Wird aus der DNA-Datenbank eine Bevölkerungsmatrix?

Udo Vetter vom Lawblog macht mich gerade auf eine äusserst gruselige Realität aufmerksam:

Der genetische Fingerabdruck ist keineswegs so “einzigartig”, wie er mitunter dargestellt wird. Die DNA von Verwandten ähnelt sich nämlich, bei eineiigen Zwillingen ist sie normalerweise sogar gleich.

Die DNA-Probe einer Person hat nicht nur Relevanz für diesen konkreten Menschen, sondern auch für seine Verwandten. Je nach technischem Aufwand lassen sich so wieder neue Ermittlungsansätze und zusätzliche “Raster” aufmachen.´

Das heisst, wenn nur genügend Menschen aus meiner Verwandtschaft DNA-Proben an unseren zukünftigen Überwachungsstaat geliefert haben, kann dieser Rückschlüsse auf mich ziehen. So würde ich zum Beispiel in das Fahndungsraster fallen, weil ich in der Nähe eines Tatortes eine Cola trank. Auch wenn meine DNA dort nicht vorliegt, kann Aufgrund von Annäherungen auf mich zurück gegriffen werden.

Wieviel % der Bevölkerung muss in der Datenbank erfasst sein, dass die vorhandenen Lücken aufgrund der Profile logisch geschlossen werden können?

Orwell hatte was von Hello Kitty 🙁

3 Gedanken zu „Wird aus der DNA-Datenbank eine Bevölkerungsmatrix?

  1. Das heißt aber doch auch, daß Du, wenn Du Deiner Tochter/Sohn/Bruder/Mutter/etc. was illegales zutraust, Dich ab da weigerst, irgendwelche Speichelproben abzugeben: Zeugnisverweigerungsrecht. Du kannst nicht gezwungen werden, nahe Angehörige zu belasten und solltest das aus nicht tun. Es ist nicht Deine Aufgabe. Und dann twittere bitte den Gesichtsausdruck des untersuchenden Beamten 🙂

    Ich unterstelle natürlich, daß Du in der untersuchten Strafsache nichts zu befürchten hättest. Ob das aber allen klar ist?

    • @Sebastian v. Bomhard:

      Ich muss ihnen nicht mal etwas „zutrauen“ – denn oftmals werden ja bei Rasterfahndung alle möglichen Unbeteiligten auch überwacht. Wenn ich also meinen Kindern keine Steine in den Weg legen möchte, muss ich vom der Abgabe der DNA-Probe leider Abstand nehmen.

      Danke für den schönen argumentativen Hack 🙂

  2. @reizzentrum: Gern geschehen. Das mit dem „Zutrauen“ habe ich auch nur für die Ihanizuven geschrieben. (Zur Erinnerung: Das sind diese „Ich hab nix zu verbergen“-Typen, die nun überlegen müssen, ob sie nicht grad ihre Familienmitglieder auf dem Altar staatstragenden Pharisäertums opfern, deren Park- und Geschwindigkeitsregelverstöße sie bis jetzt noch gedeckt hätten)

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