Nicht nur die SPD auch die CDU hat einen Kinderporno-Verdächtigen

Gerade eben bin ich über Besims blog@netplanet über einen bemerkenswerten Vorfall gestolpert, der nicht medial bearbeitet wird, obschon er sich ebenfalls um das Delikt Kinderpornographie-Verdacht eine Politikers. Besonders interessant scheint zu sein, dass bei Tauss die Presse (namentlich der Spiegel) nahezu mit Beginn der Durchsuchungen berichtete, in Pforzheim allerdings schiebt die Partei (CDU) den namen in die Öffentlichkeit, wohingegen die Medien – (Zitat netplanet):

Was mich dann etwas erstaunte in der hiesigen Presse war, dass man dort in der Übernahme der CDU-Pressemeldung noch redaktionell hinzufügte, dass man den Namen des Verdächtigen, im Gegensatz zur originalen Pressemeldung, nicht aufführen werde.

Was geht derzeit in der Politikerseele ab? Oder ist es gar ein Komplott der Kinder, die allen Erwachsenen nun den KiPo-Verdacht zuschieben um dann – wenn alle Erwachsenen diskreditiert sind – selbst die macht übernehmen?

Oder ist der CDU-Politker ein bauernopfer, der einen internen Fall nur markiert, damit die CDU sich generell über den Straftatbestand KiPo so richtig auslassen kann:

„Es ist jedoch festzustellen, dass die Straftaten im Bereich der Kinderpornographie besonders schwere und abscheuliche Handlungen darstellen, die es mit der ganzen Härte des Gesetzes zu ahnden gilt“

um dann den eigenen – unbekannten Mann – wieder aus der Schusslinie zu nehmen aber die Ereiferung über KiPo – welche indirekt auch den Tauss trifft – im Raum stehen zu lassen. Alles sehr, sehr seltsam, was derzeit um uns herum passiert.

SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ein Päderast?

Irgendwie habe ich ein sehr-sehr seltsames Gefühl im Bauch, seit ich eben bei Heise den Text zur Schlagzeile “ Büros des SPD-Abgeordneten Tauss durchsucht“ gelesen habe:

Beamte des LKA Baden-Württemberg und Berlin haben die Büros des Karlsruher SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss nach Kinderpornografie durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Tauss ein, der auch Generalsekretär der Südwest-SPD ist. Es gebe einen „Anfangsverdacht„, dass „strafrechtlich relevantes Bildmaterial vorhanden sein könnte„, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde heute der dpa und bestätigte damit zum Teil einen Bericht von rbb-Berlin. „Es kann herauskommen, dass er komplett unschuldig ist„, ergänzte der Sprecher. (Hervorhebung von mir)

Jörg Tauss, der bis November 2008 in der SPD noch für den Datenschutz zuständig war und gegen die Internetzensur Frau von Leyens plädierte, wird nun verdächtigt Kinferpornographie zu besitzen oder sich beschafft zu haben?

Sollte Tauss bis zum Beginn der Hausdurchsuchung nicht im Besitz von kinderpornografischem Material gewesen sein (ich formuliere dies so mit Absicht), sind zwei Punkte zu bemerkens-/beobachtungswert:

  1. Woher stammt der Anfangsverdacht, wie wurde er in Richtung Ermittlungsbehörden kommuniziert. Interessenten, die den „Datenschützer“ Tauss politisch und menschlich schädigen wollen, gibt es genügend.
  2. Besteht unter Umständen die Möglichkeit, dass Tauss – jetzt oder schon früher – etwas untergeschoben wurde, dass eventuell eine Sachlage geschaffen wurde, die interpretierbar ist und nun gezielt gegen ihn ausgelegt wird?

Gerade der zweite Punkt macht mir Kopfzerbrechen, denn diesbezüglich habe ich vor Jahren während einer Dapfmerparty(sic) ein Schlüsselerlebnis: Einige Hamburger Freaks machten sich mittels einer kleinen Barkasse und massivem Laptop und WLAN-Eqipment auf den Weg mal etwas anderes als wardriving zu betreibem. Wir wollten mittels Schiff offene WLANs suchen fahren (sehr nette Aktion mit viel Spass!). Während der Fahrt fanden wir ein offenes WLAN eines Unternehmens, dass Teilnehmern der Veranstaltung bekannt war. Denn dieses Unternehmen unternahm gewaltige Anstrengungen sein Netzwerk zum Internet mittels Firewall und Policys abzusichern, aber irgendein Mitarbeiter hatte wohl „mal eben“ einen WLAN-Router installiert.

Dieses offene WLAN beflügelte die destruktiven Phantasien der Anwesenden – was könnte man tun:

  • Einem Drucker ausschliesslich Formfeed senden. Ergebniss: Alles Papier aus dem Vorratsschacht würde in der Ausgabe liegen. Voodoo!!
  • Man könnte Daten ansehen, verändern oder löschen
  • ABSOLUTES HIGHLIGHT war damals: Wir könnten kinderpornografisches Material auf einen der Server spielen und anonym eine Anzeige erstatten.

