Andreas Bogk bei Netzpolitik im Interview bez. Wahlcomputer

Netzpolitik hat ein kleines Interview mit Andreas Bogk geführt, in dem die absolute Krönung ist, dass sich Andreas gegen den Vorwurf der Technikfeindlichkeit der Wahlcomputergegner wehren muss (nicht von Netzpolitik unterstellt!!).

Wir – und ich darf an der Stelle hier mit Fug und Recht von WIR sprechen – haben uns schon vor 20 Jahren als deutlich fortschrittsfreundlich bewiesen. Unser Problem ist allerdings, dass wir nicht blind sind, sondern WEIL wir sehen können, auch die Gefahren erkennen, die dem Normalbürger meist gar nicht auffallen.

Ich muss dabei wieder an die Worte von Wau Holland denken, der wollte, dass der CCC eine Art ADAC der Computerwelt wird. Denn heute wird genau das mehr den je benötigt: Eine „Lobby von unten“, die den Bürger auf Probleme aufmerksam macht, die er nicht sehen KANN und ihn anleitet sinnvoll mit den neuen Technologien umzugehen.

Achso: Eine Presseerklärung hat der CCC zu dem Verfassungsgerichtsurteil auch herausgegeben:

Den Kommunen, die trotz umfangreicher öffentlicher Debatten über die Wahlcomputer, auf die Werbeversprechen von 20-jähriger Verwendbarkeit des Herstellers NEDAP hereingefallen sind, bleibt nun nur noch die Schadensbegrenzung. „Um nicht zum Endlager für Wahlcomputerschrott zu werden, empfiehlt der CCC den betrogenen Kommunen, sofort Ansprüche gegen die Hersteller der offensichtlich minderwertigen Systeme geltend zu machen.“, so Engling weiter, „Später würden diese höchstens noch als unhandliche Schachcomputer zu gebrauchen sein.“

🙂

Ist Rottenneighbor nun ganz platt?

Lange Zeit war es still um www.rottenneighbor.com. Naja, so ganz still nicht, denn bei den Suchanfragen dieses Blogs liegt rottenneighbor immer noch ganz vorn. Aber es gab anderes, wichtiges für mich zu tun, also beachtete ich dieses Thema nicht so tief – bis jetzt.

Wie schon in vorigen Beiträgen gepostet, habe ich unterschiedliche Möglichkeiten aus deutschen IP-Netzen auf das Internet zuzugreifen. Was mir schon vor ein paar Tagen auffiel liefert rottenneighbor von ALLEN (von mir nachgeprüften) Deutschland zugehörig registrierten IP-Adressen ein lapidares  “We’re sorry, we are currently down for maintanence.”. So auch heute, was mich veranlasste mal über einen Proxy (Liste hier) auf die Seite zuzugreifen. Das ich recht einfach umzusetzen, man öffnet zum Beispiel beim Firefox die „Einstellungen“ und trägt dann unter „Netzwerkeinstellungen“ den gewünschten Proxyserver ein. Voila und so surft man unter falscher Flagge (false flag operation…).

Mittels Proxy kann man tatsächlich auf rottenneighbor.com zugreifen, ABER: Die wichtigste Funktion – die Suche nach einer Adresse) gibt dann die Fehlermeldung: „The requested URL /submit.php was not found on this server.“

Auch die Postingfunktion scheint deaktiviert zu sein (ich kann es nicht testen, ich habe und will dort keinen Account haben), denn das letzte Posting datiert vom 26. November 2008. Der letzte Kommentar allerdings datiert vom 16. Januar 2009.

Wie kann man dieses Verhalten des „Dienstes“ interpretieren?

Rottenneighbor wird einschlafen lassen. Denn die Nichterreichbarkeit der Datei /submit.php und die Inaktivität des Forums sprechen dafür, dass bewusst und absichtlich jegliche Interaktion gewollt unterbunden wird. Auch im Blog des „Dienst“anbieters ist keinerlei neuere Information zu finden. Letzter Eintrag dort: Oktober 2008.

Also Leute: Vergesst Rottenneighbor. Das ist Geschichte und gut.