Wählt in Hamburg-Bergedorf „Die Linke“ – Denunzianten an die Macht!

Ich habe ja wirklich nichts gegen die Linke als Partei. Sicher hat jede Partei so ein paar zwielichte Gestalten in ihren Reihen, kann man nix gegen sagen.

Wenn allerdings Stephan Jersch (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE, Bezirksversammlung Hamburg-Bergedorf) öffentlich das in Deutschland wohlbekannte Denunziantentum wiederbelebt, überkommt mich Übelkeit:

Morgen bekommt das Amt nochmal eine Liste mit falsch aufgestellten Plakaten. Mal sehen ob diesmal reagiert wird. Insbesondere an der B5.

Da hat dieser Mensch im Wahlkampf nichts besseres zu tun, als aufzupassen dass die mit ihm im Wettbewerb stehenden Parteien ihre Plakate auch „richtig“ aufstellen?

Ich kenne Stephan Jersch nicht, aber ich stelle mir einen passionierten Kleingärtner vor, der auch schon (anonym versteht sich) mal auf der zuständigen Revierwache anruft, wenn ein Wagen falsch parkt.

Wie gesagt: Ich habe generell nichts gegen die Linke – aber wer in Bergedorf diese Partei (und somit Menschen dieses Schlages) wählt stellt sich bei mir schwer ins Abseits.

7 Gedanken zu „Wählt in Hamburg-Bergedorf „Die Linke“ – Denunzianten an die Macht!

  1. ?

    Jetzt verlierst Du mich gerade. Wenn jemand Plakate falsch aufhängt, ist das ok?
    Oder es ist nicht ok, aber man darf das auch nicht der zuständigen Behörde melden?
    Oder das darf man, man darf aber nicht düber twittern?

    Ich meine, man muss nicht Links wählen, aber Dein Grund überzeugt mich jetzt nicht gerade.

    • @etg:

      Ich finde es deutlich schräg „das Amt“ darüber zu informieren, dass die Wettbewerber ihre Plakate falsch aufgestellt haben. Es ist nichts anderes als Falschparker anzuzeigen oder andere Delikte, die eine Ordnungswidrigkeit darstellen.

      Es ist – auch in meinen Augen – nicht OK falsch zu parken oder gegen andere Regeln des geordneten zusammenlebens und -arbeitens zu verstossen. Dies gilt auch für die Plakate. Dies aber aktiv mittels – ich bleibe bei dem Ausdruck – denunzierens zu „bekämpfen“ ist jenseits der von mir akzeptierten Weges.

      • Nun kenne ich den Fall in HH nicht, daher zwei Sachen aus B:

        letzte Bundestagswahl hat die CDU das gesamte Charlottenburger Tor plakatieren lassen – entgegen der Vorschrift, dass öffentliche Denkmäler nicht politisch plakatiert werden dürfen

        vorgestern hat ein CDU-Kandidat Wahlwerbung aufhängen lassen, obwohl die Wahl erst im September ist. Er hatte das als Aufruf für die Volksabstimmung nächste Woche deklariert, was es nachweislich nicht war

        Soll das jetzt dort bleiben? Was tun, wenn man das sieht?

        • @etg:

          Für Ordnungswidrigkeiten sollten die bezahlten Ordungshüter zuständig sein und bleiben. Diese machen einen recht guten Job. Sollte der Verdacht bestehen dass eine Behörde ihrem Job offensichtlich nicht nachkommt, könnte man über eine Dienstaufsichtsbeschwerde nachdenken.

          Die Ordnungshüter sind die Schiedsrichter und erst wenn diese den Jobs nicht mehr tun, muss man den DFB informieren 🙂

  2. Vielleicht handelt der Betroffene auch aus ganz anderen Beweggründen. Ich selbst kam schon öfters in den Genuß in dieser Region Veranstaltungshinweise aufzustellen. Abgesehen von dem Beantragungsformalitäten ab wann, bis wann und wo die Aufsteller angebracht werden, wird auch mitgeteilt wo eben nicht aufgestellt werden darf. Unter anderen nicht an Lichtmasten mit Verkehrszeichen, Ampeln usw um das Übersehen und Nichtbeachten dieser Schilder nicht noch zusätzlich zu fördern. Ebenfalls kann es einem passieren, das Schilder welche länger als genehmigt aufgestellt blieben von der Stadtreinigung kostenpflichtig entsorgt werden. Gerade Wahlplakate stehen vorzugsweise gerne an Stellflächen mit Verkehrszeichen. Die Vorschriften scheinen in Wahlkampfzeiten gerne ignoriert zu werden. Wäre es nicht schön, wenn die erkämpften Wahlkampfkostenerstattungen den Parteien nicht gleich wieder abgenommen würden, weil am Dienstag nach der Wahl noch ein Schilderwald die Stadt verunreinigt. Ich habe selbst einmal fast einen Unfall verursacht, weil ein großes Wahlplakat an der Straße die Sicht aus einer Tankstellenausfahrt erheblich behindert hat. Nach diesem Vorfall sehe ich die Sache etwas differenzierter.

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