Bitte demütige mich

DSDS die bekannteste deutsche „Bitte demütige mich“-Show darf kein Casting im Bremer Rathaus veranstalten, weil:

der hämische und beleidigende Stil des Wettbewerbs passe nicht zum Rathaus, da die Kandidaten von der Jury „gezielt erniedrigt“ würden.

So wird zumindest der Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) vom Spiegel zitiert.

Nun mag das Rathaus der altehrwürdigen Hansesstadt Bremen (wir müssen da zusammenhalten) sich wohlwollend von dem allgemeinen Trend der Politik abheben, auch ist die Häme nichts was von der Politik offen dargeboten wird.

Aber ich kann mir schon vorstellen, dass so mancher Volksvertreter sich hämisch die Hände reibt, wenn er mal wieder etwaige Wirtschaftsinteressen auf eine Art und Weise durchgesetzt bekommen hat, dass es erstmal keiner merkt und er seinen persönlichen Vorteil daraus ziehen kann. Sei es auch nur durch das Versprechen, nach Ablauf der Amtszeit einen gutbezahlten Job bei Gazprom einem Unternehmen bekommt.

Auch was die Begrifflichkeit „gezielt erniedrigt“ angeht, fühle ich mich durch diverse umgesetzte Gesetze der letzten Zeit erniedrigt und zwar in der Form, dass meine mir zustehenden Rechte massiv beschnitten werden und meine Stellung als Individuum in dem Rechtesystem Deutschlands niedriger angesiedelt werden. Und dies geschieht – mit Verlaub – auch recht gezielt.

Wenn auswandern, dann Irland?

Irland ist eines der Länder die mir schon bei dem ersten Besuch sympatisch waren. Es ist dort für einen „nordic by nuture“-Menschen nicht zu heiss, die Menschen sind offen und nett und es gibt wirklich leckeres Bier. All dies ist aber nicht unbedingt ein Grund auszuwnadern. Allerdings wird in den letzten Tagen meine „Liebe“ zu der grünen Insel immer ausgeprägter. Erst schmettern die Iren die Umsetzung der Lissabon-Verträge ab und stürzen die Entscheider in  den EU-Gremien und den Ländern in tiefe Panik, nun kommen die Iren auch noch an und klagen vor dem europäischen Gerichtshof gegen die Vorratsdatenspeicherung. Unterstützung erhalten sie dabei von der Slowakei (dies ist für mich aber keine Alternativheimat.

Aber solange ich – stets nörgelnd – weiter in Deutschland weile, bleibt mir vorerst nichts anders übrig als weiterhin das leckere Bier und die fröhliche-irische Stimmung in meinem Lieblingspub zu geniessen.

Ach menno, es ist doch alles Scheisse

egal WAS aus der Ecke der deutschen Law-and-Order Fraktion kommt, IMMER und verlässlich kommen ein paar Tage später Meldungen über die Ticker, die die Bemühungen und Aussagen unserer Politker ins Lächerliche ziehen und wir Wenigen – die wir noch kritisch denken und ein Gedächnis von länger als 10 Minuten haben – irgendwie glauben wir wären in einem Comic.

Da hat doch gerade unser Bundesinnenminister erklärt, dass es keine Gründe gibt, unseren amerikanischen Freunden zu misstrauen, da spielt der Secret Service in Deutschlan Tabula Rasa und verhaftet(!) am Flughafen Frankfurt einen estnischen Staatsbürger auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland. Da fragt man sich doch gleich: Dürfen die das? Nein, das dürfen sie nicht, denn es ist Freiheitsberaubung. Aber:

Die amerikanischen Agenten, die ihn arretierten und gegen die nun wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung ermittelt wird, haben indes nicht viel zu befürchten: Sie genießen diplomatische Immunität.

Auch ansonsten ist der Fall recht interessant – den Artikel sollte man sich mal in Ruhe durchlesen.

Aber die Amis dürfen es – was ist schon eine Freiheitsberaubung gegen Guantanamo Bay oder gar den völkerrechtswidrigen Einmarsch (OHNE UN-Mandat!) in den Irak. Und Vertrauen, ja Herr Schäuble, tun wir dem grossen Bruder natürlich ohne Einschränkungen.