Warnhinweise: Bloglesen beeinflusst ihre Meinung

Seit eben habe ich einen „Warnhinweis“ oben rechts auf der Mainpage. Aufmerksam wurde ich durch den Robert darauf, zu finden ist der Text indem man auf diesen hier draufklickt 🙂 Der Presseschauer bietet die Möglichkeit auch eigene Texte einzubinden.

Zum Beispiel diesen hier 🙂

Google ist behindert

Naja gut, nicht behindert in dem Sinne. Ausserdem ist es politisch inkorrekt den Begriff „behindert“ zu nutzen – also eher „Google ist gehandicapt“.

Aber wie komme ich darauf? Heute Morgen sah eich eine grottenschlechte Webseite (technische Umsetzung deutlich mangelhaft), deren Umlaute als „?“ dargestellt wurden. Meine Prinzessin kommentierte diesen Faux-Pas mit „soviel zum Thema Barrierefreiheit“.

Dies widerum brachte mich auf den Gedanken, wie barrierefreie Seiten aufgebaut sein müssen:

Technische Barrierefreiheit (diese zielt auf den Alternativeinsatz von z.B. Brailleschriftlesern ab):

  1. Text – kein Flash oder ähnlichen Spielkram, den eh keiner braucht
  2. Auf Bilder als „inhaltübermittler“ verzichten
  3. Sollten Bilder eingesetzt werden, unbedingt einen „Alternativ-Text“ angeben.
  4. Gültige Codepage angeben.

Daneben gibt es noch gewisse „Spezialitäten“ wie z.B.

  1. Auf den Kontrast von Schrift und Hintergrund achten, damit Menschen mit schwacherm Sehvermögen auch in der Lage sind lesen zu können.
  2. Keine blinkenden Texte oder durchstrichenen Texte etc.(jaja, das durchstrichen…. nutze ich selbst..)

Wer sich weiter darüber informieren möchte, kann und soll das gern z.B. bei Wikipedia tun.

Was aber hat das nun alles mit Suchmaschinen wie Google zu tun?

Man darf sich Google wie einen Menschen mit Sehbehinderung (ich werde diesen Personenkreis unten als „blind“ bezeichnen, meine dieses aber nicht abwerten – ist nur jedesmal weniger zu tippen 🙂 ) vorstellen: Alles was nicht Text ist, kann Google (naja, sie arbeiten daran..) nicht erkennen und indizieren. Sollte die Startseite des Internetauftritts eine boah-ist-das-super-geil-bunt Flashanimation sein, in die man hineinklicken muss, um zu den eigentlichen Inhalten zu gelangen, bleiben Menschen mit Sehbehinderung und Suchmaschinen draussen. Inhalte die in Form von Grafiker übertragen werden, werden ebenso von Google nicht katalogisiert und von Blinden nicht erkannt, weil der Brailleschriftlesern oder das Vorleseprogramm diese Informationen nicht verarbeiten kann.

Wer also eine Seite für Menschen mit Behinderung optimiert hat als netten Nebeneffekt noch seine Indizierung bei Google ein wenig optimiert. Eine Win-Win-Situation.

Manchmal freut man sich, wenn man sich irrt.

Gestern schrieb ich über die alte Dame, die unter dem Verdacht steht ihre (von Geburt an) schwerbehinderte Tochter erstickt zu haben. Ich prognostizierte reisserische Überschriften und Artikel, aber selbst die Springerpresse scheint einen letzten Rest Anstand bewahrt zu haben und schreibt

  • 52 Jahre lang haben die Eltern ihre behinderte Johanna gepflegt. Jetzt konnten sie nicht mehr
  • Die Eltern sollen sich aufopferungsvoll um die geistig behinderte Tochter gekümmert haben

Aber die Bild wäre nicht die Boild, wenn es nich auch solche Zeilen geben würde „Sofort rasten Ermittler zum Einsatzort.“