NICHTS von alledem wurde getan, man drang nicht in das Netzwerk ein und gut. Man philosophierte halt ein wenig rum, was so möglich war und in welche Gefahr ein Unternehmen (aber auch ein Privatmensch) kommen kann, wenn das Thema Computersicherheit vernachlässigt wird.

Und genau an dieses Erlebniss muss ich denken, wenn ich diese Tauss-Geschichte jetzt lese. Wie schnell ist eine Datei auf einem Rechner, per zugeschickter DVD auf (oder in) welcher sich „verbotenes“ Material befindet ein Mensch im Besitz eben dieses gesetzlich nicht legitimen Materials . Im Zweifelsfall auch gern verborgen?

Sollte sich die Unschuld Tauss auch bestätigen. Viele Menschen werden den grossen „Hype“ der Medien um die Durchsuchung erinnern, eine Einstellung eines Verfahrens wegen Unschuld (welche eher „mangels Beweisen“ wäre..) wird nur noch nebensächlich erwähnt. In der Gefahr dieses speziellen Rufmords stecken ALLE Menschen.

Warum es sinnvoll sein kann Mathematik zu beherrschen

Hans Riebsamen schreibt in der FAZ einen Kommentar unter der Überschrift „Schnapsidee“, in der er anprangert, dass die Nutzniesser eines Seniorentickets sehr wohl auch „einkommenstark“ sein können:

Der Rentner macht sich aber gerne arm. Denn als Armer kommt er verbilligt in Museen, Schwimmbäder und andere Einrichtungen. Und bald soll er auch verbilligt mit Bussen und Bahnen fahren können. „Seniorenticket“ heißt diese Schnapsidee, die sozial klingt, aber ausgesprochen unsozial ist.

Auch wird in dem Kommentar aus dem Armutsbericht der Bundesregierung von 2005 zitiert:

„Die Menschen, die 65 Jahre und älter sind, weisen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung eine relativ günstige Einkommenssituation auf.“

Das Leben ist so einfach und Statistiken sind toll – globalere Zusammenhänge scheren uns nicht.

Die erste Frage die mir dazu in den Sinn kommt: Wieviel Kosten werden gespart, wenn man das Seniorenticket pauschalisiert und keinen Verwaltungsapparat braucht um eventuelle Einkommen aus irgendwelchen Zusatzeinkünfte etc. prüfen muss um eine „gerechte Zuteilung“ zu gewährleisten.

Als nächstes frage ich mich, wie die prozentuale Verteilung der „günstigen Einkommens“ bei den Senioren ist. Ähnlich wie bei der Gesamtbevölkerung? Auch werden als „Gesamtbevölkerung“ diejenigen Bürger mitgewertet, die direkt nach der Schule in die Arbeitlosigkeit wandern. Aber woher der Wind weht wird ja dankenswerter Weise von Riebsamen nicht wirklich kaschiert. Es ist der billige Futterneid:

Es genügt, einen 61 Jahre alten Bankangestellten als Beispiel zu nehmen. Er hat sein Häuschen irgendwo im Umland von Frankfurt abbezahlt, seine Kinder sind erwachsen, seine Existenz ist gut gesichert. Ist es sozial, wenn er mit einem verbilligten Seniorenticket zu seinem Arbeitsplatz und später als Rentner zu einem Ausflugsziel fährt, während sein jüngerer Kollege, der gerade eine Familie gegründet hat, Kinder zu ernähren und ein Auto abzuzahlen hat, sich ein normal teures Ticket kaufen muss?

Riebsamen hätte auch schreiben können: „Es reicht einen aus der allgemeinen Statistik herausfallenden Gutverdiener als Beispiel zu nehmen schreiben können.“ Aber genau DAS reicht nicht. Denn Riebsamen sugeriert hier, dass der Durchschnittsrenter (und um die soll es ja gehen), dass der Durchschnittsrenter mit 61 sein Häschen im Grünen hat und wohlgesichert sein Leben geniesst.

Aber eines kann ich von Riebsamen lernen: Wie man billige Demagogie betreibt. Ich gebe zu, dass ich (natürlich) auch versuche Meinungen zu bilden, Dinge überspitze. Aber ich hoffe dies nicht auf so ekelhafte Weise zu tun, wie dieser Gewinner des  „Hessischen Journalistenpreis der Sparda-Bank Hessen“ im Jahre 2006. Warum Riebsamen sich von seiner Lehrerstelle als Deutschlehrer eines Gymasiums an die Landesbildstelle versetzen liess, weiss ich nicht. Aus meiner Schulzeit kenne ich nur einen Fall einer solchen Versetzung und das war nicht gerade eine Beförderung nach oben. Arme Frau Ahlers damals …