Otto Schily der komplette Wendehals

Wenn man bedenkt, dass Otto Schily als junger Rechtsanwalt erstmals dadurch bekannt wurde, dass er als Hauptmieter der Wielandkommune die Keimzelle für den „Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen“ gab, danach den RAF-Mitglieder Horst Mahler und Gudrun Ensslin als Strafverteidiger zur Seite stand, so hat er doch eine tolle Karriere hinter sich: 1980 war er Mitbegründer der „Grünen“, 1989 trat er in die SPD ein und ich bin wohl nicht der einzige, der darauf wartet, dass Schily sich offen zur CDU – besser CSU – bekennt.

Ein wenig Sorgen um die Leistungsfähigkeit Schily wird mir, wenn ich heute in der Welt seinem Kommentar zu Bahn-Chef Mehdorn entnehme:

Diejenigen aber, die den maschinellen Abgleich von Personaldaten als Rasterfahndung bezeichnen, wissen ganz offensichtlich nicht, wovon sie reden.

Denn wie sonst zeichnet sich eine Rasterfahndung aus? Wikipedia meint dazu:

Dabei werden bestimmte Personengruppen aus öffentlichen oder privaten Datenbanken herausgefiltert, indem man nach Merkmalen sucht, von denen man annimmt, dass sie auch auf die gesuchte Person zutreffen. Ziel ist es, die Gruppe der zu überprüfenden Personen einzuschränken, da es im Gegensatz zu einer konventionellen Fahndung keine bekannte Zielperson gibt.

Da frage ich mich doch glatt, was der Herr Ex-Bundesinnenminister am Verfahren der Rasterfahndung nicht verstanden hat? Oder interpretiert er diese Begrifflichkeit immer gerade so, wie sie ihm in den Kram passt? Herr Schily schreibt weiter:

Wirklich geprüft wurden nur die vergleichsweise wenigen Hundert Daten, bei denen es Auffälligkeiten gab.

Womit – nach der Wikipedia-Begriffsbestimmung – geklärt wäre, dass der Zweck der Rasterfahndung einwandfrei erfüllt wurde: Aus grossen Datenbeständen die real zu prüfenden Personen(gruppen) herauszufiltern.

Auf die „Informationsunterdrückungsaktion“ mit der Beurlaubung des Leiters der Revision geht Schily vorsichtshalber gar nicht ein, bei seiner Lobhodel-Rede auf Mehdorn.

Aber wer sich so gegen deutsche Gesetze stemmt wie Schily, der ja auch seine Zusatzeinkommen nicht offenlegen will, wie weit kann man so einem überhaupt noch trauen? Muss man da nicht jede Aussage generell dreimal umdrehen und mit einem generellen Misstrauensvorbehalt versehen?

Daimler Chef bald Hartz-IV?

Daimler-Chef Zetsche verdient nur noch die Hälfte

betitelt die Welt einen Bericht, der konsequenterweise das Wort „bekommt“, anstelle „verdient“ benutzen sollte. Denn was Manager verdienen, ist sicherlich ein Streitthema – was sie bekommen ist der Grund steter Diskussion.

Aber zurück zu Zetsche: Der soll nun also mit einen Jahresgehalt von nur noch 5.000.000 Euro auskommen? Wie bitte soll denn das gehen? Da kann der sich ja nicht mehr jeden Monat ein schickes Haus mit Garten kaufen. Verdammt, DAS muss weh tun!

Der Stundelohn ist immer noch recht knackig: Selbst wenn Herr Zetsche an 365 Tagen im Jahr je 24 Stunden arbeitet, kommt er mit seinem Managergehalt auf einen Stundenlohn von 570,77€. Das ist doch mal sportlich. Wieviel bekommt ein Hartz-IV Empfänger nochmal im Monat?

Bei einem nur 12-Stunden Tag und 293 Arbeitstagen (Sonntage abgezogen und 20 Tage Urlaub) ist das immer noch ein Stundenlohn von 1422,07€. Soviel wie der Herr Zetsche nach dieser Rechnung in der Stunde verdient, bekommt  so mancher normale Arbeitnehmer (wohl auch bei Daimler) brutto im Monat.

MIR fehlt da immer noch die Relation und jegliches Mitleid. Wobei man allerdings anerkennen muss (so schwer es einem fällt), dass den Managern aufgrund des schlechten Wirtschaftsjahres auch mal an Gehalt gegangen wird. Allerdings warte ich darauf, dass es nächstes oder übernächstes Jahr eine Sonderzahlung (für die Manager!!) geben wird, da ja die Gehälter geschrumpft wurde.

Barack Obama enteignet die US-Zentralbank

Wenn ich in der Welt lese:

Die Finanzmärkte müssen sich ändern, und zwar schnell und drastisch: US-Präsident Barack Obama forderte bei einem Treffen mit Wirtschaftsexperten des US-Kongresses eine stärkere Regulierung der Märkte. Bis zum G-20-Gipfel am 2. April in London soll ein Regelwerk ausgearbeitet werden.

muss ich unwillkürlich hieran denken, wo ich Bezug auf einen Telepolis-Artikel nahm. Denn im Gegensatz zu dem Zentralbank-System das wir kennen, wird die amerikanische Zentralbank nicht vom Staat, sondern von den Banken kontrolliert:

Die Fed manipuliert seit fast hundert Jahren die Wirtschaft nach ihrem Belieben. So können die im Hintergrund agierenden Privatbankiers nach Belieben Inflation oder Deflation, Boom oder Rezession mit den damit verbundenen Haussen oder Crashs erzeugen. (Telepolis)

[……………..]

Immer wenn Paniken in den Märkten auftreten, flutet die Fed die Banken mit Geld, so dass diese billig Aktien einkaufen können. Wenn sich der Sturm dann wieder gelegt hat, haben sich die Banken auf Kosten des allgemeinen Publikums saniert und das Spiel kann von neuem beginnen.

Also Barack: Zuerst den grossen Müllhaufen im eigenen Lande reinigen!