selbst alle nötigen Informationen beinhaltet – ich muss nur noch auf ihn aufmerksam machen. Damit meine Zielgruppe weitere Indizien hat, wie die Welt des grossen Kapitals funktioniert.

Teaser:

Aber die Ratingagenturen haben schon recht: Per 31. Dezember standen dem konsolidierten Eigenkapital von 104,7 Mrd. $ ja lediglich „Firmenwerte und andere immaterielle Vermögen“ von 96,7 Mrd. $ gegenüber.

Diese Position ist noch nicht aufgedröselt, aber im dritten Quartal entfielen davon allein 83,1 Mrd. $ auf Firmenwerte. Trotz des Rückgangs der Aktie um 70 Prozent seit Oktober 2007 hat die Firma übrigens noch eine Kapitalisierung von 127 Mrd. $. Die Ratingagenturen scheinen nicht die einzigen zu sein, denen in Bewertungsfragen peinliche Fehler unterlaufen.

Resumee: Alles Lug und Trug und alle machen und verdienen mit.

Vater der Klamotten – und der Armut?

Als „Vater der Klamotten“ bezeichnet die FTD den Gründer  des Textildiscounter KiK, Stefan Heinig. Massives Sparen wäre es, was den Mann zu Wohlstand verholfen hat. Wohlstand, der bei seinen Angetsllten eher nicht zu finden sein wird, denn im selben Artikel schreibt die FTD:

2008 stufte ein Gericht die Bezahlung einer Verkäuferin als sittenwidrig ein. Die Klägerin hatte 5,20 Euro pro Stunde erhalten. Angemessen seien mindestens 8,21 Euro, befand das Gericht. Ein Kik-Mitarbeiter mit Führungsverantwortung räumt ein, dass viele Löhne sogar unter 5 Euro liegen. Man habe Glück, dass es der Gewerkschaft Verdi noch nicht gelinge, mehr klagewillige Kik-Mitarbeiter zu finden.

UNTER €5,-. Das sind bei einer 40 Stunden-Woche ca. €936,- brutto im Monat. Darf man an der Stelle schreiben, dass der Wohlstand von Stefan Heinig auf der Ausbeutung seiner Mitarbeiter beruht?Ist er ein Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben?

Nice, dass dieser Beitrag in der Serie „kreative Zerstörer“ erschien. Aber ob das SO gemeint war?
Nachtrag: Im Lawblog lese ich gerade, dass die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei am 28.02. zu einer Mahnwache aufruft. Die Forderung der Beamten: €5,- (anstelle von €0,68 bis €2,88 pro Stunde) als Schichtzulage an „ungünstigen Zeiten“. Ich will hier ausdrücklich nicht erklären, dass ich die Forderung der Polizisten als Überhöht empfinde. Ich möchte nur eine Verhältnismässigkeit zwischen einer ZULAGE und einem Stundenlohn hestellen.